Ein Mobiltelefon.
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Aktuelle Generation im Mobilfunkbereich: 5G soll für beste Verbindung sorgen, manche Bürger besorgt aber eine etwaige Strahlenbelastung (Symbolfoto).

Mobilfunk

Bürgerinitiative 5G hatte Gespräch mit Bürgermeister: „Offen und konstruktiv“

Die neue Bürgerinitiative (BI) 5G Geretsried ging Anfang Dezember erstmals an die Öffentlichkeit. Mit einer Unterschriftenaktion will sie eine außerordentliche Bürgerversammlung zu dem umstrittenen Mobilfunkstandard erreichen.

Zwei Monate später ist es noch nicht soweit, die bislang gesammelten Unterschriften zu zählen. „Wir sind trotzdem einen Schritt weitergekommen“, berichtet der Sprecher der BI, Markus Kopanski, auf Nachfrage.

Mindestens 500 Unterschriften muss die BI sammeln, um eine außerordentliche Bürgerversammlung zu erreichen. „Coronabedingt ist es momentan schwierig, auf die Leute zuzugehen“, erklärt Kopanski. Bisher seien die Listen eher im privaten Bereich im Umlauf. Die Resonanz von Nachbarn und im Freundeskreis sei positiv. Sobald es die Pandemie-Situation erlaube, wolle die BI versuchen, Listen in Geschäften auszulegen. Eine Frist gibt es nicht. „Wir wollen uns natürlich nicht ewig Zeit lassen, aber zurzeit wäre eine außerordentliche Bürgerversammlung ohnehin nicht durchführbar“, erklärt der Sprecher. Sobald die gesammelten Unterschriften im Rathaus vorliegen und für rechtmäßig befunden wurden, hat die Stadt drei Monate Zeit, um einen Termin anzusetzen.

Aktiv in ihrem Verteiler habe die BI derzeit neun Unterstützer. Einer von ihnen, Eric Schilwat, habe sich kürzlich mit Bürgermeister Michael Müller austauschen können, berichtet Kopanski. „Als Bürgerinitiative bedanken wir uns für das offene und konstruktive Gespräch.“ Thema seien das gesundheitliche Vorsorgeprinzip des Bundesamts für Strahlenschutz und die Aktualisierung von Messwerten gewesen.

Kopanski betont, dass es der BI nicht darum gehe, einfach nur gegen 5G zu sein. „Wir wollen in einem konstruktiven Dialog eine gute Lösung finden, wie die Technik umgesetzt werden und gleichzeitig das gesundheitliche Risiko minimiert werden kann.“ Da wenig über das Thema bekannt sei, verfasse die BI derzeit einen Informationstext, der auch an alle Stadträte gehen soll.

Warum sich Kopanski für Aufklärung in Sachen 5G einsetzt? „Seit wir am Rosenweg wohnen, hat meine Frau Schlafstörungen“, erklärt der Geretsrieder, der dies mit dem nahe gelegenen Sendemasten in Verbindung bringt. „Wir haben drei Leute in unserer Gruppe, die ebenfalls von Problemen mit Elektrosmog berichten“, so Kopanski. Zudem habe er sein Leben lang im Kindergarten gearbeitet. Auch wenn er inzwischen im Ruhestand ist, würden ihm Heranwachsende nach wie vor am Herzen liegen. „Kinder, aber auch kranke und alte Menschen gehören zur sensiblen Personengruppe, die besonders geschützt werden sollten, wenn es um die Bestimmung neuer Standorte geht.“  

sw

Info

Wer sich aktiv am Sammeln von Unterschriften beteiligen möchte, kann unter der Rufnummer 0 81 71/8 12 74 Unterschriftenlisten anfordern.

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