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Erschütterungen und Steinschlag: Die Baustelle am Karl-Lederer-Platz soll laut Interessensgemeinschaft „erste Opfer“ gefordert haben.

Schwere Vorwürfe 

Baustelle am Karl-Lederer-Platz: Erste Schäden an Häusern

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„Baustelle KLP fordert ihre ersten Opfer“: Unter diesem plakativen Titel erhebt die Interessengemeinschaft Karl-Lederer-Platz schwere Vorwürfe gegen die Stadt sowie die Investoren Krämmel und Projekt KLP UG.

Geretsried – Patrik Kohlert, Sprecher der Interessengemeinschaft Karl-Lederer-Platz (IG), hat erste Schäden ausgemacht. An den Gebäuden neben der Baustelle der Wohn- und Geschäftshäuser „Puls G“ und „Centrum 20“ seien die Gehwegplatten an den Eingangsbereichen zum Teil einige Zentimeter abgesackt. „In den Wohnungen treten erste Risse in den Wänden auf“, schreibt Kohlert in einer Pressemitteilung.

Bauschaden? So soll es angeblich in einer Wohnung am Karl-Lederer-Platz aussehen.

Einen davon hat die Interessengemeinschaft, die auch vor das Verwaltungsgericht ziehen will, dokumentiert: Durch einen Bruch in der Wand droht ein Türrahmen herauszubrechen. Das Foto wurde laut Kohlert in einer der oberen Wohnungen am Karl-Lederer-Platz 22 aufgenommen. „Wir werden uns darum kümmern“, verspricht Korbinian Krämmel, Geschäftsführer der Baufirma. Das Büro Sennewald und Räsch habe den Zustand der umliegenden Häuser als externer Sachverständiger dokumentiert. Etwaige, durch die Baustelle entstandene Schäden würden – wenn erforderlich – sofort oder nach Abschluss des Projekts repariert.

Kohlert kritisiert jedoch, dass der Abbruch begonnen habe, bevor die vereinbarte Beweissicherung durchgeführt wurde. „Eine Baumaßnahme darf unabhängig vom Beweissicherungsverfahren beginnen“, widerspricht Rainer Adamek von der Projekt KLP UG, die die Arbeiten gemeinsam mit Krämmel durchführt. Der Abriss der Häuser am Karl-Lederer-Platz 14, 16 und 18 hat vor Abschluss begonnen, der entscheidende Teil, also der an das Nachbargebäude anschließt, sei aber so lange stehen geblieben.

Anwohnerin auf Balkon verletzt

Zwei Vorwürfe Kohlerts lassen sich aber nicht zurückweisen. „Eine Anwohnerin wurde auf ihrem Balkon aufgrund fehlender Absicherungen durch einen durch die Luft fliegenden Stein verletzt“, berichtet der IG-Sprecher. Die Schutzmaßnahmen der Firma, die Bohrarbeiten durchführt, seien nicht ausreichend gewesen, nach dem Zwischenfall aber verbessert worden, sagt Krämmel. Ein weiterer Vorwurf: „Der Verbau wurde widerrechtlich in Teilen auf dem Grund der Nachbarn erstellt“, schreibt Kohlert. Laut Krämmel wurde das Problem zwischenzeitlich vor Ort ausgeräumt. „Da ist nichts mehr offen“, sagt der Geschäftsführer.

Insgesamt nennt Krämmel die Anschuldigungen „polemisch“. „Es wird alles versucht, Ärger zu machen und die Arbeiten zu verzögern“, stimmt Adamek zu. Und auch Bürgermeister Michael Müller weist die Kritik zurück. „Rund um die Baustelle herrscht phasenweise Chaos“, schreibt Kohlert zum Beispiel. Auch hätten sich weder Bürgermeister noch Stadtrat ein Bild von der Baustelle gemacht. „Ich war vergangene Woche bei den Geschäftsleuten“, sagt Müller. Auch das Baustellenmanagement finde entgegen Kohlerts Meinung statt. „Jeder kümmert sich seiner Zuständigkeit entsprechend.“

Ansprechpartner

bei Schäden durch die Baustelle sind Uwe Schenk und Andreas Kruck bei der Firma Krämmel, Telefon 0 81 71/ 62 99-996.

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