Stuttgart: Gericht will Diesel-Fahrverbot ab Januar

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Mit einem Bolzenschneider zwickten die beiden Diebe die Schlösser hochwertiger Mountainbikes durch.

Junges Paar aus Geretsried muss sich vor Gericht verantworten

Mit dem Bolzenschneider auf Diebestour

Geretsried/Wolfratshausen - Wegen Fahrraddiebstahls stand ein junges Paar vor Gericht. Der Mann muss für zehn Monate ins Gefängnis.

Um seine Finanzen aufzubessern, kam ein junges Paar aus Geretsried auf eine kriminelle Idee: Beim Gassi gehen mit ihren Hunden zwickten die Zwei am 25. Mai vorigen Jahres mit einem Bolzenschneider die Schlösser hochwertiger Mountainbikes auf, um sie im Internet zu verkaufen. Nun mussten sich ein 23 Jahre alter Geretsrieder und seine vier Jahre jüngere Freundin wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in einem besonders schweren Fall und versuchten Betrugs vor dem Jugendrichter verantworten.

Schon einen Tag nach dem Diebstahl war das Paar aufgeflogen. Der Besitzer eines am Johannisplatz gestohlenen Bikes entdeckte sein Fahrrad auf dem Online-Kleinanzeigenmarkt eBay und meldete dies der Polizei. Zwei Beamte in Zivil traten als Scheinkäufer auf. Sie nahmen die Diebe am vereinbarten Treffpunkt in Wolfratshausen fest.

Vor Gericht wählten die Angeklagten unterschiedliche Verteidigungsstrategien. Der gerichtserfahrene 23-Jährige – seine Strafakte enthält sieben Vorstrafen wegen Drogenbesitzes, Körperverletzung, Diebstahls, Trunkenheit und Fahrens ohne Fahrerlaubnis – machte es kurz: „Ich stehe dazu, was ich gemacht habe. Mehr will ich nicht dazu sagen.“ Seine Freundin, bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten und von einer Rechtsanwältin begleitet, äußerte sich ausführlicher. Beim Spaziergang mit den Hunden sei man auf die Idee gekommen, die Räder zu klauen. Sie habe damals nicht gearbeitet und sei psychisch in einem Loch gewesen, erklärte die 19-Jährige.

„Von ihrem Freund extrem abhängig"

Als der Staatsanwalt nachbohrte, wurde die Angeklagte zusehends unruhiger. Sie hatte sichtlich Probleme, sich in Anwesenheit ihres Freundes detaillierter zu äußern. Nach einer kurzen Unterbrechung ließ die junge Frau durch ihre Verteidigerin Michaela Schmidt-Eberth mitteilen, dass es kein Gelegenheitsdiebstahl, sondern eine geplante Tat war. „Es gab einen gemeinsamen Tatentschluss, deshalb der Bolzenschneider. Und es war auch klar, dass die Räder verkauft werden sollten.“ Allerdings machte die Verteidigerin auch deutlich: „Meine Mandantin ist emotional von ihrem Freund extrem abhängig. Sie wäre allein nie darauf gekommen.“

Vom Gericht direkt ins Gefängnis

Das nahm der Angeklagte für sich ebenfalls in Anspruch. „Ich hätte das vielleicht alleine auch nicht gemacht“, erklärte der 23-Jährige, der die vom Staatsanwalt geforderte Strafe von zehn Monaten Gefängnis als viel zu hoch erachtete. „Das ist meine erste richtig kriminelle Sache. Ich bin dafür, dass erst mal Bewährung gegeben werden soll.“ Dem Wunsch kam Richter Urs Wäckerlin nicht nach. Er verhängte gegen den 23-Jährigen eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten, erließ zugleich Haftbefehl und ordnete Untersuchungshaft an. Der Angeklagte hatte im Laufe der Verhandlung erklärt, sich in einer Woche berufsbedingt ins Ausland begeben zu wollen. Seine mitangeklagte Freundin wurde nach Jugendstrafrecht zu zwei Freizeitarresten verurteilt.

Rudi Stallein

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