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Nachwuchs-Gärtner in Aktion: Lena Gneist bastelte beim Blumenfest im Ein-Stein mit den Kindern Samenbomben. 

Blumenfest am Ein-Stein

Samenbomben aus dem Backofen

Pflanzen für die Nachbarschaft: Beim ersten Blumenfest im Jugendtreff Ein-Stein beteiligen sich  an der Pflanzen-Tauschbörse.Für eine schöne Nachbarschaft wurde auch gebacken.

Geretsried – In Großstädten liegt das „Guerilla Gardening“ im Trend: Dabei begrünen tausende Hobby-Gärtner heimlich ihre Umgebung. Ihre Waffe ist die Samenbombe. Lena Gneist aus Geretsried brachte diese Idee aus dem „Urban Gardening“, dem öffentlichen Gärtnern, mit zum Blumenfest im Ein-Stein. Dessen Mitarbeiter und die Mitarbeiter des Quartiersmanagements Stein hatten zu der Veranstaltung am Samstag eingeladen.

Mit sichtlichem Vergnügen matschte eine Handvoll Kinder mit Dreck. Die Mädchen und Buben im Alter zwischen zwei und 13 Jahren vermischten Erde, Lehm und Heilerde in einer Schüssel, fügten Wiesenblumensamen und Wasser hinzu. Aus der Masse formten sie Kugeln. Diese wurden im Backofen 20 Minuten lang bei 50 Grad erwärmt, damit die Samen ein wenig vorkeimen. Anschließend durften die Kinder die Erdbällchen auf den Grünflächen rund um den Jugendtreff verteilen. Bald sollen Margeriten, Gänseblümchen, Vergissmeinnicht und Löwenmäulchen an den Stellen sprießen. Verwendet wurden einheimische Samen, damit Insekten später geeignete Nahrung finden.

Pflanzen gegen Wehwehchen

Die Blumenfest-Besucher konnten an mehreren Aktionen teilnehmen. Auf einem großen Tisch standen Töpfe mit verschiedenen Zimmer- und Gartenpflanzen, Kräutern und Blumen. Es handelte sich um eine Pflanzen-Tauschbörse. Die Bewohner Steins hatten Ableger mitgebracht, jeder durfte sich bedienen. Die Kräuterpädagogin Angelika Spöri bereitete mit den Kindern eine grüne Suppe aus Löwenzahn, Spitzwegerich, Ehrenpreis und vielen anderen Gräsern aus ihrem Garten zu. Während des Schnipselns erfuhren die kleinen Köche, dass Spitzwegerich bei Erkältung hilft und den Juckreiz nach einem Mückenstich lindert. Nach dem gemeinsamen Essen zeigte Spöri Interessierten auf einem Spaziergang, was auf den Wiesen Steins an Essbarem wächst. Außerdem bastelten die Besucher Blumenpressen aus Schichtholzplatten.

Das Blumenfest war Teil eines Programms zur Verschönerung Steins. Die Stadt will den Ortsteil wie berichtet nach dem Johannisplatz und dem Neuen Platz mit Hilfe des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ aufwerten. Der Wunsch ist ein Bürgerhaus. Schon bevor es gebaut ist, will man das Miteinander unter den Bewohnern stärken. Laut Quartiersmanagerin Dagmara Sosnowska sollen weitere Veranstaltungen folgen. „Wir planen zusammen mit der Initiativgruppe für heuer viele kleinere Aktionen“, sagt sie. Ziel sei es, alle Bevölkerungs- und Altersgruppen anzusprechen und ganz ungezwungen zusammenzubringen.

Mit dem Blumenfest sei das recht gut gelungen, findet Lilly Bühler, die Leiterin des Jugendtreffs Ein-Stein: „Wir wollen das nächstes Jahr wiederholen. Vielleicht ist dann das Wetter schöner und wir können nach draußen gehen.“Tanja Lühr

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