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Das Bild täuscht: Der „Vampir von Zwicklbach“ (Christoph Karner) ist ein durchaus sympathischer Blutsauger. 

Brauchtumsgruppe Gelting

Gelungene Premiere: Bis(s) zum Totlachen

Kein bisschen gruselig kommt er daher, der „Vampir von Zwicklbach“. Im Gegenteil, der titelgebende Blutsauger namens Vladi ist ein sympathischer Kerl, sympathisch gespielt von Christoph Karner. Wenig furchteinflößend sind auch die selbst ernannten Vampirjäger Fritz (Kurt Becker) und Friedel (Christa Rösch). Mit ihren schrägen Verkleidungen und Methoden haben sie die Lacher auf ihrer Seite.

Gelting – Im neuesten Stück des Volkstheaters der Brauchtumsgruppe Gelting geht es um einen ganz besonderen, nämlich einen bayerischen Dracula. Vladis Biss tötet und verflucht nicht, sondern führt dazu, dass der Untote für eine Stunde in die Rolle seines Opfers schlüpft. Darin liegt der Clou des Dreiakters – und die Herausforderung für die Darsteller. Bravourös meistert das Liebespaar Martl (Robert Schöttl) und Betti (Carina Sappl) diese Aufgabe. Die beiden sind in den Keller des alten Gutshofs von Zwicklbach gestiegen, um sich ungestört näher zu kommen. Außer auf den Vampir treffen sie dabei auf die Gutsbesitzerin, die Baronin Theres von Zwicklbach (gediegen: Gabi Hanelt), die das Anwesen loswerden möchte, sowie auf zwei Kaufinteressenten aus der Stadt: den Pantoffelhelden Hannes Petrus (Christoph Huber) und seine resolute Angetraute Kreszentiana (Hanni Lembke).

Späße mit Lokalbezug

„Wir kommen aus der Großstadt“, stellt sich die Ehefrau vor und wird von ihrer besseren Hälfte unterbrochen: „Geh, seit wann is denn Wolfratshausen a Großstadt.“ Nicht nur die Scherze mit Bezug aufs Lokale, sondern auch Kreszentianas eigenwilliger Fremdwörtergebrauch bringen das Publikum bei der Premiere am Samstagabend zum Brüllen. Im Gegensatz zu den dilettantischen Vampirjägern Fritz und Friedel sei sie eine wahre „Konifere“, tönt die neureiche Dame. Tatsächlich vermag das komische Duo mit seinen Knoblauchketten, Holzkreuzen und Räucherkerzen wenig gegen Vladi auszurichten. Kann der nette Dracula am Ende also auf Gut Zwicklbach bleiben?

Amüsante Gruselgeschichte

Spielleiter Christoph Hubers Truppe ist wie immer bestens aufgelegt. Besonders frisch und spritzig spielt die junge Carina Sappl. Neu in dem Laienensemble ist Gabi Hanelt, die die Baronin souverän gibt. Alle Rollen sind vom Alter und Temperament her passend besetzt. Zum wiederholten Mal führt die Laienbühne einen Schwank aus der Feder von Ralph Wallner auf. Hervorzuheben sind das Bühnenbild – der stilechte Weinkeller, eingerichtet von Irmgard und Christoph Huber – sowie Maske und Kostüme (Hartmut Kiesel, Christl Buchhierl und Hanni Lembke). Zumindest Vampirgebiss und Blutspuren am Hals sorgen für ein bisschen Grusel in der ansonsten durchweg amüsanten Geschichte. 

Von Tanja Lühr

Aufführungen

Bis zur letzten Vorstellung am Samstag, 8. April, wird das Stück „Der Vampir von Zwickelbach“ jeden Freitag (außer 17. März), Samstag und Sonntag im Kindergartensaal an der Leitenstraße gezeigt. Die Vorstellungen am Freitag und Samstag beginnen um 20 Uhr, die am Sonntag um 18 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse.

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