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Zu massiv ist vielen Geretsriedern der geplante Neubau am Karl-Lederer-Platz. Um das Projekt zu verhindern, soll es jetzt ein Bürgerbegehren geben. 

Karl-Lederer-Platz

Das Bürgerbegehren kommt

In Sachen Zentrums-Entwicklung ist das letzte Wort noch nicht gesprochen: Anwohner und andere Geretsrieder planen ein Bürgerbegehren gegen den Krämmel-Bau. 1546 Unterschriften brauchen die Projektgegner dafür – für die Initiatoren nach eigener Einschätzung kein Problem.

Geretsried – Jetzt also doch: Einige Anwohner des Karl-Lederer-Platzes und andere Geretsrieder planen ein Bürgerbegehren gegen den Krämmel-Neubau auf dem Platz. „Die Leute haben mir die Türen eingerannt seit unserer Info-Veranstaltung mit Unterschriftensammlung“, sagt Eva Eberhardt, die Sprecherin der Interessengemeinschaft (IG) Karl-Lederer-Platz. Wie berichtet haben sie und ihre Mitstreiter Anfang März bereits 1266 Unterschriften an Bürgermeister Michael Müller übergeben.

Höhe und Ausmaß stören Gegner

Zwei Dinge stören die Gegner des Projekts: Höhe und Ausmaß des siebenstöckigen Gebäudes sowie die Tiefgarage darunter. Die Fragestellung im Bürgerbegehren soll diese zwei Punkte beinhalten. Diese werde gerade von einem auf Bürgerbegehren spezialisierten Rechtsanwalt formuliert, berichtet Eberhardt. Man habe auch den Verein „Mehr Demokratie“ zur Beratung hinzugezogen. Sie selbst, so Eberhardt, zähle nicht zu den sechs Initiatoren des Bürgerbegehrens – drei Verantwortliche und drei Stellvertreter wie vorgeschrieben. Deren Namen, unter ihnen zwei Studenten, möchte die IG-Sprecherin erst nennen, wenn der Text für das Begehren steht.

1546 Unterschriften brauchen die Projektgegner nach Auskunft von Thomas Loibl, Pressereferent der Stadt, damit das Bürgerbegehren gültig ist. Das sind acht Prozent der 19 324 wahlberechtigten Bürger. Eberhardt sieht darin „überhaupt kein Problem“. Täglich werde sie von Geretsriedern angesprochen, die sich ein Bürgervotum wünschten, sagt die 60-jährige Sekretärin: „Längst nicht nur wir Anwohner, auch viele junge Leute wehren sich gegen den Klotz, der da entstehen soll.“

Unterzeichner stammen nicht aus Geretsried

Nach der Unterschriftenübergabe an den Bürgermeister im März hätten sich noch einmal 200 Gegner unaufgefordert in die Liste eingetragen, sagt die IG-Sprecherin. Insgesamt hätten 170 Unterzeichner nicht aus Geretsried gestammt, räumt sie ein. „Ich bin mir aber sicher, dass wir innerhalb von zwei Wochen erneut 1500 bis 2000 Unterschriften zusammenbringen.“

Sollte dies der Fall sein, können die Initiatoren die Listen bei der Stadtverwaltung einreichen. Diese hat vier Wochen lang Zeit, das Begehren auf Einhaltung der Formalien zu prüfen. „Die Frage muss mit Ja oder Nein zu beantworten sein, und es ist eine Begründung nötig“, greift Loibl zwei wichtige Kriterien heraus. Anschließend entscheidet der Stadtrat über die Zulässigkeit des Begehrens. Entweder er folgt ihm oder er leitet einen Bürgerentscheid in die Wege, bei dem die einfache Mehrheit genügt. Der Wolfratshauser Stadtrat hat zum Beispiel aufgrund des Bürgerbegehrens zum interkommunalen Hallenbad seinen Beschluss zurückgenommen, sich nicht an den Betriebskosten für das Bad zu beteiligen.

Der Bauantrag der Krämmel Familien GbR auf ein siebenstöckiges Wohn- und Geschäftshaus liegt im Moment noch beim Landratsamt zur Bearbeitung. Für das Bürgerbegehren spielt es laut Loibl keine Rolle, ob und wann er genehmigt wird.

Tanja Lühr

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