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Volltreffer: Ein Erfolgsmodell ist der Bewegungs-Parcours im Stadtwald. Solche Angebote für den nicht organisierten Sport sollten nach Ansicht von Bürgermeister Michael Müller noch mehr gefördert werden. 

„Die Aufgaben werden uns nicht ausgehen“

Geretsried will Sportstadt bleiben

Den Fokus auf das Thema Sport legt die Stadt Geretsried mithilfe eines Fachinstituts. Das soll den Sportentwicklungsplan fortschreiben.

Geretsried 40 Millionen Euro hat die Stadt in den vergangenen zehn Jahren in den Sport gesteckt. Der Großteil ist in das interkommunale Hallenbad geflossen, gefolgt vom Eisstadion. Doch auch in kleinere Projekte wie ein neues Loipenspurgerät, den Dirtpark, den Bewegungs-Parcours im Stadtwald, die Nordic-Walking-Strecken oder den Kunstrasen für die Fußballfreunde Geretsried wurde investiert. Jetzt schreibt die Stadt ihren Sportentwicklungsplan fort, um auch künftig das Label „Sportstadt“ zu Recht zu tragen.

Im Rathaus hat man sich dafür das Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikeps) ins Boot geholt. Deren Mitarbeiterin Julia Thurn stellte am Montag in einem Pressegespräch gemeinsam mit Bürgermeister Michael Müller das weitere Vorgehen vor. Das wissenschaftlich arbeitende Institut hat bereits eine Bestandsaufnahme vorgenommen: Was wurde realisiert seit 2008, wie haben sich die Sportvereine entwickelt, wie das Freizeitverhalten im Sportbereich, wo gibt es Bedarf? Anfang kommenden Jahres soll es einen Auftaktworkshop mit Vereinen, Kindertagesstätten, Schulen und anderen Anbietern wie Volkshochschule oder Integrations-Sportgruppen geben. Darin werden die Schwerpunkte für die kommenden zehn Jahre festgelegt, die in weiteren Themen-Workshops vertieft werden.

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„Die Zeiten ändern sich. Wir müssen künftig zum Beispiel den nicht organisierten Sport noch mehr fördern. Das sehen wir am erfolgreichen Bewegungs-Parcours“, erklärte Bürgermeister Müller. Auch für ältere Menschen wolle man mehr Sport- und Fitnessangebote schaffen und diese stärker bewerben. Andere Bereiche erforderten ein Umdenken. So habe sich der Sportkindergarten nicht bewährt, weshalb man nach anderen Möglichkeiten suchen müsse. Auch auf dem großen Freizeitsektor Fahrradfahren gebe es Handlungsbedarf. Nachdem beispielsweise eine Unterführung unter der Staatsstraße 2369 auf Höhe des Breslauer Wegs unter anderem wegen Naturschutzbelangen nicht in Frage komme, gelte es, „sich etwas anderes auszudenken“, sagte Müller.

Julia Thurn, die viele andere Städte und Gemeinden betreut – ikeps zählt mehr als 400 Kunden bundesweit –, lobte Geretsried. Thurn hat ein Ampelsystem mit den Farben Grün für „erledigt“, Gelb für „noch ausbaufähig“ und Rot für „nicht mehr sinnvoll“ für die Sportentwicklung in der Stadt erstellt. Die Farbe Grün überwiegt. Geschaffen haben Stadt und Vereine einen Dachverband für den Sport, es wurde ein Hallen-Management erstellt und mehr Bewegungserziehung in den Kindergärten erreicht. Unter „Gelb“ fallen unter anderem die Einrichtung einer EDV-Plattform „Sport“, die Kooperation zwischen den Sportvereinen, und auch die mögliche (Wieder-) Einführung von Hallen-Nutzungsgebühren erscheint unter dieser Kategorie.

Müllers Fazit: „Die Aufgaben werden uns nicht ausgehen. Der Sportentwicklungsplan ist keineswegs ein Konzept, das in der Schublade verschwindet.“ 

Tanja Lühr

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