Bürgerbeteiligung  

Bürgerinitiative und Rathaus wollen an einem Strang ziehen

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Nach einem Treffen im Rathaus ist klar: Die Stadt und die Bürgerinitiative „Zukunft.Perspektive.Geretsried“ wollen gemeinsam an einem Strang ziehen. Der angestoßene Stadtleitbildprozess soll wieder mit Leben gefüllt werden.

Geretsried – „Ich fand das Gespräch sehr angenehm“, sagt Dr. Jens Becker-Platen auf Nachfrage unserer Zeitung. Wie berichtet hatte die Gruppe dem Bürgermeister im November vorgeworfen, dass der Leitbildprozess eingeschlafen sei; dagegen hatte sich Müller gewehrt und Gegenbeispiele angeführt. Die erste Reaktion des Bürgermeisters sei damals etwas „schroff“ ausgefallen, blickt Becker-Platen zurück. Nun, ein paar Monate später, sei Gras darüber gewachsen. „Es hat sich gezeigt, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen“, bilanziert Becker-Platen.

60 Bürger beteiligten sich an Austauschforum

Der Rechtsanwalt und sein Mitstreiter Stephan Heinle sprachen fast zwei Stunden mit dem Bürgermeister und Ute Raach, der Geschäftsführenden Beamtin im Rathaus, über die Inhalte des Austauschforums. Das hatte die Initiative im November unter Beteiligung von etwa 60 Bürgern in den Ratsstuben veranstaltet. „Wir haben auch darüber geredet, wie diese Inhalte in den städtischen Bürgerbeteiligungsprozess mit eingebracht werden können“, berichtet Müller. Dabei haben die Initiatoren „ausdrücklich betont, dass sie nicht in Konkurrenz zur Stadt treten wollen, sondern helfen wollen, den Leitbildprozess ergänzend mit Leben zu füllen“. „Stimmt“, bestätigt Becker-Platen. „Das wäre eine Win-Win-Situation für uns beide.“

Stichwort Bürgerbeteiligung: Wie es damit generell weitergeht, will die Verwaltung an diesem Dienstag im Stadtrat erklären. Beim Projekt Neue Mitte will die Stadt Rahmenbedingungen vorgeben, anschließend seien die Bürger gefragt. Es geht um die Oberflächengestaltung – die Möblierung des öffentlichen Raums, das Thema Shared Space, Bäume, Bepflanzung und Brunnen sowie den Verkehr in der neuen Mitte Geretsrieds.

Stephanie Utz stellt sich im Stadtrat vor

„Die Stadtentwicklung ist für mich als Bürgermeister in den kommenden Jahren das bestimmende Thema“, sagt Müller. Um diesen Prozess professionell zu gestalten, habe sich die Stadt nach geeigneten Moderatoren umgesehen. Entschieden habe man sich für Stephanie Utz aus Regensburg, die sich in der Sitzung am Dienstag vorstellen wird. Die studierte Juristin und Architektin wird das weitere Vorgehen erläutern.

Laut Müller hat die Verwaltung einen Vorschlag erarbeitet, über den der Stadtrat entscheiden soll. Müller: „Gleichzeitig werden wir in dieser Sitzung auch die weitere Zeitschiene bekannt geben.“ Becker-Platen hält die Idee, die Moderation der Bürgerbeteiligung in professionelle Hände zu legen, für sinnvoll. „Man selbst denkt in gewissen Bahnen. Da ist es gut, wenn einer mal von außen draufschaut“, sagt er. Seiner Gruppierung liege viel an einem lebhaften Zentrum: „Wir als Initiative wollen uns beteiligen und der Stadt helfen.“

Stadtrat

Die öffentliche Sitzung des Stadtrats an diesem Dienstag, 27. Februar, beginnt um 17 Uhr im Rathaus. Neben dem Thema Bürgerbeteiligung steht ein Bericht von Seniorenreferentin Dr. Sabine Gus-Mayer (CSU) auf der Tagesordnung. Ebenso gibt es einen Bericht zu den Entwicklungen in den Sanierungsgebieten im Programm „Soziale Stadt“.

Rubriklistenbild: © Hans Lippert - Fotografie

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