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Kraftpaket: 750 Pferdestärken hat Klaus Raths mattschwarzer Audi Quattro unter seiner Motorhaube. 

Klaus Rath hat eine Leidenschaft für Autos

Bolide Marke Eigenbau

Der Dietramszeller Klaus Rath hat ein besonderes Hobby: Er hat einen Audi Quattro im Laufe der Jahre zu einem Boliden mit 750 Pferdestärken umgebaut. Jetzt startet er damit beim „Histo Cup“. 

Gelting/Dietramszell – Feuerfeste Unterwäsche, ein feuerfester Overall, Maske, Helm, Handschuhe: Nur in dieser Montur fährt Klaus Rath seinen Audi Ur-Quattro. Auf den ersten Blick scheint das übertrieben. Auf den zweiten weniger: Es handelt sich hier nicht um einen gewöhnlichen Pkw. Der mattschwarze Bolide des Dietramszellers, der in Gelting ein Karosseriebau-Unternehmen besitzt, ist ein reinrassiges Rennauto – mit 750 PS. Mehr als 14 Jahre hat Rath daran gebaut. In diesem Monat startet er den Motor für sein erstes großes Rennen.

Wer sich den Lebenslauf des Karosserie- und Fahrzeugbauers anschaut, merkt schnell: Der gebürtige Gräfelfinger musste dort landen, wo er heute ist. „Meine Eltern hatten eine Tankstelle, ich wurde schon früh mit der Leidenschaft für Autos infiziert“, erinnert er sich. Seit er seinen Führerschein hat, fährt er gerne und schnell. „Angefangen habe ich mit Stockcar-Rennen“, erzählt der 51-Jährige. „Seit Mitte der Neunziger bin ich auch auf den Grand-Prix-Strecken wie dem Hockenheimring unterwegs.“

Die Karosserie besteht aus Polyfasercarbon

Der Schritt zu einem selbst gebauten Rennauto war da nicht weit. Als das Sportcoupé im Jahr 2001 in Berg wegen eines Motorschadens zum Verkauf angeboten wurde, schlug Rath zu. „Über die Jahre habe ich den Wagen Stück für Stück in ein Rennauto verwandelt.“ Nach jeder großen Umbauphase ging es auf die Teststrecke, um zu sehen, was noch optimiert werden kann. An die 100 000 Euro hat Rath in das Gefährt gesteckt, dazu unzählige Stunden Arbeit. Das Hobby finanziert er mit seinem Beruf. „Mit einem normalen Auto ist der nicht mehr zu vergleichen“, sagt der Mann mit dem angegrauten Pferdeschwanz und tätschelt die Karosserie aus extra leichtem Polyfasercarbon. 

Ein Blick ins Innere macht deutlich, was Rath bestätigt: „Es ist nur noch das drin, was man unbedingt braucht.“ Neben Sitz und Lenkrad ist das ein Feuerlöscher, der über Hebel sowohl von außen als auch von innen aktiviert werden kann. Wo in normalen Pkw der Beifahrer sitzt, hat der Tank seinen Platz. 70 Liter passen rein, das reicht gerade so für ein Rennen. „Wir fahren zwölf Runden, das sind an die 80 Kilometer“, erklärt Rath. Nach 30 Minuten ist Schluss. Das reicht auch: „Im Auto hat es dann so an die 80 Grad“, meint Rath. Anders sei auch das Fahrgefühl. Lauter, härter und direkter: Das trifft es wahrscheinlich am besten.

Rennen zu fahren ist für den Auto-Fan ein besonderer Kick. Dem „Histo-Cup“ in diesem Monat fiebert Rath schon entgegen. Zusammen mit rund 300 Frauen und Männern startet Rath bei Europas größter historischer Autorennserie. Acht Rennen fahren die Teilnehmer in fünf verschiedenen Ländern. Der 51-Jährige ist optimistisch: „Die Testfahrten liefen gut. Wenn alles durchhält, sind wir vorne dabei.“ Das Basteln selbst sei aber mindestens genauso spannend. „Das reizt mich eigentlich am meisten“, so Rath. „Das ganze Auto ist Schritt für Schritt in meinem Kopf entstanden. Jetzt steht es genau so hier“, freut sich der Dietramszeller.

Seine Ehefrau Sandra darf nicht hinters Steuer

Klar, dass den Wagen, sein Baby, nur er selbst fährt. Nicht einmal seine Ehefrau Sandra darf ans Steuer. Angst um ihren Mann hat sie nicht: „Die Strecke ist gut gesichert, die Rahmenbedingungen stimmen. Da sind die Raser auf den normalen Straßen wesentlich schlimmer.“ Sie ist selbst Motorsport-begeistert und steht voll hinter ihrem Mann. Zusammen mit Hündin „Fibi“ begleiten sie ihn zu den Rennen. „Auf der Rennstrecke spielen sich unsere Urlaube ab“, sagt die 49-Jährige. „Das ist einfach unsere Leidenschaft“, sind sich die Raths einig. Magdalena Höcherl

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