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Geretsried steht finanziell gut da: Aktuell hat die Stadt 22,6 Millionen Euro auf der hohen Kante. Damit könnte sie auf einen Schlag alle ihre Schulden bezahlen. Foto: Archiv

Stadtrat verabschiedet Haushalt 2017 

Bürgermeister Müller: „Unsere Stadt kann sich sehen lassen“

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Nach dem Schlagabtausch im Vorfeld war dies so nicht zu erwarten. Einstimmig hat der Stadtrat am Dienstagabend den Haushalt für 2017 verabschiedet. Auch der Wunsch der Freien Wähler, mehr Geld für die Mittelschule einzustellen, wurde einhellig erfüllt.

Geretsried – „Ein Kämmerer kann nie genug Geld haben“, sagte Helge Balbiani, Leiter der Abteilung Finanzen im Rathaus. Insofern ist es bemerkenswert, dass auch der Kämmerer mit dem Zahlenwerk „zufrieden“ ist. In den nächsten vier Jahren will die Stadt Geretsried 43,3 Millionen Euro investieren – und das ohne Nettoneuverschuldung. Im Gegenteil: Aktuell hat die Stadt 21,4 Millionen Euro Schulden, diese sollen bis 2020 auf 16,6 Millionen Euro schrumpfen. Die liquiden Mittel werden sich im gleichen Zeitraum zwar von 22,6 auf 16,5 Millionen Euro reduzieren. Aber auch damit kann der Kämmerer leben. Er berichtete in diesem Zusammenhang, dass die Stadt erstmals seit der Einführung der doppischen Buchführung (Doppik) im Jahr 2010 so viel Geld auf der hohen Kante hat, „dass sie auf einen Schlag alle ihre Schulden bezahlen könnte – was natürlich keinen Sinn macht“, fügte Balbiani hinzu.

Anstehende Projekte: Hallenbad, Eisstadion, Schulen und Stadtzentrum

Entsprechend positiv fiel die Haushaltsrede des Bürgermeisters aus. „Die Stadt Geretsried steht dieses Jahr gut da“, sagte Michael Müller (CSU). „Unsere Stadt kann sich sehen lassen, was Lebensstandard und Wirtschaftskraft angeht.“ Die ansässigen Unternehmen verzeichneten eine gute Auftragslage, die Arbeitslosenquote sei niedrig, die Steuereinnahmen seien im vergangenen Jahr nochmals gestiegen. „Wir können zwar nicht direkt aus dem Vollen schöpfen, aber wir dürfen mit Zuversicht in die Zukunft blicken und weitere ehrgeizige Projekte auf den Weg bringen.“ Müller nannte unter anderem die Bauvorhaben Hallenbad, Eisstadion, Adalbert-Stifter-Mittelschule und Karl-Lederer-Grundschule, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sowie „ein neues Antlitz für unser Stadtzentrum“. Der Haushaltsentwurf, so der Rathauschef, gebe Impulse, um die Lebensqualität zu verbessern und den Standort zu stärken. „Er trägt dazu bei, uns fit für die Zukunft zu machen.“

CSU-Fraktionschef Reeh mahnt zu sparsamer Haushaltsführung

CSU-Fraktionschef Volker Reeh schloss sich den Worten des Bürgermeisters an und verzichtete auf eine eigene Haushaltsrede – eigentlich die „Königsdisziplin“, wie er anmerkte. Allerdings mahnte er zu einer weiterhin sparsamen Haushaltsführung. Die Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer im Vorjahr (18 Millionen Euro) „sollten uns nicht verleiten, auf Wolke sieben zu schweben“.

Nächster „großer Brocken“: S-Bahnverlängerung

„Wir stehen von der Finanzkraft her blendend da“, konstatierte SPD-Fraktionschef Hans Hopfner. Deshalb sollte die Stadt zügig daran gehen, ihre Projekte abzuarbeiten, „bis der nächste große Brocken kommt“, nämlich die S-Bahn-Verlängerung. Für die damit verbundenen Infrastrukturmaßnahmen „werden wir unsere ganze Finanzkraft brauchen“.

FW wollen Projekt Adalbert-Stifter-Mittelschule beschleunigen

Dass diese und andere Investitionen im Haushalt noch gar nicht abgebildet sind, merkte Freie-Wähler-Sprecher Robert Lug an. Er äußerte die Hoffnung, dass der Stadt ein Steuereinbruch wie 2008 erspart bleibt. Der Wunsch seiner Fraktion, die Erweiterung und Sanierung der Adalbert-Stifter-Mittelschule zu beschleunigen, wurde erfüllt: Entsprechend der Planung von 2016 werden für heuer 750 000 statt nur 100 000 Euro Planungskosten eingestellt. Grünen-Fraktionssprecher Volker Witte machte es kurz. Er schloss sich seinen Vorrednern an und dankte wie alle anderen der Stadtverwaltung für ihre gute Arbeit.

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