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Zum Einstand ein Bienenvolk: Vereinsvorsitzender Frank Meinert (li.) mit Neu-Imker Thomas Grimm. 

Zum Einstand ein Bienenvolk

Bienenzucht liegt im Trend: Imkerverein begrüßt 200. Mitglied

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Bienen sind faszinierende Lebewesen, findet Thomas Grimm. Seit zwei Jahren schon trägt sich der 47-jährige Geretsrieder mit dem Gedanken, in die Imkerei einzusteigen. Nun ist er Mitglied geworden - aus einem bestimmten Grund.

Geretsried – Bienen sind faszinierende Lebewesen, findet Thomas Grimm. Seit zwei Jahren schon trägt sich der 47-jährige Geretsrieder mit dem Gedanken, in die Imkerei einzusteigen. Im Nachhinein war es gut, dass er es erst jetzt geschafft hat, dem örtlichen Imkerverein beizutreten: So kam er in den Genuss, sich als 200. Mitglied feiern zu lassen. Als Willkommensgeschenk übergab ihm Vorstand Frank Meinert ein Bienenvolk. Die etwa 40 000 Bienen mit ihrer im Juni geschlüpften Königin sind schon gegen die Varroa-Milbe behandelt und für den Winter eingefüttert, berichtet Meinert.

Erfahrene Imker sind „Paten“

Für Neueinsteiger Grimm ist es bereits das dritte Volk. Nachdem er im April den Anfängerkurs für angehende Bienenzüchter am Lehrbienenstand in Buchberg besucht hatte, kaufte er sich im Sommer gleich zwei Jungvölker. Einen geeigneten Platz dafür fand er in Peretshofen. „Leider hat bei einem Volk die Königin keine Eier mehr gelegt, deshalb musste ich beide Völker zusammenlegen“, berichtet er.

Zwei erfahrene Imker aus dem Verein standen ihm dabei als „Paten“ mit Rat und Tat zur Seite – „eine wertvolle Unterstützung“, findet der Vermögensberater und studierte Geograph. Statt sich theoretisches Wissen anzulesen, geht er lieber intuitiv an das neue Projekt heran und fragt bei Bedarf seine Kollegen um Rat. Nächstes Jahr, so plant er, soll sein Bienenstand noch einmal um zwei bis drei Völker anwachsen.

Zahl der Bienenzüchter steigt

Damit liegt Grimm dann knapp unter dem Durchschnitt. „93 Prozent der Imker in Deutschland besitzen zwischen einem und 25 Völker, im Mittel sind es 7,3“, erklärt Vereinsvorstand Meinert. Die Zahl der Bienenzüchter ist enorm gestiegen, in den vergangenen zehn Jahren nach Angaben des Deutsche Imkerbunds um mehr als ein Drittel auf aktuell rund 120 000. Fast alle betreiben die Imkerei als Hobby; nur ein Prozent nutzt sie gewerbsmäßig.

Dass die Bienenzucht im Trend liegt, bekommt auch der 1953 gegründete Imkerverein Geretsried zu spüren. Die Mitgliederzahlen steigen stetig, die überregional besuchten Fortbildungen platzen aus allen Nähten, sagt Meinert: „Wir müssen unseren Lehrbienenstand dringend erweitern, der Raum ist viel zu klein.“ Weil die Eigenmittel des Vereins für den Anbau nicht reichen, will er spätestens nächstes Jahr auf Spendenakquise gehen. Vermögensberater Grimm hat dafür bereits Ideen: „Vielleicht versuchen wir es mit Crowd-Funding.“ Auch in der heimischen Wirtschaft hoffen die Bienenzüchter auf finanzkräftige Sponsoren, die die Imkerei unterstützen wollen.

Naturschutz steht im Vordergrund

Wie Grimm geht es vielen Bienenzüchtern gar nicht in erster Linie darum, Honig zu produzieren. „Viel wichtiger ist der ökologische Aspekt“, sagt der Geretsrieder. Im Vordergrund steht für ihn der Naturschutz und der Erhalt der Pflanzenvielfalt, die die Bienen zum Leben brauchen: „Der Mensch ist auf die Bienen angewiesen, aber die Bienen auch auf den Menschen.“ Sein Plan: Einen Teil des selbst produzierten Honigs verschenkt er als „Mandanten-Honig“ an seine Kunden und an Freunde. So hofft er, noch mehr Menschen für die Bedürfnisse der Bienen zu sensibilisieren.

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