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Ein Faustschlag ins Gesicht brachte einen Wolfratshauser auf die Anklagebank.

Sechs Monate Gefängnis auf Bewährung 

Schlägerei vor der Disco hat gerichtliches Nachspiel

Geretsried - Ein Faustschlag ins Gesicht eines 28-jährigen Geretsrieders brachte einem strafrechtlich bis dahin unbescholtenen Wolfratshauser eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten auf Bewährung ein.

Der Vorfall ereignete sich am 15. November vorigen Jahres gegen 1 Uhr vor einer Geretsrieder Diskothek. Nach Ansicht des Gerichts hatte der Angeklagte (30) „mit Anlauf“ so heftig zugeschlagen, dass der Geschädigte sofort zu Boden gegangen und zehn Minuten bewusstlos liegen geblieben war. Das Opfer, dass rund 2,3 Promille Alkohol im Blut hatte, zog sich eine Gehirnerschütterung sowie Platzwunden an der Lippe und am Hinterkopf zu.

Warum der Beschuldigte (nach eigener Aussage angetrunken) sich zu dieser Tat hatte hinreißen lassen, konnte in der Verhandlung nicht geklärt werden. Allem Anschein nach hatte es schon in dem Lokal eine Schubserei gegeben. „Ich vermute, dass ich ihn zufällig beim Tanzen leicht berührt habe“, mutmaßte der Angeklagte als Auslöser für die kurze Rangelei. Als er das Lokal wenig später verlassen habe, sei ihm eine Gruppe von Leuten gefolgt. Draußen sei der 28-Jährige plötzlich vor ihm gestanden. „Ich hatte Angst. Dann habe ich ihm einen Schlag ins Gesicht gegeben. Er fiel sofort um“, schilderte der Angeklagte den Ablauf.

Ein Türsteher hatte die Szene anders in Erinnerung. „Plötzlich geht die Tür auf, der Geschädigte läuft raus, der Angeklagte mit einem Freund hinterher. Im Laufen holte er aus und schlug zu“, schilderte der Security-Mann. Seiner Aussage glaubten Staatsanwalt und Richter mehr als den sehr voneinander abweichenden Ausführungen von Freunden der beiden Tatbeteiligten.

Schon zu Beginn der Verhandlung hatte sich der Angeklagte bereit erklärt, dem Geschädigten 1500 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Dies wirkte sich ebenso wie das Geständnis mildernd auf die Strafe aus, die das Gericht mit sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung ansetzte. Der Staatsanwalt beantragte zehn Monate, die Verteidigung hielt eine Geldstrafe für ausreichend. „Der Schlag traf den Geschädigten völlig unvorbereitet. Er hatte die Hände in den Taschen. Dann der Aufprall auf den Teer – nicht auszudenken, was hätte passieren können“, erläuterte Richter Helmut Berger, warum er die Tat als gefährliche Körperverletzung einstufte. Als Bewährungsauflage muss der Verurteilte 500 Euro an den Verein zur Förderung der rechtsmedizinischen Forschung zahlen.

Rudi Stallein

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