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Futterquelle: Auf Höhe der Ziegelei in Gelting hat ein Biber diese drei Bäume gefällt. Vor allem Weiden und Pappeln haben es dem Nager im Winter angetan.

Im Winter steigt der Biber auf Holz um

Am Geltinger Loisachufer: Biber fällt drei Bäume

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Gelting - Im Winter steigt der Biber auf Holz um. Das kann man zur Zeit am Geltinger Loisachufer sehen. Dort hat eine Nagerfamilie Quartier bezogen.

An den Flüssen Isar und Loisach haben einige Biberfamilien ihr Quartier aufgeschlagen. Besonders die Loisach ist laut Stephan Kött vom Bund Naturschutz (BN) „voll von Revieren“. Auch auf Höhe der Ziegelei muss eine Familie leben. Dort sind die scheuen Nager sehr aktiv – das beweist das Foto, das uns ein Leser zugeschickt hat.

Der Biber hat drei Bäume gefällt

Darauf zu sehen sind das Loisachufer und die Hinterlassenschaften der Biber: drei gefällte Bäume, die übriggebliebenen Stümpfe und Holzspäne. Die Tiere haben ganze Arbeit geleistet. Nur die Biber selbst hat der Leser nach eigenen Angaben nicht zu Gesicht bekommen. Sie sind nachtaktiv und sehr scheu.

„Die Tiere kommen erst zur Dämmerung aus ihren Bauten und arbeiten dann die Nacht durch“, bestätigt Biberexperte Kött. Dabei sehe er so gut wie nichts und dann auch nur in schwarz-weiß. „Der Biber muss bis an sein Ziel auf 30 Zentimeter herangehen.“ Dafür könne er allerdings gut riechen – auch Bäume. Das Holz diene dem gut einen Meter langen Tier als Nahrung, wenn keine anderen Pflanzen mehr erreichbar sind. Am liebsten seien ihm Weiden und Pappeln, erklärt der Biber-Experte, weil ihr Holz weich ist. Pro Tag braucht der Vegetarier etwa zwei Kilo Futter. „Aber er knabbert nicht konstant an einem Baum, sondern wechselt durch.“ Etwa zwei Wochen dauert es laut Kött, bis der Biber einen Baum gefällt hat. Sein Gebiss mit den scharfen Schneidezähnen ist sehr stark: Einen daumendicken Ast kann er mit zwei Bissen entzweien.

Biberkämpfe gehen blutig aus

Befürchtungen, dass die Biberpopulation überhand nehmen könnte, kann der Benediktbeurer nicht nachvollziehen. „Der Biber verteidigt sein Revier, und Kämpfe gehen meist blutig aus.“ Viele würden an einer Infektion, die sie sich bei einem Kampf eingefangen haben, sterben. Für die Flora und Fauna leiste das Tier einen großen Beitrag. „Wo der Biber ist, bildet sich eine große Artenvielfalt“, sagt der 52-Jährige. Und: Durch seine Dämme trage er aktiv zum Hochwasserschutz bei.

Seinen Bau hat der Biber übrigens am liebsten an geschützten Nebenarmen von Flüssen. „Das Revier bleibt ein Leben lang fest definiert“, erklärt Kött. Meist hat das Gebiet einen Durchmesser von 20 Metern. An Orten, an denen die Nahrung rar ist, kann es sich schon mal über einen ganzen Kilometer erstrecken.

Die nächste Biberführung

Stephan Kött bietet am morgigen Sonntag 31. Januar, wieder eine Biber-Führung an. Treffpunkt ist um 11 Uhr die Parkbucht an der Bundesstraße 472 bei Bichl. Anmeldungen nimmt Kött unter Telefon 01 73/9 64 62 08 entgegen. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt, bei schlechtem Wetter entfällt die zweieinhalbstündige Führung.

nej

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