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Während des Einsatzes wurde Carina Feyrers Auto beschädigt. 

Während sie beim Bomben-Einsatz in Geretsried tätig war

BRK-Helferin wird Mercedes-Stern geklaut

Eigentlich wollte Carina Feyrer beim Bomben-Einsatz in Geretsried nur helfen. Einem Unbekannten war das völlig egal. Er klaute ihr derweil den Mercedes-Stern vom Auto. 

Geretsried/Herrsching - Es ist Freitag, 11.26 Uhr. Carina Feyrer (21) sitzt gerade im Unterricht, als sie eine Alarm-SMS auf ihr Handy bekommt. Fliegerbombe in Geretsried, 1000 Menschen müssen evakuiert werden. Die angehende Erzieherin leitet die Bereitschaft des BRK Herrsching. Für den Einsatz darf sie aus dem Unterricht, sagt Termine am Nachmittag ab. Mit 20 anderen Ehrenamtlichen aus dem Landkreis bespricht sie sich am Starnberger Landratsamt. Damit sie schnell dort hinkommt, leiht sie sich den Mercedes SLK ihrer Mutter. Der Einsatz in Geretsried ist kräftezehrend. Es ist 20 Uhr, als Feyrer müde wieder am Starnberger Landratsamt ankommt. Ihr Auto ist das letzte auf dem Parkplatz beim Wasserpark. Schnell sieht sie: Der Mercedes-Stern fehlt. Jemand hat ihn während ihres Einsatzes herausgerissen.

Feyrer kann es heute noch kaum fassen: „Ich wollte nach Hause und mich ins Bett schmeißen. Ich hatte nur gehofft, dass ich von einem Strafzettel verschont wurde – aber mit so was habe ich nicht gerechnet.“ Ein Schild „Im Einsatz“ hatte sie noch an der Windschutzscheibe angebracht. Dem Täter war das wohl egal. Sie sitzt nun auf einem Schaden von 120 Euro.

Das Schild „Im Einsatz“ war an der Windschutzscheibe

In Geretsried versorgte Feyrer evakuierte Senioren eines Altenheims. In einer Sporthalle verteilte sie Gemüsereis und Kaffee. In der Nähe entschärften Einsatzkräfte die Bombe. „Da waren wir selbst nervös. Man macht sich Gedanken – was, wenn die Bombe hochgeht?“ Die Entschärfung verzögerte sich, der Einsatz zog sich in die Länge. „Und dann wird man damit belohnt, dass was an seinem Auto fehlt.“

Dass sich jemand während ihres Einsatzes an Feyrers Auto zu schaffen machte, beschäftigt auch ihre Kollegen. Die Enttäuschung ist riesengroß. Anzeige bei der Polizei wurde erstattet. „Mir geht es ums Prinzip. Ich weiß nicht, was der Täter mit dem Stern will.“ Bei aller Enttäuschung: An Aufhören denkt die Ehrenamtliche in ihrem zehnten Dienstjahr nicht. „Egal was passiert – ich mache weiter.“ red

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