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Ohne Schenkungen und Vermächtnisse wäre das Bestehen des Tierschutzvereins nicht möglich, sagt Vorstandsmitglied Bernhard Wahler. Aktuell zehrt das Geltinger Tierheim noch von einem Nachlass. „Der wird aber dieses Jahr aufgebraucht sein.“

25 Cent pro Einwohner

Trotz Tierheim-Zuschuss: Tierschützer sind enttäuscht

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Geretsried - 25 Cent je Einwohner: So viel soll der Tierschutzverein Wolfratshausen-Geretsried künftig von den Landkreis-Gemeinden erhalten. Dem Tierheim ist das zu wenig.

Die Bürgermeister im Landkreis haben sich geeinigt: Mit einer jährlichen Pauschale von 25 Cent pro Einwohner wollen sie die Tierschutzvereine künftig unterstützen. Das entspricht nur einem Viertel dessen, was die Tierschützer gefordert hatten.

Um den Betrieb der Tierheime in Gelting und Bad Tölz zu gewährleisten, hatten die Vereine wie berichtet auf eine jährliche Fundtier-Pauschale von einem Euro je Einwohner gehofft. Doch diese Hoffnungen zerschlugen sich in der jüngsten Bürgermeisterdienstbesprechung, in der laut Michael Grasl eine Pauschale von 25 Cent festgelegt wurde. „Ich werte diese Einigung zumindest als Anfang einer hoffentlich positiven Entwicklung und Zusammenarbeit“, teilt der Bürgermeistersprecher auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Denn viele Jahre sei unter den Rathauschefs der 21 Landkreiskommunen über das Thema ohne Ergebnis diskutiert worden.

Der Tierschutzverein enttäuscht

Gar nichts Positives kann Bernhard Wahler dieser Entscheidung abgewinnen. „Unsere Enttäuschung ist sehr groß“, sagt das Vorstandsmitglied des Tierschutzvereins Wolfratshausen-Geretsried. Der Verein unterhält das Josefa-Burger-Tierheim in Gelting – nach eigenen Angaben mit einem jährlichen Defizit zwischen 40 000 und 70 000 Euro. Mit 17 000 Euro – so viel ergibt die Pauschale für die Kommunen im Nordlandkreis – und 10 000 Euro an Mitgliedsbeiträgen ließe sich kein Tierheim betreiben, meint der Gaißacher. „Dafür muss man kein Betriebswirt sein.“ Die veranschlagte Pauschale sei „beschämend“, weil sie die Arbeit der Ehrenamtlichen nicht würdige.

Wahler weist darauf hin, dass die Tierschutzvereine mit ihrer Arbeit in den Tierheimen eine kommunale Pflichtaufgabe tragen. Sie verlangten von den Gemeinden keine Förderung, sondern eine Bezahlung dessen, was sie ihnen abnehmen. „Wir brauchen kein Tierheim, aber die Kommunen brauchen ein Tierheim.“

In anderen Landkreisen liegt die Pauschale höher

In anderen Landkreisen haben Tiere offenbar eine größere Lobby: In Dachau liegt die Fundtier-Pauschale bei 1,50 Euro – übrigens die Höhe, die der Tierschutzbund empfiehlt. In Starnberg und Garmisch-Partenkirchen gibt es 60 Cent pro Einwohner plus Zuschüsse. Bürgermeistersprecher Grasl hat nach eigenen Angaben in der Dienstbesprechung eine Pauschale von 50 Cent vorgeschlagen – ohne Erfolg. „Und auch 30 Cent fanden keine Mehrheit.“ Aber: Jetzt hätten die Tierschutzvereine immerhin eine verbindliche Grundlage, so der Münsinger Rathauschef. „Sie müssen nicht mehr als Bittsteller auftreten.“ Sollte sich nach einem beziehungsweise zwei Jahren herausstellen, dass der Schlüssel das Defizit nicht ausgleicht, sollten die beiden Tierheime eine Aufstellung ihrer aktuellen Zahlen vorlegen. Dann könnte man die Pauschale noch einmal überdenken. Grasl: „Dabei sollte auch der Blick auf vergleichbare Landkreise gehen.“

Der Tierschutzverein Wolfratshausen-Geretsried hat aus der Entscheidung zur Fundtier-Pauschale bereits eine erste Konsequenz gezogen. Wahler: „Aus zwei Beschäftigten im Tierheim wird nun eine, weil wir die Stelle aus finanziellen Gründen nicht nachbesetzen können.“

nej

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