Keine Veranstaltungen unterm Zirkuszelt: Der Geretsrieder Kulturherbst wird auf Oktober 2021 verschoben.
+
Keine Veranstaltungen unterm Zirkuszelt: Der Geretsrieder Kulturherbst wird auf Oktober 2021 verschoben.

Beliebtes Festival

Wegen Corona: Geretsried verschiebt Kulturherbst auf 2021

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
    schließen

Wegen Corona verschiebt die Stadt den Geretsrieder Kulturherbst um ein Jahr. Karten behalten ihre Gültigkeit.

Geretsried – Der Geretsrieder Kulturherbst findet ein Jahr später als geplant statt. Alle Veranstaltungen werden auf Oktober 2021 verschoben. Das hat der Geretsrieder Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstagabend entschieden. „Als Großveranstaltung können wir den Kulturherbst rechtlich nicht in geplanter Form stattfinden lassen“, erklärte CSU-Bürgermeister Michael Müller. Aufgrund der Corona-Pandemie gelten bekanntlich diverse Einschränkungen.

Rund um das Zirkuszelt auf dem Festplatz an der Jahnstraße war alles organisiert. „Wir waren komplett fertig“, sagte Festivalleiter Günter Wagner. Zwischen dem 1. und 11. Oktober 2020 sollten unter anderem die Spider Murphy Gang, Konstantin Wecker und La Brass Banda auftreten. Er habe alle Künstler angefragt, ob sie auch nächstes Jahr auf den Tag genau nach Geretsried kommen würden. „Es gab keine fanatischen Zusagen, aber sie wollen alle spielen“, so Wagner. Lediglich von Annett Louisan und Bob Geldof stünden die Antworten noch aus.

Man könne zwar ein Hygienekonzept erarbeiten, erläuterte Wagner. Abstandsregeln im Zelt einzuhalten, sei aber nicht möglich. Auch einen Künstlermarkt könnte es nicht geben. Sein Fazit: „Es ist am besten, alles um ein Jahr zu verschieben.“ Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit, können aber auch zurückgegeben werden. Darüber will die Stadt gesondert informieren.

Der Geretsrieder Kulturherbst findet wie das Wolfratshauser Flussfestival alle zwei Jahre statt. Durch die Verschiebung fallen 2021 beide Großveranstaltungen zusammen. Um zu dem alten Rhythmus zurückzufinden, würde die Stadt Geretsried den Kulturherbst 2022 ausfallen und den nächsten erst 2024 stattfinden lassen, erklärte Müller. „Mein Vorschlag wäre, 2022 etwas Kleines zu machen“, ergänzte Wagner.

Lesen Sie auch: Stadterhebung: Geretsried feiert 1970 eine Woche lang

Die Stadträte zeigten sich mit all dem einverstanden. Dr. Elmar Immertreu (Geretsrieder Liste) regte aber an, kurzfristig Alternativen zu bieten. „Viele Kulturschaffende leben von der Hand in den Mund“, sorgte er sich um deren Auskommen. Bürgermeister Müller und das Kulturamt haben diesbezüglich schon vorgesorgt. „Wir wollen das kulturelle Leben nicht komplett platt machen. Geretsried bleibt weiterhin Kunst- und Kulturstadt“, versicherte der Rathauschef. Geplant sei für heuer eine Kulturreihe. Immer donnerstags will die Stadt regionale Künstler in den Ratsstuben auftreten lassen, so Müller. Zusätzlich soll es Wirtshaus-Musik geben. „Wir wollen Künstler buchen und auf die Wirte zugehen. So unterstützen wir auch die Wirte, ohne direkte Wirtschaftshilfe zu leisten.“

Mit Platzkonzerten könne man außerdem das Stadtgebiet beleben. Künstler seien darüber hinaus aufgerufen, öffentliche Plätze und Gebäude mit ihren Malereien zu verschönern. Den Kulturverein Isar-Loisach (KIL), der immer freitags Konzerte aus dem Hinterhalt streamt, wolle die Stadt technisch unterstützen. Kulturreferent Hans Ketelhut betonte abschließend: „Wir wollen bewusst unsere Künstler stärken.“

Infos im Internet: www.kulturherbst-geretsried.de

sw

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Im Zentrum geht's nass rein - an dem Neubau liegt es angeblich nicht
Anwohner am Karl-Lederer-Platz hatten nach dem Starkregen Wasser im Keller. An dem Neubau lag es angeblich nicht. Laut der Firma Krämmel funktionieren die Düker.
Im Zentrum geht's nass rein - an dem Neubau liegt es angeblich nicht
Geretsried: Der Rohbau am BGZ 2 hat begonnen
Was tut sich auf der Großbaustelle an der Egerlandstraße in Geretsried? Die Baugenossenschaft meldet: Die Arbeiten am Rohbau haben begonnen.
Geretsried: Der Rohbau am BGZ 2 hat begonnen
„Wir sind Fremdlinge und heimatlos“: Auszüge aus dem Fluchttagebuch von Elisabeth Hodolitsch
Sie packten ihr Hab und Gut auf ein Pferdefuhrwerk und kehrten ihrer alten Heimat schweren Herzens den Rücken: 73 Personen mussten am 9. Dezember 1944 den Ort Pusztavám …
„Wir sind Fremdlinge und heimatlos“: Auszüge aus dem Fluchttagebuch von Elisabeth Hodolitsch
Wegen Ministeriums-Panne bei neuem Bußgeldkatalog: 700 Raser im Oberland bekommen Führerschein zurück
Eigentlich sollte der neue Bußgeldkatalog die Strafen für Tempo-Sünder deutlich verschärfen. Nun bekommen im Oberland rund 700 Raser ihren Schein zurück.
Wegen Ministeriums-Panne bei neuem Bußgeldkatalog: 700 Raser im Oberland bekommen Führerschein zurück

Kommentare