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In der Silvesternacht brannte es in der Sudetenstraße.

Ersatzwohnungen stehen bereit

Brand in der Sudetenstraße: Betroffene bekommen Hilfe

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Nach dem Großbrand in der Sudetenstraße sichern Stadt und Baugenossenschaft Hilfe zu. Ersatzwohnungen für die Betroffenen sind gefunden. 

Geretsried – Fünf Tage nach dem Großbrand an der Geretsrieder Sudetenstraße 43 steht fest: Keine der vier Mietparteien, deren Wohnungen längerfristig nicht bewohnbar sind, wird auf der Straße sitzen. Bürgermeister Michael Müller bot der Baugenossenschaft (BG) als Eigentümerin des vom Brand betroffenen Gebäudes wie berichtet zwei momentan verfügbare städtischen Wohnungen für den Übergang an. Und auch die BG kann und wird helfen: „Unerwarteterweise“, so deren Geschäftsführer Wolfgang Selig, habe man am Mittwoch „kurzfristig zwei eigene Wohnungen in Geretsried als Ersatzwohnraum mobilisieren“ können. 

Wolfgang Selig Geschäftsführer der Baugenossenschaft Geretsried. Foto: Archiv

Da auch die Stadt sehr schnell zwei Bleiben aufgetrieben habe, habe die BG die kurzfristig notwendigen vier Ersatzwohnungen schneller als erhofft erreicht – „auch wenn noch Detailfragen wie die Möblierung gelöst werden müssen“. Selig dankt in diesem Zusammenhang Stadt und Bürgermeister „für die schnelle und flexible Hilfe“. Allerdings deckten diese Ersatzwohnungen noch nicht komplett den Bedarf aller Betroffenen zu jedem künftigen Zeitpunkt der Sanierungsarbeiten ab. „Hier versuchen wir gerade, Ferienwohnungen zu organisieren“, sagt Selig. Damit nicht genug: Dem Beispiel der Stadt folgend, wird die BG den vier am schwersten betroffenen Familien ebenfalls eine finanzielle Soforthilfe von jeweils 1000 Euro zukommen lassen.

Sanierung wird zehn Monate dauern

Die Schäden an dem erst rund drei Jahre alten Gebäude sind enorm. Nach einer ersten Einschätzung der Gutachter und Fachleute am Mittwoch, „werden die Wiederherstellungsarbeiten des Hauses zirka acht bis zehn Monate in Anspruch nehmen, da wesentliche Bauteile komplett zu erneuern sind“, sagt Selig. Drei Wohnungen müssten komplett entkernt und das Dach neu eingedeckt werden – was abhängig von der Witterung sein werde. Die genannten drei Wohnungen dürften voraussichtlich länger nicht nutzbar sein. „Bei der vierten Wohnung muss noch eine genauere technische Analyse vorgenommen werden, um eine Entscheidung über die weitere Verwendbarkeit solide treffen zu können“, sagt der BG-Geschäftsführer.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Die Wohnungen in der ersten und zweiten Etage unterhalb des vom Feuer zerstörten dritten Stockwerks wurden „vom herabfließenden Löschwasser laut Gutachter deutlich weniger beeinträchtigt“ als am Montag befürchtet, sagt Selig. Auch hier lägen aber nicht alle Informationen endgültig vor.

Fachfirma übernimmt Entsorgung

Eine Fachfirma für Brandschäden übernimmt die Entsorgung des kaputten Hausrats und hilft den betroffenen Mietern auch bei der Entscheidung, welche Dinge sie entsorgen müssen und welche repariert werden können.

Jürgen Thalmeier Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. Foto: Sehr/archiv

Die Kriminalpolizei in Weilheim geht mittlerweile fest davon aus, dass das Feuerwerk den Balkon im dritten Stock – von dort breitete sich das Feuer aus – in Brand gesetzt hat. Das hätten Befragungen von Zeugen ergeben, bestätigt Jürgen Thalmeier. Wer letztlich die verhängnisvolle Rakete abgefeuert hat, weiß die Polizei noch nicht. „Die Kollegen putzen Klinken und fragen Anwohner“, sagt Thalmeier. Zeugen könnten sich weiterhin unter der Telefonnummer 08 81/64 00 an die Kripo wenden. Laut Thalmeier hat sich die Höhe des Sachschadens gegenüber den ersten Schätzungen mittlerweile auf rund 500 000 Euro verdoppelt. 

Großbrand in Geretsried: Löscharbeiten dauerten über 16 Stunden

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