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Auf ungewohnter Bühne überzeugte das LIGNA-Quartett mit (v. li.) Karin Holzinger, Daniela Wabnitz, Bettina Bachofer und Claudia Weiss. 

Musikschule sammelt für ein neues Klavier

Beethoven, Brunch und Benefiz

Gelting – Das gab es in der fast 26-jährigen Geschichte der Kulturbühne Hinterhalt noch nie: Inhaberin Assunta Tammelleo stellte ihre Räumlichkeiten am Sonntagvormittag erstmals für den Auftritt eines Streichquartetts zur Verfügung. Das Geld aus dem Konzert fließt in ein neues Klavier für die Musikschule.

Bevor die vier Musikerinnen des LIGNA-Quartetts loslegten, hatten die Besucher Gelegenheit, sich an einem üppigen Frühstücksbuffet zu bedienen. Neben bayerischen Schmankerln gab es auch Spezialitäten aus Syrien. „Die hat eine in Wolfratshausen lebende Syrerin für uns zubereitet“, verriet Musikschulleiterin Sabrina Schwenger.

Eine Woche vor dem Konzert war Schwenger angesichts des bis dahin schleppenden Vorverkaufs noch skeptisch, ob alle Tische besetzt werden können. Doch ihre Bedenken erwiesen sich als unbegründet. Denn die Kulturbühne war trotz des sonnigen Skifahrerwetters ausverkauft. Sogar sechsjährige Kinder knabberten an ihren Waffeln und lauschten andächtig dem G-Dur-Streichquartett KV 387 von Wolfgang Amadeus Mozart. „Der Komponist hat es in der Silvesternacht 1782 vollendet“, erklärte Claudia Weiss. Die Cellistin, die auch an der Geretsrieder Musikschule unterrichtet, wollte unbedingt einmal auf der für sie ungewohnten Kleinkunstbühne spielen – ein Experiment, das aufging.

Zusammen mit Karin Holzinger an der ersten Geige, Daniela Wabnitz an der zweiten Geige und Bettina Bachofer an der Bratsche begeisterte Weiss das Publikum mit virtuosen Tempowechseln. Selbst Laien bemerkten sofort, dass das Quartett schon seit vielen Jahren aufeinander eingespielt ist. Das wurde auch bei Ludwig van Beethovens Streichquartetten op. 18 deutlich. Innerhalb kürzester Zeit wechselten hier Dur und Moll. In den leisen Passagen hätte man fast eine Stecknadel fallen hören können. Da tat es gut, dass die Musiker sich und dem Publikum nach einer Stunde eine kurze Pause gönnten.

Mit dem nicht minder anspruchsvollen Streichquartett 8 von Dmtri Schostakowitsch endete der musikalische Teil des Benefiz-Brunches. Mit dem 1960 uraufgeführten Requiem wollte der Russe vor allem an die Gefahren des Nationalsozialismus erinnern. Nach diesen für manch Besucher etwas schwer verdaulichen Klängen riefen Musikschulleiterin Schwenger und Vorsitzender Hannes Kirchhofer dazu auf, sich wieder den leichter im Magen liegenden kulinarischen Genüssen zuzuwenden. „Wir lassen Euch hier erst raus, wenn alles aufgegessen ist“, drohte Schwenger scherzhaft. Wie viel Geld bei dem Konzert zusammengekommen ist, will sie demnächst bekannt geben. Die Finanzierung des neuen Klaviers für die Musikschule scheint aber gesichert zu sein.

Peter Herrmann

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