Kundgebung der Alternative für Deutschland

Breites Bündnis gegen die AfD

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Geretsried - Die AfD kommt - und ihre Gegner kommen auch. Zur Kundgebung der Alternative für Deutschland am 12. März formiert sich ein breites Bündnis von Gegendemonstranten. 

Gegen die AfD-Kundgebung am Samstag, 12. März, ab 14 Uhr auf dem Neuen Platz formiert sich Widerstand. Unter der Federführung von Robert Lug, Fraktionssprecher der Freien Wähler (FW) im Stadtrat, plant ein breites Bündnis aus verschiedenen Parteien, Gruppierungen und Einzelpersonen eine Gegendemonstration. „Uns alle eint, dass wir die AfD ablehnen“, sagt Robert Lug. „Wir wollen nicht, dass an der Grenze auf Flüchtlinge geschossen wird.“ Lug hatte am FW-Stammtisch vergangene Woche seinen Protest angekündigt und daraufhin „eine ganze Masse“ von positiven Rückmeldungen bekommen. Deshalb hat er sich bereit erklärt, die Organisation der Gegenveranstaltung zu übernehmen. „Ich bin wie die Jungfrau zum Kinde gekommen“, sagt Lug. „Aber für die gute Sache mache ich das gerne.“

Der Protest soll friedlich, aber deutlich sein

Zu den Verbündeten zählen neben den Freien Wählern die SPD, die Linke und die Grünen. Deren Jugend hatte bereits am Samstag Flugblätter für eine eigene Kundgebung entworfen. „Rechtspopulismus stoppen – Fluchtursachen bekämpfen“, heißt eine Parole. „Unser Ziel ist es“, sagt Jakob Koch, „die Kundgebung der AfD intelligent, friedlich und doch deutlich zu stören.“ Ähnlich formuliert es Robert Lug: „Wir wollen keine Konfrontation und werden darauf achten, dass es zu keiner Berührung kommt." Bei ihm werden derzeit alle Ideen für die Demo gesammelt. Auch weitere Mitstreiter dürfen sich gerne per E-Mail (info@rolu.info) an ihn wenden: „Wir können jeden klugen Kopf und jede helfende Hand brauchen.“

Auch die evangelische Jugend hat sich angeschlossen

Zu den Unterstützern zählt Edith Peter, SPD-Stadträtin und Pfarrsekretärin in der evangelischen Kirche. Mit ausdrücklicher Genehmigung der Pfarrer wirbt sie über den E-Mail-Verteiler der Kirche für die Veranstaltung. Auch die evangelische Jugend hat sich dem Bündnis angeschlossen. „Es geht darum, dass möglichst viele Menschen kommen“, sagt Peter. „Wir in Geretsried haben es immer geschafft, Flüchtlinge bei uns aufzunehmen und sie zu Bürgern unserer Stadt zu machen. Dann wird die Bundesrepublik Deutschland das auch schaffen.“ Was die AfD an Hetze betreibe, lasse sie sich nicht bieten, sagt Peter: „Es geht hier um den Schutz der Menschenrechte.“

Geretsried will weltoffen bleiben

Die CSU hat sich dem Bündnis bislang nicht angeschlossen. Ortschef Ewald Kailberth hatte am Sonntag erklärt, man wolle der AfD „keine unnötige Aufmerksamkeit schenken“. Dennoch hat Lug die CSU in seinen E-Mail-Verteiler aufgenommen. „Nachlaufen werde ich ihnen aber nicht.“ Als „absolut in Ordnung“ bezeichnet der FW-Fraktionschef die Haltung von CSU-Bürgermeister Michael Müller. Auch wenn er als Amtsträger nicht zu einer Gegendemo aufrufen kann, unterstützt Müller das Bündnis: „Ich möchte Geretsried auch weiterhin als weltoffene Stadt haben.“ Sabine Schörner

Rubriklistenbild: © Foto: dpa

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