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Den besten Mix für die beste Stadt versprechen (hinten v. li.) Angelo Axer, Oliver Sachers, Jessica Schrall und Michael Hohn sowie davor Ludwig Matheis und Felix Leipold (re.). Nicht auf dem Bild ist Fabio Pavlas.

Sendestart um 12.00 Uhr

"Batsch!FM": Geretsried bekommt eigenen Radiosender

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Geretsried – Sieben Jugendliche starten den Radiosender "BATSCH!FM" für Geretsried. Am Montag, 1. August, läuft die erste Sendung. Die Produktion klingt hochprofessionell, das Studio ist es noch nicht. Aber das soll sich ändern.

Zum Stream: http://tun.in/sfrZT

Das Mischpult und die zwei Computerbildschirme stehen im Keller: auf einer wackligen Bierbank und einem Stapel Autoreifen. Mit einer Radiostation hat das wenig zu tun, aber der Schein trügt. Das mehrere hundert Euro teure Mikrofon an der Eisenstange gibt den entscheidenden Hinweis: Hier im dunklen Abteil wird ambitioniert Radio gemacht.

"Der beste Mix für die beste Stadt"

In wenigen Tagen ist es so weit: Am Montag, 1. August, nimmt „BATSCH!FM“ den Sendebetrieb im Internet auf. Der Sender ist über die eigene Homepage sowie Radio-Apps auf Smartphones empfangbar. Der erste Einspieler um 12 Uhr mittags soll ein Beitrag über das Geretsrieder Sommerfest sein. Ab dann werden die Hörer rund um die Uhr mit viel Musik und Nachrichten rund um Geretsried versorgt. „Der beste Mix für die beste Stadt“, versprechen die Macher.

Hinter dem Projekt stehen sieben Jugendliche aus Geretsried. Vier Jahre lang haben sie an ihrem Projekt gewerkelt. Jetzt endlich haben sie eine Sendelizenz bekommen. „München hat zig Stadtsender“, sagt Jessica Schrall (17). „Auch Geretsried und die Region hat so etwas verdient.“ Die Idee dazu hatte Felix Leipold schon als Zwölfjähriger. Wer einen Sender ausstrahlen will, muss aber beispielsweise Gema-Gebühren für die gespielten Lieder bezahlen. Dieses Geld hatte der Schüler nicht – bis jetzt. Nach einer Bewerbung hat sich das Internetradioprojekt „laut.ag“ aus Konstanz bereit erklärt, die Kosten für den Geretsrieder Sender zu übernehmen. Im Gegenzug schaltet die Gruppe pro Stunde etwa eine Minute Werbung. Die Kosten sind auch der Grund, warum der Sender nicht im Autoradio empfangbar ist: Die Lizenzen wären zu teuer.

Bis zum Sendestart ist noch viel zu tun

Bis zum Sendestart gibt es noch viel zu tun: Einspieler produzieren, den Programmplan entwerfen, Fotos vom Team machen und die Musiklisten auswählen. Jeden Tag hat das Team in vier Sendeblöcke geteilt: die „Morning-Show“ von 6 bis 11 Uhr, die Sendung „Queerbeet“ bis 20 Uhr, die „Midnight Music“ bis 24 Uhr sowie eine Nachtschleife. Das potenzielle Publikum haben die Jugendlichen vorab analysiert. Je nach Sendezeit sollen passend zur jeweiligen Zielgruppe unterschiedliche Musikrichtungen aus vier Jahrzehnten gespielt werden – von Guter-Laune-Musik am Vor- und Nachmittag, House am Abend bis zu deutschen Kulthits in der Nacht.

Pro Woche wird zwölf Stunden live aus der Stadt gesendet

Rund zwölf Stunden pro Woche wollen die Geretsrieder live mit eigenen Wortbeiträgen aus der Region berichten. Zuspieler wie Kinonachrichten kommen von einer Agentur. Die Themenschwerpunkte der Eigenproduktionen stehen schon fest: Eine Partysendung für junge Leute soll es am Freitagabend geben. „Die soll Bock auf den Start ins Wochenende machen“, sagt Leipold. Sendungen mit Countrymusik und Classic Rock am Samstag- und Sonntagmorgen sollen das ältere Publikum zum Einschalten bewegen.

Bei wichtigen Ereignissen will der Sender außerdem spontan live aus dem Studio senden – zum Beispiel bei Großnachrichtenlagen oder einem wichtigen Eishockeyspiel der Geretsrieder River Rats. „Wir wollen für jede Altersgruppe etwas im Angebot haben, das ist die Herausforderung“, sagt Leipold. Außerdem sollen hiesige Musiker die Möglichkeit bekommen, ihre Musik bekannter zu machen. Hörer können Musikwünsche abgeben.

Die Jingles klingen so professionell wie bei einer Radiostation. Fabio Pavlas (17), DJ und Produzent, kümmert sich um die technische Umsetzung. Leipold ist der Mann für die Verwaltung, Schrall die Frau fürs Marketing. Ebenfalls zum Team gehören Oliver Sachs (18), Angelo Axer (17), Michael Hohn (27) und Ludwig Matheis (17).

Jetzt hakt es nur noch am professionellen Studio. Die Konstruktion im Keller ist keine Dauerlösung. „Da wird’s nach einer Stunde unbequem“, sagt Schrall. Deshalb suchen die Jugendlichen einen Raum, zu dem sie rund um die Uhr Zutritt haben. „Es muss nichts Großes sein, vielleicht hat eine Firma ein Zimmer frei.“ Die Jugendlichen sagen, sie brauchen nur einen Strom- und einen Internetanschluss.

Um den Sendebetrieb langfristig zu sichern, möchten sie außerdem einen Verein gründen und Equipment für die komplett digitale Produktion anschaffen. Das Ziel: „Die Förderung der Medienkompetenz jüngerer Erwachsener.“ Jeder, der Radio machen möchte, könne sich dem Team anschließen. Aber auch so eine Vereinsgründung kostet Geld – und das fehlt momentan noch.

Infos im Internet

Die Macher von "BATSCH!FM" sind unter www.batschfm.com und facebook.com/stadtsender erreichbar.

dor

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