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„Der Job ist hochinteressant“: Für eine Ausbildung beim Autozulieferer Shvabe warb Azubi Jeremy Lindner.

Bäcker, Bänker oder Autobauer? 

Berufsinfotag an der Geretsrieder Mittelschule gibt Orientierungshilfe

Einmal Betriebsluft schnuppern und herausfinden, welcher Beruf passen könnte: Diese Möglichkeiten hatten die Schüler der Mittelschule Geretsried beim Berufsinformationstag. 

Geretsried – Von A wie Altenpfleger bis Z wie Zahnarzthelferin: Eine Vielzahl an unterschiedlichen Berufen konnten die Mittelschüler am Donnerstag kennenlernen. Im Rahmen des Berufsinformationstags durften sie am Vormittag in einen teilnehmenden Betrieb ihrer Wahl „hineinschnuppern“ und am Abend mit Ausbildern reden sowie Kurzvorträge über verschiedene Berufe hören.

Zahnmedizinische Fachangestellte sei ein idealer Beruf für Frauen, die später gerne Teilzeit arbeiten wollen, warb Dentalhygienikerin Katharina Schöfmann von der Königsdorfer Zahnarztpraxis Ulli Labermeier. Man könne sich weiterbilden in den Bereichen Zahntechnik, Prophylaxe, Verwaltung und vielem mehr. „Man arbeitet praktisch und hat mit Menschen zu tun“, beschrieb Schöfmann die Vorteile.

Ein Praktikum zeigt, ob einem das Handwerk liegt

Beides trifft auch für die Berufe Bäcker und Bäckereifachverkäufer zu. Ludwig Schmid, Geschäftsführer des Schmid-Bäck’, stellte sie vor. Er verheimlichte nicht die Schattenseiten wie das frühe Aufstehen und das eher geringe Anfangsgehalt von 600 Euro im ersten Lehrjahr. Mit großer Leidenschaft sprach er über die Vorteile: die freien Nachmittage, das respektable Gehalt nach der Ausbildung von rund 45 000 Euro im Jahr, den Umgang mit Menschen, vor allem als Verkäufer hinter der Theke, das gute Gefühl, als Bäcker mit den eigenen Händen etwas zu schaffen, das anderen tagtäglich Freude bereite. Am besten, man probiert bei einem Praktikum aus, ob einem das Handwerk liegen könnte, riet Schmid.

Dazu lud auch Thomas Weileder ein, Ausbildungsleiter beim Autozulieferer Shvabe München am Standort Geretsried. Sechs Industriemechaniker werde die Firma ab September ausbilden. Der Qualifizierende Hauptschulabschluss sei Voraussetzung. Azubi Jeremy Lindner hatte ein Kurbelwellengehäuse, wie es die Lehrlinge nach dem zweiten Lehrjahr herstellen, als Anschauungsobjekt mitgebracht. „Der Job ist hochinteressant und es herrscht ein tolles Betriebsklima“, sagte der 20-Jährige.

Auch wichtig: zu erkennen, was sicher nicht taugt

Ein Vertreter der Bundeswehr zeigte einen Imagefilm und beantwortete Fragen, das Seniorendomizil Haus Elisabeth informierte über das Berufsbild des Altenpflegers. Bänker, Elektroniker, Gerüstbauer und Hautärzte waren unter den Referenten und den Ausbildungsbetrieben, die den Schülern am Vormittag einen Einblick in ihre Tätigkeiten gewährten. „Es ist schön, dass sich jedes Jahr so viele Firmen sowie weiterführende Schulen und die Agentur für Arbeit die Zeit nehmen, bei der Aktion mitzumachen“, sagte Rektorin Magdalena Singer.

Schülersprecher Kevin Maas erklärte am Ende des Abends gegenüber unserer Zeitung, er habe jetzt ein ganz anderes Bild, zum Beispiel vom Beruf des Bäckers. Der 14-jährige Wolf Dallmannn meinte, er habe während des Mini-Praktikums bei der Firma Lucius & Baer am Vormittag für sich herausgefunden, dass er mit Medizin- und Industrietechnik eher nichts anfangen könne. Auch das ist ein Erfolg des Berufsinformationstags: zu erkennen, was einem sicher nicht taugt.

Tanja Lühr

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