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Bürgerversammlung in neuer Form: An Stehtischen diskutierte Rathauschef Michael Müller (re.) mit den Geltingern über die Pläne der Stadt. 

„Sieht nicht so schlecht aus“

Bürgerversammlung in Gelting: S-Bahn, Siedlungsdruck und ein Gerücht

Relativ gut besucht war die Geltinger Bürgerversammlung im Kindergartensaal. Beschwerden gab es kaum. Stadtwerke-Leiter Jan Dühring widersprach einem Gerücht.

Gelting Die Stadt wandte auch in Gelting das Konzept an, das sie erstmals bei der Geretsrieder Bürgerversammlung im vergangenen Jahr ausprobiert hatte: An Stehtischen diskutierten Bürgermeister Michael Müller (CSU), Mitarbeiter der Verwaltung und Stadträte mit den Bürgern über verschiedene Themen. Das hat für die Presse allerdings den Nachteil, dass sie nicht alle Anliegen mitbekommt. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl kamen in Gelting deutlich mehr Interessierte als zuvor in Geretsried. Sie hatten nicht nur zu speziellen örtlichen Projekten wie dem Ausbau der Leitenstraße oder dem künftigen S-Bahn-Haltepunkt Gelting Fragen, sondern auch zur Zentrumsgestaltung und zum interkommunalen Hallenbad.

S7-Verlängerung

Laut Bürgermeister Michael Müller soll die S7 im Jahr 2028 bis Geretsried fahren. Ein Jahr vorher soll die Verlegung der Bundesstraße 11 an den Schwaigwaller Hang erfolgt sein – so habe es zumindest das Staatliche Bauamt in Weilheim in Aussicht gestellt. Martin Palik sorgte sich im Gespräch mit Bauamtsleiter Rainer Goldstein um die verkehrsmäßige Anbindung des Geltinger Gewerbegebiets, sobald der S-Bahnhof nördlich davon steht und die Gleise den Mitterfeldweg und die Breitenbachstraße zerschneiden. Beide Straßen seien wichtige Zufahrtswege zum Gewerbegebiet, sagte Palik. Er befürchtet, dass durch ihren Wegfall noch mehr Transporter durch den Ort fahren werden. Goldstein entgegnete, es sei noch nicht einmal das Planfeststellungsverfahren eingeleitet, während dessen Auslegung Bedenken geäußert werden könnten. Palik blieb dabei, doch lieber gleich vernünftig zu planen, bevor man wieder etwas ändern müsse.

Leitenstraße

Die rund 900 Meter lange Leitenstraße wird wie berichtet für 1,6 Millionen Euro zweispurig ausgebaut und im Ringschluss erweitert, sodass das Gewerbegebiet von allen Seiten angefahren werden kann. Die Fahrbahn soll rund sieben Meter breit werden, auf einer Seite wird ein Gehweg verlaufen. In Teilbereichen sind Längsparkbuchten vorgesehen.

Gewerbegebiet

Bürgermeister Müller zufolge sind die Grundstücke im Gewerbegebiet Gelting-Ost weitgehend verkauft. Auf die verbleibenden Parzellen gebe es „Optionen“.

Sportstätten

Im Mai wird mit dem Bau des interkommualen Hallenbads begonnen, Anfang 2020 soll es laut Müller fertig sein. Für den Betrieb einer Sauna suche die Stadt noch nach einem privaten Investor. „Es sieht nicht schlecht aus“, verriet der Rathauschef. Josef Pripfel drängte darauf, dass die Sauna verwirklicht werde, „sonst müssen wir jedes Mal bis nach Kochel fahren“. Auch Sabine Bielz sagte, sie würde das Zusatzangebot „auf jeden Fall nutzen“. Das Eisstadion soll laut Müller Ende 2019 ein Dach haben, das Isarau-Sportstadion soll stufenweise modernisiert werden. Auch dies begrüßte die frühere Geretsriederin Bielz. Es mache die Stadt insgesamt attraktiver.

Zentrumsgestaltung

Mitte 2019 solle der Karl-Lederer-Platz fertiggestellt sein, 2020 wolle die Baugenossenschaft mit dem Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an der Egerlandstraße beginnen, berichtete Müller. Josef Pripfel äußerte im Gespräch mit Pressesprecher Thomas Loibl den Wunsch, dass der Karl-Lederer-Platz nach dem Bau des Krämmel-Gebäudes und des benachbarten „Centrum 20“-Gebäudes nicht „zu steril“, sondern „heimelig“ gestaltet werde.

Dorflicher Charakter

Mit der moderaten Entwicklung Geltings zeigte sich Josef Pripfel zufrieden. Die Stadt sei bemüht, den Ort vor übermäßigem Siedlungsdruck zu schützen und den dörflichen Charakter zu erhalten. „Darum kämpfe ich von Anfang an und dafür werde ich mich auch beim S-Bahn-Ausbau einsetzen“, versprach der Geltinger Stadtrat Franz Wirtensohn am Politiker-Stehtisch.

Geothermie

Stadtwerke-Leiter Jan Dühring widersprach dem Gerücht, dass die Stadt nach dem Scheitern des Geothermie-Projekts auf Gut Breitenbach dort ein weiteres Gewerbegebiet bauen wolle. Noch gehöre das Areal der Geothermie-Firma Enex, sagte Dühring.

Tanja Lühr

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