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Wieder vereint: Die drei Wasserträgerinnen am Karl-Lederer-Platz.

Brunnenfigur ist restauriert  

„Sie ist wunderschön geworden“

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Für viele Geretsrieder war es ein besonderer Moment: Am Donnerstagvormittag ist die restaurierte Brunnenfigur am Karl-Lederer-Platz enthüllt worden. Damit ist das Brunnen-Ensemble wieder komplett.

Geretsried – Ihr Blick ist gesenkt, über dem Kopf trägt sie einen Krug. An das rechte Bein der Grazie, wie sie im Volksmund genannt wird, schmiegt sich eine kleine Ente. Eine zweite versteckt sich hinter der großen Travertin-Figur, die sich wieder auf ihrem angestammten Platz befindet. „Mit der wiederhergestellten Skulptur bekommt Geretsried sein Wahrzeichen zurück“, sagt Bürgermeister Michael Müller in der kleinen Feierstunde.

Über fünf Jahrzehnte standen die Wasserträgerinnen, die der Bildhauer Prof. Wilhelm Srb-Schloßbauer im Auftrag der Stadt Geretsried gestaltet hat, unversehrt auf dem Karl-Lederer-Platz. Bis zu jener unheilvollen Nacht im November 2015, als eine der Skulpturen von ihrem Sockel stürzte. Die Figur zerbrach in zwölf Teile, die mutmaßlichen Täter wurden nie gefasst. Vielleicht war es aber auch der Wind, der die Grazie samt Einhausung umstürzen ließ. Die Anteilnahme in der Geretsrieder Bevölkerung war groß – über 5000 Euro spendeten Landsmannschaften, Vereine und Privatpersonen für eine Restaurierung.

Geretsrieder setzten sich für Wiederaufbau ein

Müller dankt den Bürgern für ihre große Spendenbereitschaft. „Das war das Positive an der Sache, mit welchen Emotionen und mit welchem Willen sich die Geretsrieder für den Wiederaufbau einsetzten“, zollt der Rathauschef den Bürgern seine Anerkennung. Die Restaurierung der zerstörten Figur übernahm Steinmetz Niklas Neubauer. „Wir haben sie geborgen und wieder zusammengesetzt“, sagt der Geretsrieder ganz bescheiden. Das ist dem Fachmann gelungen: Nichts erinnert mehr an den großen Schaden, keine Narbe ist zu sehen. Die restaurierte Figur ist sogar um einige Nuancen heller als die beiden verbliebenen. Steinmetz Neubauer reinigte die Skulptur, nachdem er sie zusammengefügt hatte. Jetzt sollen auch die beiden anderen Wasserträgerinnen eine kleine Schönheitskur bekommen. Die Kosten dafür will der Museumsförderverein übernehmen.

Kunst soll auch in Zukunft einen Raum in Geretsried haben: Im Rahmen der Neugestaltung des Stadtzentrums soll eine Kunstmeile entstehen. „Wir wünschen uns Blickpunkte in unserer Stadt“, sagt Bürgermeister Müller. „Blickpunkte, die uns ansprechen, die unsere Aufmerksamkeit fesseln und Fragen aufwerfen.“ Ein Bespiel dafür sei die Figurengruppe des Bildhauers Srb-Schloßbauer. Dessen Tochter Ulrike Ebert (74) freut sich sehr über die gelungene Restaurierung der Figur. „Ich finde, sie ist wunderschön geworden. Es ist mir eine große Freude, sie wieder so zu sehen.“

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