Wachse und gedeihe: 30 Flatte rulmen wurden am Samstag im Waldpark an der Jeschkenstraße gepflanzt, auf dem Foto knieend Bürgermeister Michael Müller (li.) und Revierförster Sebastian Schlenz. foto: Sabine Hermsdorf-Hiss

Pflanzaktion

Bürgermeister: Im Geretsrieder Waldpark „wird sicher nichts gefällt“

Einige Bürger pflanzen im Rahmen des „Klimafrühlings“ im Geretsrieder Waldpark 30 Flatterulmen. 

Geretsried – Noch sehen sie ziemlich mickrig aus, die 30 Flatterulmen, die einige Bürger am Samstag im Rahmen des „Klimafrühlings Oberland“ im Waldpark an der Jeschkenstraße von Bürgern in die Erde pflanzten. Doch die etwa 40 Zentimeter großen Bäumchen sollen in einigen Jahren Nahrung für den Ulmenblattfloh, die Schmetterlingsart Bläuling und andere Insekten bieten.

Im Gegensatz zu ihren „Schwestern“, der Bergulme und der Feldulme, ist die Flatterulme, die ihren Namen den im Wind tanzenden, bauschigen Blüten verdankt, nicht anfällig für das in Mitteleuropa verbreitete Ulmensterben. Weil sie so wenig bekannt ist, wurde sie zum Baum des Jahres 2019 erkoren.

Zum Spaten griffen am Samstagvormittag neben zahlreichen Anwohnern und Naturfreunden auch CSU-Bürgermeister Michael Müller, Grünen-Landtagsabgeordneter Hans Urban, die städtische Umweltbeauftragte Inken Domany, der Vorsitzende der Energiewende Oberland, Josef Kellner, Geretsrieds Revierförster Sebastian Schlenz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen und sein Mitarbeiter Frederick Hiemenz sowie der Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, Andreas Süß, und Jochen Pelz, Vorsitzender der Bürgerinitiative Waldpark.

Auch wenn Rathauschef Müller gestand, im Biologie-Unterricht nicht besonders gut aufgepasst zu haben („Ich kann in der Regel Apfelbäume von Birnbäumen unterscheiden – wenn Früchte dranhängen“), erwies er sich als tüchtiger Gärtner, als er ein Loch in den harten und mit Steinen durchsetzten Waldboden grub. Er bedankte sich bei der Jochen-Pelz-Stiftung, die sich den Schutz des Waldparks als kleine Oase inmitten eines Wohngebiets auf die Fahnen geschrieben hat. „Hier wird sicher nichts gefällt“, versprach der Bürgermeister. Er könne sich vielmehr vorstellen, dass zu den bisher gepflanzten 18 heimischen Baumarten weitere hinzukämen und ein Waldlehrpfad entstehe – für alle, deren botanisches Wissen ähnlich bescheiden sei wie sein eigenes.

Sebastian Schlenz wies darauf hin, dass Geretsried mit rund 150 Hektar Waldfläche viel zum Klimaschutz beitrage. Ein Waldpark sei für Flora und Fauna noch wertvoller als ein Park mit Wiesen, sagte er und lobte damit Jochen Pelz für seine Entscheidung, das bisher überwiegend aus Fichten bestehende Waldstück aufzuwerten.

Die Anwohner nehmen das Fleckchen Grün offenbar sehr gut an. „Ich gehe hier oft spazieren. Dann treffe ich Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und Hundebesitzer. Es ist ein schönes Miteinander“, sagte Evelyn Zuber. Zusammen mit ihrem Mann und ihrer zehnjährigen Tochter Caterina war sie zur Pflanzaktion gekommen, um als Familie einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz und zur Gestaltung ihrer näheren Umgebung zu leisten. Andere Nachbarn sammelten dagegen freiwillig Müll ein, von dem aber erfreulich wenig herumlag.

Bleibt zu hoffen, dass es von den 30 Flatterulmen möglichst viele schaffen, groß und stark zu werden. Die Baumart kann bis zu 35 Jahre alt werden. Frederick Hiemenz vom AELF jedoch gab eine realistische Einschätzung ab: „Nur zwei bis drei werden wohl durchkommen.“

Info

Alle Informationen zum Klimafrühling und weiteren Terminen gibt es im Internet unter www.klimafrühling.com.

Tanja Lühr

Lesen Sie auch: Aktionstage zum Klimwandel: Organisatoren überrascht über so viel Resonanz

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