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Ende 2008 wurde die Spielzeugfabrik Lorenz geschlossen. Seitdem liegt das Gelände zwischen Elbe- und Banater Straße brach.

550 neue Wohnungen auf dem ehemaligen Lorenz-Areal

Aufgelockert statt "kasernenartig"

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Geretsried - Die neuen Wohnungen auf dem ehemaligen Lorenz-Areal sollen nicht nur bezahlbar sein. Es soll auch ein Viertel von städtebaulicher Qualität entstehen. So fasst Bürgermeister Michael Müller das Ergebnis eines mehrstündigen Workshops am Dienstag zusammen.

Es ist das größte Wohnungsbauprojekt seit dem Johannisplatz: Rund 550 Wohnungen sollen auf der 4,2 Hektar großen Industriebrache zwischen Elbe- und Banater Straße entstehen: jeweils 30 Prozent geförderte und frei finanzierte Mietwohnungen sowie 40 Prozent Eigentumswohnungen. Verwirklichen will das Projekt die Krämmel-Unternehmensgruppe, die auch Eigentümer des Grundstücks ist, in Kooperation mit der Baugenossenschaft Geretsried.

Ein erster Entwurf des Architekten Klaus Kehrbaum liegt vor und wurde zuletzt als zu „kasernenartig“ kritisiert (wir berichteten). Nach den Worten von CSU-Bürgermeister Michael Müller handelt es sich jedoch nur um eine „Funktionsplanung“. Sie zeigt auf, dass ein Wohngebiet in unmittelbarer Nähe der Gewerbebetriebe schallschutztechnisch möglich ist. Inzwischen hat das Büro Kehrbaum sieben Planvarianten ausgearbeitet. Zwei davon kamen in die engere Wahl und wurden am Dienstag mit den Investoren, Vertretern der Stadtverwaltung sowie den Fraktionssprechern im Stadtrat diskutiert.

Qualitätvolle Variante hat Vorrang  

Der Workshop fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt der Rathauschef die Unterschiede der Pläne. Demnach sind in der Variante eins „sehr kompakte Hausgebilde mit Standard-Grundrissen“ vorgesehen – eine „sehr wirtschaftliche Lösung“, so Müller. Die zweite Variante sieht dagegen „kleinere individuelle Häusergruppen“ vor – die wohl städtebaulich gefälligere Lösung. „Diese Variante war uns deutlich lieber als die erste“, berichtet der Bürgermeister. Sie soll nun weiterverfolgt und auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft werden.

Kein großflächiger Einzelhandel

Ausführlich diskutiert wurde in dem Workshop auch die Frage, ob man in dem neuen Quartier Geschäfte ansiedeln soll. Laut Müller entschieden sich die Teilnehmer gegen großflächigen Einzelhandel. „Das Kaufland ist nicht weit, und auch ins Stadtzentrum sind es nur etwa 800 Meter.“ Kleinere Läden wie ein Kiosk oder eine Bäckerei könne man sich dagegen durchaus vorstellen, ebenso verschiedene Dienstleister. Der Bau einer Kindertagesstätte ist in dem Wohngebiet bereits fest eingeplant.

Noch zu klären ist die Tiefgaragen-Situation und hier vor allem die Zufahrten. „Es soll kein Durchfahrtsquartier, sondern ein verkehrsberuhigtes Quartier werden“, erklärt Müller. „Wir wollen umfassende Barrierefreiheit, helle und schöne Wohnungen.“ Auch neue energetische Konzepte sollen in dem Viertel umgesetzt werden. „Wir wollen nicht nur bezahlbaren Wohnraum, sondern auch städtebauliche Qualität schaffen“, sagt der Bürgermeister zusammenfassend. Und: „Ich bin sehr froh, dass die Investoren bereit sind, dies mitzutragen.“

Sabine Schörner

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