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Der Bohrturm in Gelting wird demnächst abmontiert.

Geothermie in Gelting

Bohranlage wird abgebaut

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Geretsried - Die Bohrung nach heißem Wasser im Erdreich von Gelting war ein Millionenprojekt  - und ist gescheitert. In den kommenden Wochen soll die Anlage auf Gut Breitenbach abgebaut werden. 

GeltingDie jüngste Geothermiebohrung sowie die Pumpversuche erwiesen sich summa summarum als Fehlschlag: Unter dem Hofgut Breitenbach in Gelting gibt es nicht ausreichend heißes Wasser. Aus diesem Grund „ist es nicht zu verantworten, zum gegenwärtigen Zeitpunkt am Standort Tierheim eine zweite Bohrung niederzubringen“, stellt Dr. Robert Straubinger, Geschäftsführer Enex Power Germany GmbH, in einer Pressemitteilung fest. „Das Risiko ist einfach zu groß.“ Stattdessen wird die Bohranlage laut Straubinger in den kommenden Wochen „abgebaut und zum nächsten Einsatzort gebracht“.

Jetzt steht die wissenschaftliche Auswertung an 

Auf den Grund gehen will das Unternehmen dem „sehr enttäuschenden Ergebnis“ auf jeden Fall. Die sogenannte Ablenkbohrung war Teil eines wissenschaftlichen Verbundprojektes des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. „Das Förderprojekt ist noch nicht abgeschlossen“, betont Straubinger. Die in Gelting erzielten Pumpergebnisse „werden von den Forschungseinrichtungen der Technischen Universität München und des Leibnitz-Instituts für Angewandte Geophysik in Hannover sowie den beteiligten geologischen Fachbüros weiter analysiert“. Die Antwort auf die entscheidende Frage, warum in Gelting nicht ausreichend heißes Wasser sprudelt, sei insbesondere mit Blick auf die „räumliche Abgrenzung der aufgetretenen Phänomene von besonderer Wichtigkeit“. Das heißt: „Handelt es sich um ein rein lokales Phänomen – oder aber um ein regionales in der weiteren Umgebung von Geretsried?“ Letzteres könnte Auswirkungen für weitere geplante Geothermieprojekte in der Region haben.

„Die wissenschaftlichen Auswertungen werden sich weit in das kommende Jahr hineinziehen“, kündigt Enex-Geschäftsführer Straubinger an. Es stehe allerdings bereits schon heute fest, dass am Standort Hofgut Breitenbach/Gelting über Alternativen nachgedacht werden müsse, falls „das vorhandene geothermische Wärmepotenzial auch unter widrigen hydrothermalen Gegebenheiten“ genutzt werden soll. „Idealerweise wiederum begleitet durch wissenschaftliche Forschung in Verbindung mit öffentlichen Fördermitteln“, so Straubinger. 

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