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Besucher-Rekord in der Geretsrieder Stadtbücherei

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Neue Rückzugsmöglichkeit: Kinder fühlen sich wohl in der Kinder- und Jugendabteilung, die im November umgestaltet wurde.
Neue Rückzugsmöglichkeit: Kinder fühlen sich wohl in der Kinder- und Jugendabteilung, die im November umgestaltet wurde. © Hans Lippert

49.767 Besucher kamen im vergangenen Jahr in die Geretsrieder Stadtbücherei. So viel wie nie zuvor - und das obwohl die Bücherei wegen Umbauarbeiten für einen Monat geschlossen war.

Geretsried – Freundliche Farben, außergewöhnliche Sitzgelegenheiten und übersichtliche Regale: Anfang Dezember wurde der umgestaltete Kinder- und Jugendbereich in der Stadtbücherei eröffnet. „Der Bereich ist wirklich sehr ansprechend geworden und wird gut angenommen“, sagt Björn Rodenwaldt. Aber nicht nur aus diesem Grund zieht der Leiter der Stadtbücherei eine positive Jahresbilanz.

Die Einrichtung an der Adalbert-Stifter-Straße hat 2018 einen Rekord verzeichnet: 49.767 Besucher kamen. Das sind mehr als je zuvor – obwohl die Bücherei für den Umbau einen Monat geschlossen hatte. Die Renovierung macht sich allerdings bei der Zahl der Ausleihen bemerkbar. Mit 151.228 waren es rund 11 500 weniger als im Vorjahr. Spitzenreiter unter den Bücherei-Mitgliedern war eine Familie aus Wolfratshausen, die 1320 Medien ausgeliehen hat.

Besonders beliebt war das Hörbuch „Nixensommer“ von den drei !!!. Es wurde 27 Mal ausgeliehen. „Das ist allerdings nicht verwunderlich, da Hörbücher generell eine Ausleihfrist von 14 Tagen haben und daher öfter entliehen werden können als Bücher, die eine vierwöchige Ausleihfrist haben“, erklärt Rodenwaldt.

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Von den Ausleihzahlen her fragten die Besucher die Controller für die Nintendo-Switch-Konsole am stärksten an. Über 1500 Mal ging die Konsole über den Tresen, um damit vor Ort im Gaming-Raum zu spielen – also insgesamt 2100 Stunden lang. Das 2017 geschaffene Angebot für digitale Spiele hat sich in der Bücherei längst etabliert. Der Gaming-Raum „ist bis auf die Ferienzeiten gut besucht“, sagt der Büchereileiter.

In dem Gaming-Raum gibt es auch eine 3D-Brille, mit der der Nutzer in andere Welten eintauchen kann. Sechs Schulklassen kamen im vergangenen Jahr in die Bücherei, um sie für Unterrichtszwecke zu nutzen. Hauptsächlich waren das Schüler des Gymnasiums, die im Rahmen des Geschichtsunterrichts das antike Rom und das Kolosseum damit angesehen haben. Aber auch bei den Mitgliedern der Bücherei ist die 3D-Brille beliebt: Der jüngste Nutzer kam mit seinem Vater und war sieben Jahre alt, der älteste war 82.

Mit dem Gaming-Raum hat die Stadt Geretsried eine Vorreiterrolle eingenommen. Vertreter acht anderer Bibliotheken besuchten ihn, weil sie ebenfalls solch einen Raum gestalten oder Teile des Konzepts übernehmen wollen. Viele weitere erkundigten sich per Mail nach dem Gaming-Raum, auch als Reaktion auf die drei Vorträge, die Rodenwaldt überregional gehalten hat. Übrigens: Die Konsolenspiele für die Playstation 4, die Xbox One und die Nintendo-Switch wurden knapp 3000 Mal nach Hause entliehen.

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„Das Jahr 2018 war aus Sicht des Büchereileiters ein hervorragendes Jahr“, resümiert Rodenwaldt. Neben der Modernisierung des Kinder- und Jugendbereichs wurden auch der Sachbuchbereich und verschiedene Einzelbereiche durch neue Möblierung optisch aufgewertet. Zudem freut sich der Büchereileiter über seine neue Stellvertreterin Anja Hagen und die erste Auszubildende Laura Diebl – beide traten vergangenes Jahr ihren Dienst an – sowie die Umstellung des Bibliothekssystems auf ein externes cloudbasiertes System. All dies werde er auch in seinem Jahresbericht vor dem Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport im Frühjahr darlegen.

Apropos Stadtrat: Er entscheidet am Dienstag über den Haushaltsplan. Wenn er die eingestellten Mittel für die Bücherei bewilligt, möchte diese auf ein Selbstausleihsystem umstellen. Dazu würde jedes Medium einen kleinen Chip bekommen, den die Besucher nach ihrem Büchereiausweis selbst unter ein Gerät halten, um das Medium mit nach Hause zu nehmen. Dadurch würden keine Wartezeiten für die Mitglieder entstehen und die Mitarbeiter hätten mehr Zeit für andere Aufgaben. Darüber hinaus sollen laut Rodenwaldt heuer ein paar „kosmetische Anpassungen“ passieren. Zudem stünden heuer auch Lehrer im Fokus, es werde einiges im Bereich der Grundschulbüchereien passieren. Auch in diesem Jahr wird es wieder ein abwechslungsreiches Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geben.

2018 gab es „elf sehr gut besuchte Spieleabende“, so Rodenwaldt. Von den Monokel-Veranstaltungen, die es seit 1993 für Senioren gibt, veranstaltete die Bücherei in Kooperation mit der VHS neun. Sieben Termine gab es vom deutsch-französischen Literaturkreis und samt Eröffnung fünf Veranstaltungen im Rahmen des Kulturherbstes. Mit Führungen, Besuchen von Kindergärten und Schulklassen sowie Lesungen kam die Bücherei auf 64 weitere Angebote.

sw

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