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Jubel am Wahlabend: Im März 2014 gewann Michael Müller (CSU) die Stichwahl klar gegen Robert Lug (FW). Im März 2020 bewirbt er sich um eine zweite Amtszeit.

Kommunalwahlen 2020

Warum Bürgermeister Müller noch keinen Gegenkandidaten hat

Während in Wolfratshausen bereits vier Bewerber um das Bürgermeisteramt bekannt sind, tut sich in Geretsried nichts. Wir haben uns umgehört, warum das so ist. 

Geretsried – Wird der amtierende Bürgermeister Michael Müller (CSU) bei den Kommunalwahlen 2020 als einziger Bewerber antreten? In der größten Stadt im Landkreis hat bislang keine Partei einen Gegenkandidaten aufgestellt. Während es in Wolfratshausen mit drei Männern und einer Frau im Rennen um den Rathaus-Chefsessel spannend werden dürfte und auch im Landkreis (bisher) drei Herausforderer Landrat Josef Niedermaier den Posten streitig machen wollen, tut sich in Geretsried nichts.

Die Grünen werden keinen Kandidaten aufstellen

Die Fraktionsvorsitzenden von Freien Wählern (FW) und SPD erklären, sie würden sich im Herbst festlegen. Einzig Grünen-Sprecher Volker Witte kann definitiv sagen, dass die Grünen keinen Kandidaten haben. „Ich persönlich bin mit der Arbeit von Michael Müller sehr zufrieden. Was er alles anpackt, finde ich gut“, erklärt Witte. Er wünsche sich keinen Wechsel an der Spitze.

Die Grünen seien natürlich bundes- und bayernweit stark im Moment, doch deswegen müssten sie nicht in jeder Kommune auf Biegen und Brechen einen Kandidaten stellen. „Es reicht, wenn wir eine schlagkräftige Stadtratsliste haben“, so der Fraktionssprecher. Er selber wolle sich erneut um ein Mandat bewerben. Es gebe so viele interessante Projekte, die teilweise noch nicht abgeschlossen seien, sagt der 76-Jährige. „Ich würde gerne dazu beitragen, sie zu Ende zu bringen“.

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Die SPD wartet bis in den Herbst

In den Stadtrat möchte auch SPD-Fraktionssprecher Hans Hopfner (63) wieder. Eine zweite Bürgermeisterkandidatur schließt er dagegen für sich aus. 2014 unterlag er im ersten Wahldurchgang – mit allerdings gutem Ergebnis – Robert Lug von den Freien Wählern und Michael Müller. Die SPD werde im September oder Oktober bekanntgeben, ob sie einen Bürgermeisterkandidaten nominiere, erklärt Hopfner. Sollten die Freien Wähler jemanden aufstellen, sei es durchaus denkbar, dass die SPD, wenn sie keinen eigenen Bewerber hätte, Amtsinhaber Michael Müller unterstützen werde – wie schon 2014 in der Stichwahl.

Freie Wähler wollen wohl niemanden aufstellen

Danach sieht es nach Auskunft von Dominik Irmer (39), FW-Fraktionssprecher, eher nicht aus. Die Freien Wähler wollen Ende August/Anfang September in einer nicht öffentlichen Mitgliederversammlung ihre Stadtratsliste festzurren. Anschließend wollen sie die Liste und womöglich einen Bürgermeisterkandidaten präsentieren.

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„Wir wollen niemandem Steine in den Weg legen, wenn er Interesse hat. Im Moment tendieren wir aber eher dazu, keinen Kandidaten aufzustellen“, sagt Irmer. Im Sinne der Demokratie fände er es schön, wenn der Bürger eine Auswahl hätte. Andererseits sei ein Wahlkampf nicht billig. „Man muss auch in die Menschen reinhören, ob sie unzufrieden sind und ob eine Wechselstimmung herrscht“, sagt der FW-Sprecher. Einen Wahlkampf, der erst ab Oktober losginge, fände er nicht schlimm: „Lieber kurz und knackig als zu lang“. Der 39-jährige, frisch gebackene Vater kündigt an, er werde aus familiären und beruflichen Gründen nicht mehr auf der Liste stehen.

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Die FDP hat mit Günther Fuhrmann (75) nur einen Vertreter im Stadtrat. Der Ortsverband Wolfratshausen-Geretsried werde im November seine Listen erstellen, teilt Fuhrmann mit. Das Ziel seien zwei Sitze in Geretsried und einer in Wolfratshausen. „Wenn jemand für den Bürgermeister kandidieren möchte, dann unterstützen wir ihn selbstverständlich.“ Auch einen, in ihren Augen geeigneten Kandidaten einer anderen Partei würden die Liberalen unterstützen, wenn sie gefragt würden. Ein „Einzeldurchmarsch“ Müllers würde ihm nicht gefallen, erklärt Fuhrmann. Tanja Lühr

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