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Daumen hoch: Mit Kärtchen bewerte das Publikum die Leistungen der jungen Dichter. 

Dichter-Wettstreit im Geltinger Hinterhalt

Breitseite gegen SUV-Fahrer

Icking/Geretsried - Das P-Seminar „Rhetorik“ des Ickinger Rilke-Gymnasiums hat kürzlich im Hinterhalt einen öffentlichen Dichter-Wettstreit ausgetragen. Der Funke sprang über. 

Gelting Mit einem Poetry-Slam, zu deutsch Dichter-Wettstreit, sorgte das P-Seminar „Rhetorik“ des Ickinger Rilke-Gymnasiums für einen mitreißenden Abend in der Kulturbühne Hinterhalt. Mit ihrer Sprachgewalt brachten die Schüler die Bühne zum Beben. Schnell sprang der Funke auch aufs Publikum über, das die Künstler mit Kärtchen bewerten sollte.

Donnernden Applaus bekam vor allem Marc Holst, der spätere Sieger des Abends. „Man muss einfach abwechslungsreich sein und die Zuschauer mitreißen“, verriet er. Mit seinem Humor brachte Marc fast jeden zum Lachen – es sei denn, man ist stolzer SUV-Fahrer. Die bekamen von ihm die volle Breitseite. „Was ist an einem Fahrer, der genauso breit ist wie sein Auto, sportlich?“, fragte Marc. Oder was bringe schon „eine Beinfreiheit, dass sich alle drei Bälger übereinander setzen können“. Der Abiturient wollte mit seiner Themenwahl auch zum Nachdenken anregen. „Der Umweltaspekt spielte natürlich auch eine Rolle.“ Denn worin bestehe der Sinne an einem „fünfmal so schweren Auto, das einen fünfmal so starken Motor braucht“?

Auch der zweitplatzierten Rhiannon Moutafis war es wichtig, eine Debatte anzustoßen. Passend dazu ihr Text, mit dem bewusst provokanten Titel „fuck you“. „Ich finde ja Frauen mit langen Haaren viel attraktiver“, hatte ihr ein 20 Jahre älterer Mann einst nach einem Friseurbesuch gesagt. „Woher nimmt sich der Herr das Recht, für alle Männer zu sprechen und warum soll ich eigentlich den Männern gefallen?“, fragte Rhiannon. „Ich würde ja auch Männer ohne Falten bevorzugen.“ Mit ihrer Dichtung will sie Menschen dazu anregen, zu sich selbst zu stehen und weniger auf die Meinung anderer zu geben.

Rhiannon und Marc haben mit ihren Auftritt jedenfalls voll ins Schwarze getroffen. „Der Auftritt und der Applaus vom Publikum war das Schönste am Seminar“, sind sich beide einig. Möglich gemacht hatte dies Kursleiterin Caroline Reigl. „Mir haben die Texte so gut gefallen, dass der Auftritt in der Schule noch nicht alles sein sollte“, sagte sie. „Ich bin wirklich stolz auf alle. Das hat sich total gelohnt“ freute sich Reigl über den gelungenen Auftritt ihrer Schüler. Dominik Hager 

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