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Schwungvoll: Acht Paare zeigten in festlicher Tracht drei typische Tänze aus dem Banat.

Ehrengäste kamen zum Gratulieren

Banater Schwaben feiern 30-Jähriges

Geretsried – Die Trachtengruppe der Banater Schwaben feierte am Samstag ihren 30. Geburtstag. Zahlreiche Mitglieder und Ehrengäste kamen zum Gratulieren.

Nur zu festlichen Anlässen holen die Banater Schwaben ihre wertvollen, aus der Heimat mitgebrachten Trachten aus dem Schrank. Die Kleider der Frauen, die je nach Herkunftsort aus hellblauer, hellgrüner, rosa- oder lilafarbener Seide sind, haben einen steifen, in tausende Falten gelegten Rock, mit dem man schlecht sitzen kann. Nach der Aufführung zogen die Tänzerinnen deshalb ihre blauen Ausgehtrachten an.

Zuvor jedoch zeigten acht von ihnen zusammen mit acht Männern in schwarzer Tracht und blumengeschmückten Hüten drei typische Tänze aus dem Banat: den Anna-Walzer, die Petschauer-Polka und den Kathi-Ländler. Die schwungvolle Darbietung, die von den Banater Dorfmusikanten begleitet wurde, war der Höhepunkt der 30-Jahr-Feier der Trachtengruppe der Banater Schwaben Geretsried am Samstag in den Ratsstuben.

Außer einem Großteil der 126 Mitglieder waren Vertreter der übrigen Geretsrieder Landsmannschaften – ebenfalls in ihrem typischen, feschen Gewand – sowie zahlreiche Ehrengäste der Einladung gefolgt. Vereinsvorsitzender Stefan Rieder, der die Trachtengruppe seit ihrer Gründung leitet, begrüßte unter anderem den Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Peter-Dietmar Leber, Altbürgermeister Hans Schmid, bei dem sich Rieder für die Banater Straße bedankte, sowie Vertreter des Arbeitskreises Historisches Geretsried.

Bürgermeister Michael Müller widmete sich in seinem Grußwort dem Begriff Heimat. Es gebe nicht nur eine erste Heimat – in dem Fall das Banat im heutigen Rumänien, Serbien und Ungarn –, sondern auch eine zweite, die für viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge Geretsried geworden sei. Daheim fühle man sich dort, wo man Wurzeln geschlagen habe, wo man Familie und Freunde habe und wo man seine Identität leben könne. Die Banater Schwaben würden durch das Bewahren und Zeigen ihrer Identität zur Vielfältigkeit der Stadt beitragen, sagte Müller.

Reinhold Mayer, Vorsitzender der Südostdeutschen Landsmannschaft, unter deren Dach die Banater Schwaben sich 1986 gründeten, bedauerte, dass der Durchschnittsdeutsche „so gut wie nichts“ über die Banater wisse. Sie sind Deutsche – nicht nur aus Schwaben –, die sich ab 1716 südöstlich der großen Pannonischen Tiefebene zwischen mittlerer Donau, unterer Theiß, Marosch und den Ausläufern der Südkarpaten niederließen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie deportiert oder vertrieben. Viele siedelten noch bis in die 1990er Jahre aus wirtschaftlichen Gründen in die Bundesrepublik aus. Mayer sagte, sie würden deshalb von den meisten Menschen als rumänische Zuwanderer gesehen, die „erstaunlich gut Deutsch sprechen“.

Peter-Dietmar Leber sagte, er freue sich zu beobachten, dass die Enkel heute Interesse an der Geschichte der Großeltern zeigten. Um die Jugend für Brauchtum und Tradition zu begeistern, empfahl er: „Wir wollen nicht nur die Geschichte erhalten, sondern uns offen für Neues weiterentwickeln.“

Dass die Geselligkeit und die Lust auf Neues bei den Geretsrieder Banater Schwaben sehr ausgeprägt sind, bewies der Bericht des stellvertretenden Vorsitzenden über die diversen Aktivitäten des Vereins. Walter Kaufmann nannte die Reisen nach Paris, Italien und Südtirol sowie die Besuche von Musicals, Schlössern und Museen in den vergangenen Jahren. Das regelmäßige Kegeln erfreue sich immer noch großer Beliebtheit.

Im Banat versteht man zu backen, wie am reichhaltigen Kuchen- und Tortenbuffet mit köstlichen Kreationen deutlich wurde. Die Rezepte wurden genau wie die wertvollen Trachten von Generation zu Generation weitervererbt.

von Tanja Lühr

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