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Wollten zum Wohle der Bürger Spenden sammeln: (hinten v. li.) Ulrich Lug (Lug GmbH & Co. KG), Stefan Friedl (Elektro Friedl/ProCit Geretsried), Thomas Breuer (BF Maschinen), Fritz Kleiner (Zeit und Arbeit GmbH), (vorne v. li.) Gerhard Knill (Betonwerke Kühne), Michael Josifescu (Wirtschaftsprüfer und Steuerberater), Jochen Pelz (Pelz-Stiftung), Gregor Schmid (Quality First Software GmbH) und Robert Lug (Top Datenservice GmbH). 

Geretsrieder Unternehmen und die Gewerbesteuer

Bisher „niente“ erreicht

Geretsried – Seit zwei Jahren gibt es den Verein „Wirtschaft für Geretsried“. Jetzt haben die Verantwortlichen Bilanz gezogen.

Vor ziemlich genau zwei Jahren wurde unter der Federführung von Robert Lug (Freie Wähler) der Verein „Wirtschaft für Geretsried“ aus der Taufe gehoben. Die Vereinsgründung fiel in eine Zeit, in der sich die SPD-Fraktion im Stadtrat wiederholt dafür eingesetzt hatte, die Gewerbesteuer zu erhöhen. Mit ihrer Forderung scheiterten die Genossen allerdings – zur Freude der Unternehmer. Welche seiner Ziele hat der Verein „Wirtschaft für Geretsried“ seither erreicht? Eine Bilanz.

Bei der Vorstellung des Vereins im Januar 2013 hatte Vorsitzender Lug erklärt, dass der Verein aus der Idee der Freien Wähler entstanden ist, eine Bürgerstiftung zu gründen. Weil für eine Stiftung ein erhebliches Startkapital notwendig gewesen wäre, und weil die Zinserträge anfangs zu gering gewesen wären, um damit Projekte zu finanzieren, hatten sich die zehn Gründungsmitglieder aus den Reihen der Industriegemeinschaft Geretsried (IGG) für einen Verein entschieden. Der alleinige Zweck des Zusammenschlusses: Spenden sammeln und zum Wohl aller Geretsrieder ausgeben. Auf die Frage, wie viele Spenden in den vergangenen zwei Jahren zusammengetragen wurden, antwortet Vorsitzender Lug: „Bisher niente.“ Der Fraktionssprecher der Freien Wähler im Stadtrat bedauert das nach eigenen Worten. „Ich packe mich da an die eigene Nase“, räumt er ein, „Aber es war auch kein Druck da.“

Als mögliche Unterstützungsfelder sind in der Vereinssatzung die Jugend- und Altenhilfe, die Kunst und die Kultur, der Denkmalschutz, die Bildung, der Natur- und Tierschutz, die Kriminalprävention, die Heimat- und Brauchtumspflege aufgelistet. Als Beispiel für eine Förderung nannte Lug damals den Kulturherbst. So wäre der Verein dazu bereit gewesen, das Defizit des Festivals zu übernehmen. Doch die Frage nach einem Zuschuss tauchte laut Lug nie auf, „weil es der Stadt gut ging“. Seit 2013 seien die Steuereinnahmen jedes Jahr eine Million Euro höher gewesen als prognostiziert. Lug: „Die Stadt kann ihre Ausgaben bestreiten.“

Genau wie vor zwei Jahren wird in Geretsried nun wieder darüber diskutiert, die Gewerbesteuer zu erhöhen – von derzeit 320 Prozentpunkten auf 380 (wir berichteten). Dieser Vorstoß von Bürgermeister Michael Müller (CSU) und der Verwaltung habe innerhalb der Unternehmerschaft „ziemlich hohe Wellen“ geschlagen, sagt Lug. Die anvisierte Erhöhung der Gewerbesteuer würde für manche Betriebe „richtig fette Beträge“ darstellen. Aus diesem Grund erfreue sich der Verein derzeit einer „gewissen Reaktivierung“.

Bei der Vereinsgründung hatte Lug auch die Finanzierung einer Kinderrutsche für das neue Hallenbad versprochen. „Da bin ich immer noch dabei“, bekräftigt er. „Auch eine finanzielle Unterstützung des Eisstadions halte ich für möglich.“

Doris Schmid

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