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Wie lassen sich die Geretsrieder in den X-Bus bringen ?

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Von: Susanne Weiß

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Bitte einsteigen: Alle 20 Minuten hält der X-Bus an der B11 unweit des Geretsrieder Rathauses.
Bitte einsteigen: Alle 20 Minuten hält der X-Bus an der B11 unweit des Geretsrieder Rathauses. © nej

Alle 20 Minuten hält der neue X-Bus in Geretsried, allerdings steigen noch nicht so viele ein. Der Stadtrat überlegt nun, wie er ihn schmackhafter machen kann.

Geretsried – Die Stadt Geretsried will dazu beitragen, dass mehr Menschen in den X-Bus einsteigen. Er fährt seit Dezember alle 20 Minuten von Bad Tölz über Geretsried und Wolfratshausen nach Starnberg. Einstimmig entschied der Stadtrat am Dienstag, die Verwaltung möge prüfen, inwieweit der Takt des Stadtbusses an den X-Bus angepasst und wie dieser gegebenenfalls mit alternativen Verkehrsmitteln verknüpft werden kann.

Die Initiative ging von Peter Curtius (Grüne) aus, der einen entsprechenden Antrag formuliert hatte (wir berichteten). „Wir müssen schauen, wie wir das Angebot optimieren können, damit es interessant ist für unsere Bürgerinnen und Bürger“, so der Fraktionssprecher. Denn: Der X-Bus koste 2,2 Millionen Euro im Jahr, davon zahle die Hälfte der Freistaat, die andere der Landkreis. „Die Anbindung wird relativ schlecht genutzt. Das ist schade“, bilanzierte Curtius.

X-Bus in der Region Geretsried-Wolfratshausen: Stadt will Anschluss verbessern

Mit seinem Anliegen stieß er auf offene Ohren. Die Stadträte hatten verschiedene Ideen, wie sich die Attraktivität des X-Busses steigern ließe. „Seitens des Landratsamts wird zu wenig Werbung gemacht“, kritisierte Hans Hopfner (SPD). Es sei tatsächlich ein gutes Angebot, dass man alle 20 Minuten zur S-Bahn oder nach Starnberg fahren könnte, lobte Heidi Dodenhöft (Freie Wähler) den X-Bus. Andreas Rottmüller (CSU) ist sicher, dass man die Menschen über den Geldbeutel erreichen könnte, wenn man die Ticketpreise kommunizieren würde. Mit Blick auf „hübsche Wartehäuser“ in der Schweiz oder die Greyhound-Fernbuslinie in den USA regte Dr. Elmar Immertreu (Geretsrieder Liste) an, den X-Bus zu einer Marke zu machen. Heiko Hawla (Freie Wähler) mahnte zur Geduld. Die Leute müssten sich erst an die neue Errungenschaft gewöhnen. „Beim Bus regelt das Angebot die Nachfrage.“

Dr. Detlev Ringer (Grüne) setzte bei der Linienführung an. In der größten Stadt des Landkreises hält der X-Bus Am Stern und an der B11 nahe des Rathauses. „Das erschließt sich mir nicht“, sagte Ringer. Der Knoten, an dem sich die Buslinien treffen, liege in Geretsried am Schulzentrum, das der X-Bus gar nicht ansteuert. Über den Stern fahre der Stadtbus gar nicht, ergänzte Hopfner.

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„Geretsried sollte dringend seine Bushaltestellen ertüchtigen“

Curtius regte in seinem Antrag auch an, die Haltepunkte mit alternativen Verkehrsmitteln zu erschließen, Bushaltestellen etwa mit Fahrradständern auszubauen. Das begrüßte Sabine Lorenz (CSU). „Geretsried sollte dringend seine Bushaltestellen ertüchtigen“, sagte sie. Alle Haltestellen – abgestuft nach Kategorien – einheitlich auszustatten, schlug Patrik Kohlert (Geretsrieder Liste) vor.

Die Linienführung des X-Busses sei nicht Sache der Stadt, betonte Bürgermeister Michael Müller (CSU). Er befürwortete aber den Ansatz, zu überlegen, wie die Stadt die Hinführung zum X-Bus verbessern könne. „Ich bin Kritiker der Kosten, aber der X-Bus ist eine große Chance“, so Müller. Er würde sich wünschen, dass sich alle Kommunen Gedanken machen, wie sie diese nutzen können. Für den Stadtbus laufen die Verträge bis Ende 2026. „Man muss mit dem MVV reden, wie man den Vertrag anpassen oder ergänzen kann.“ Müller bedankte sich für die konstruktive Zusammenarbeit aller Fraktionen bei dem „wichtigen Thema Energie- und Verkehrswende“.

sw

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