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Gemütlich ist der Grüne Markt im Rathausinnenhof. Die Laufkundschaft ist aber weniger geworden. 

Händler fehlen Kunden

Bleibt der Grüne Markt im Rathaus-Innenhof ?

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Ein schöner Standort und attraktive Stände sind nicht alles, was einen guten Markt ausmacht. Kunden gehören auch dazu. Doch die fehlen, seit der Grüne Markt im Innenhof des Rathauses stattfindet.

Geretsried – Wer dienstags ins Geretsrieder Zentrum fährt, muss meist ein paar Runden drehen, bis er einen Parkplatz findet. Das könnte ein Grund sein, warum es weniger Marktbesucher in den Rathausinnenhof verschlägt, um Gemüse, Käse oder Fleisch zu kaufen. „Jeder Zweite beschwert sich, dass er keinen Parkplatz findet“, berichtet Monika Zimmermann, die im Schmid-Bäck’-Wagen Backwaren anbietet.

Im Sommer sind die Fieranten vom Karl-Lederer-Platz an die Graslitzer Straße gezogen, da auf dem alten Marktplatz an der „Neuen Mitte“ gebaut wird. Seitdem käme nur noch die Hälfte der Kunden, sagt Tafil Krasniqi vom Obst- und Gemüsestand. „Und das ist noch optimistisch“, ergänzt Frank Schiffner, der den Tiroler Bauernstand betreibt. Christine Kreidl von Käse Moser spricht konkret von 40 Prozent Umsatzeinbußen, seit der Grüne Markt umgezogen ist. „Tendenz nach unten.“

Fieranten finden Platz eigentlich schön

An sich sei der Platz schön, sagt Kreidl. An diesem Dienstag vor Weihnachten gehen die Menschen mit ihren Einkaufskörben zielstrebig von einem Stand zum nächsten. Die Stände stehen nicht weit auseinander. An einigen Wagen müssen die Kunden ein paar Minuten anstehen, es wird gekostet und geplaudert. „Kuschlig“ ist es im Rathausinnenhof, findet Schiffner.

Doch das ist nicht alles. „Ein Markt funktioniert gut, wenn es Laufkundschaft gibt und Parkmöglichkeiten“, erklärt der Händler. Beides sei am Karl-Lederer-Platz besser gewesen. Zwei Händler, der Pilz- und der Pasta-Stand, haben aufgegeben, weil der Umsatz nicht ausreichte, berichtet Schiffner. Sie kommen nun nicht mehr nach Geretsried.

„Es kann nicht noch drei Jahre so weitergehen.“

Mit Sorge blicken die Fieranten auf das kommende Jahr. Wie berichtet wird der Karl-Lederer-Platz für den fahrenden Verkehr gesperrt, einige Zufahrtsstraßen werden zu Sackgassen. „Eine Lösung muss her, sonst wird es das totale Chaos“, fürchtet Werner Kratschmer vom Reeh-Stand. Auch Schiffner sagt: „Es kann nicht noch drei Jahre so weitergehen.“

Im Gespräch ist deswegen ein weiterer Umzug. Die Egerlandstraße käme als neuer Standort für den Grünen Markt in Frage. Das werde derzeit diskutiert – „mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen“, erklärt Thomas Loibl, Pressereferent der Stadt. „Unser Ziel ist und bleibt, den Grünen Markt für die Bürger und natürlich auch für unsere Händler so optimal wie möglich zu gestalten.“

Markt soll im Zentrum bleiben

Dennoch habe sich an der Ausgangssituation nichts geändert, so Loibl. „Der Grüne Markt soll auch während der Bauphase im Geretsrieder Zentrum bleiben.“ Die Entscheidung für den Standort im Rathausinnenhof sei im Mai bewusst getroffen worden. „Ein Umzug an die Egerlandstraße ist natürlich trotzdem möglich: Wir tauschen uns hier sehr eng mit unseren Fieranten aus und nehmen alle Erfahrungen und Anregungen auf“, sagt Loibl.

Tafil Krasniqi will bis nach seiner Winterpause im Februar abwarten. Werner Kratschmer fürchtet, dass an der Egerlandstraße etwas zu viel Verkehr für einen Markt sein könnte. Vor dem C&A könnte er ihn sich aber vorstellen. Eine Verlegung fände Christine Kreidl in jedem Fall positiv. „Es kann nicht schlechter werden“, sagt sie.

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