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Bäume und Sitzbänke: Der Entwurf zeigt, wie der Bereich zwischen Kita und Spielplatz in Zukunft aussehen soll.

Künnekeweg in der Warteschleife

Für Behinderte: Stadt will am Neuen Platz nachbessern

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Geretsried – Der Startschuss für den Umbau des Künnekewegs fiel Mitte Mai. Seit dem symbolischen Spatenstich vor über drei Monaten hat sich dort noch nicht viel getan. Der Grund: „Wir haben das Projekt wegen der Behindertenfreundlichkeit zurückgestellt.“

Zum Spatenstich am 23. Mai, dem Tag der Städtebauförderung, war CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan nach Geretsried gekommen. Gemeinsam mit Bürgermeister Michael Müller (CSU) und dem Bauamt gab er den Startschuss für den Umbau. Wie berichtet soll nach der Sanierung des Neuen Platzes nun auch der Künnekeweg, der Übergang zur Sudetenstraße, aufgewertet werden. Einstimmig hatte der Stadtrat damals beschlossen, die rund 300 000 Euro teure Maßnahme bei der Regierung von Oberbayern für das Förderprogramm Soziale Stadt anzumelden.

Allerdings besteht laut Vize-Bauamtsleiter Andreas Porer beim Neuen Platz in Bezug auf die Behindertenfreundlichkeit „Nachholbedarf“. Gemeinsam mit Vertretern des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbunds hat ein Ortstermin stattgefunden. Dabei habe sich herausgestellt, dass der Platz zwar barrierefrei sei. „Das war ja unser Ziel“, sagt Porer. Sehbehinderte Menschen würden sich aber mit der „taktilen“ Orientierung schwer tun. Das heißt, es gibt zu wenig Ecken und Kanten, woran man sich mit einem Blindenstock orientieren kann. Das sei zum Beispiel auf der Strecke von der Stadtbushaltestelle an der Händelstraße zum Neuen Platz der Fall. „Da müssen wir jetzt nachjustieren“, ergänzt der Vize-Bauamtsleiter. Derzeit seien Planer damit beschäftigt, entsprechende Ideen zu entwickeln.

In Großstädten gibt es Blindenleitsysteme mit Rillen- oder Noppenplatten, die es blinden und sehbehinderten Menschen ermöglichen, sich mit Pendelstöcken in Gebäuden und an Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel zu bewegen. „Aber wir können keine Rillen in die Platten fräsen“, meint Porer. „Damit würden wir die Oberflächenversiegelung zerstören.“ Möglicherweise gebe es auch aufklebbare Markierungen, die diesen Zweck erfüllen. „Wir sind dran und werden eine Lösung finden“, verspricht der Rathausmitarbeiter. „Schön wäre, wenn uns das noch in diesem Jahr gelingt.“

Bis dahin wird auch der Künnekeweg nicht umgebaut. Dort will die Stadt von Anfang auf die Bedürfnisse möglichst vieler Behinderter eingehen.

nej

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