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Eingeschränkte Sicht: Mit diesen Holzwänden wollen die Behörden erreichen, dass die Autofahrer an der Einmündung der Staatsstraße 2369 in die St 2072 vorsichtiger fahren.

An der Staatsstraße von Geretsried nach Bad Tölz

Bretterwand soll Autofahrer ausbremsen

Geretsried - Eine Bretterwand hinter der Tattenkofener Brücke gibt Rätsel auf. Wir haben bei den Behörden nachgefragt.

Zwei Holzwände stehen seit kurzem an der Einmündung der Staatsstraße 2369 in die St 2072 hinter der Tattenkofener Brücke. Autofahrer rätseln, was es damit auf sich hat. Sollen die Bretter vor Wildwechsel schützen oder hat es etwas mit Schneewehen zu tun? Mitnichten. Die Holzwände dienen als Sichtschutz und sollen dazu beitragen, dass Verkehrsteilnehmer, die in Richtung Bad Tölz abbiegen wollen, langsamer und vorsichtiger fahren.

Die Einmündung gilt nach den Kriterien der Zentralstelle für Verkehrssicherheit als Unfallhäufungspunkt. Eine Unfallkommission des Landkreises, bestehend aus Vertretern des Staatlichen Bauamtes Weilheims, der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei hat bei einem Ortstermin festgestellt, dass aufgrund der bislang günstigen Sichtverhältnisse ein zügiges Abbiegen in die St 2072 möglich ist – und auch genutzt wird.

„Die Verkehrsteilnehmer schauen dort schon sehr frühzeitig und weit vor der Einmündung nach links, ob Verkehr kommt“, erklärt Julia Schneider, Sachgebietsleiterin des Staatlichen Bauamts Weilheim, die Problematik. „Dabei achten sie nicht auf den Vordermann, welcher verkehrsbedingt anhält. Und schon haben wir den nächsten Auffahrunfall.“ Die Zahlen der Polizeiinspektion Geretsried bestätigen dies. „2013 hatten wir an der Kreuzung 13 Unfälle, davon sieben Auffahrunfälle und fünf Vorfahrtsverletzungen“, berichtet Polizeioberkommissar Andreas Gremler. 2014 gab es elf Auffahrunfälle bei insgesamt 14 Kollisionen, 2015 waren es zehn bei insgesamt 15. Bei den bislang fünf Unfällen in diesem Jahr ist jedes Mal ein Verkehrsteilnehmer aufgefahren.

Durch den Sichtschutz wird nun der Blick auf die vorfahrtsberechtigte Straße bis kurz vor der Einmündung eingeschränkt. Dadurch erhoffen sich die Behörden eine Entschärfung der Gefahrenstelle. Sachgebietsleiterin Schneider: „Der einbiegende Verkehr ist nun gezwungen, an der Wartelinie anzuhalten und in Ruhe und ohne Hast in die freie Straße einzufahren.“

von Sabine Hermsdorf-Hiss

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