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Handgemacht: Der Stand von Claudia Fischer war einer der wenigen, in denen es nicht nur etwas zu essen und zu trinken gab.

Rathausinnenhof statt Karl-Lederer-Platz

Christkindlmarkt im Ausweichquartier kommt gut an

„Kuschelig“, „festlich“, „schöne Kulisse“: Das waren einige der Kommentare zum neuen Standort des Geretsrieder Christkindlmarkts im Rathausinnenhof und an der Graslitzer Straße. Den meisten Budenbetreibern und Besuchern gefiel das Ausweichquartier.

Geretsried – „Vielleicht bleiben wir sogar hier, weil es uns so gut gefällt“: Lobende Worte für Bürgermeister Michael Müller, der neben ihm stand, gab es von Gewerbeverbands-Chef Bernd Füger. Der Gewerbeverband organisiert den Geretsrieder Christkindlmarkt seit 40 Jahren zusammen mit der Stadt. Seit jeher fand er am zweiten Adventswochenende auf dem Karl-Lederer-Platz statt. Heuer musste er aufgrund der Großbaustelle erstmals umziehen.

Stimmungsvolle Beleuchtung

Füger gestand bei der Eröffnung am Samstag, dass er im Vorfeld etwas skeptisch gewesen sei wegen der Verlegung. „Doch als ich die vielen Leuchtgirlanden, den glitzernden Baum, die Bühne und den Budenzauber gesehen habe, war ich begeistert.“ Die Stadt hatte sich alle Mühe gegeben, den Innenhof, der eigentlich ein Parkplatz für die Rathausmitarbeiter ist, festlich zu gestalten. Kein kitschiger Weihnachtsschmuck, keine Beleuchtung in kaltem Blau, sondern überall stimmungsvolle, gelbe Lämpchen. Wer von den über 30 Standbetreibern einen Platz im Hof ergattert hatte, war besonders zufrieden. „Ich find’s hier super. Ich habe bisher auch nur Positives von meinen Gästen gehört“, sagte etwa Kaffeeröster und -verkäufer Stefan Friedl.

Gemütlich: Erstmals fand der Christkindlmarkt im Rathausinnenhof und an der Graslitzer Straße statt.

Katharina Kerper aus Lenggries, die hübsche, selbst gestrickte und gehäkelte Dinge wie Handschuhe, Christbaumkugeln und Tiere anbot, war nicht ganz so glücklich mit ihrer Bude an der Graslitzer Straße. „Schöner ist es, wenn die Stände im Kreis oder Viereck stehen, als wenn sie in einer Reihe angeordnet sind“, meinte sie. Zum zehnten Mal war sie in Geretsried vertreten. Sie möge den Markt, weil immer viele Leute kommen und auch etwas kaufen würden – so auch am diesjährigen Standort.

Geretsrieder halten Christkindlmarkt die Treue

Katja Holzer, die für den Verein für Haus- und Wohneigentum unter anderem ihren köstlichen Eierlikör-Punsch mit Sahne ausschenkte, hatte kein Problem mit ihrem Platz an der Graslitzer Straße: „Die Geretsrieder halten ihrem Christkindlmarkt die Treue. Er ist ein beliebter Treffpunkt, und daran ändert auch der Veranstaltungsort nichts“, sagte sie.

Nur bestätigen konnten das die Vertreter der Siebenbürger Sachsen. Vor ihrer Bude bildete sich am Samstagabend eine lange Schlange. Alle hatten Appetit auf das dort frisch zubereitete Langosch, eine ungarische, deftige Hefeteigspezialität, ausgebacken in heißem Fett. „Mir gefällt, dass der Markt hier so eingefasst ist durch die Häuser“, sagte Sieglinde Thamm von der Landsmannschaft.

„Festlicher“ als bisher

„Festlicher“ als bisher empfand die Geretsriederin Alexandra Thoma den Markt, „gemütlicher“ nannte ihn Michael Gretenkord aus Stein. Jörg Schiller beklagte lediglich, dass es regelmäßig zu wenig Handwerkskunst gibt. Die von unserer Zeitung Befragten waren sich einig: So lange am Karl-Lederer-Platz gebaut wird, soll das Notquartier beibehalten werden – vielleicht sogar darüber hinaus.

Besonders am Samstag- und Sonntagabend herrschte dichtes Gedränge in den Gassen zwischen den Holzbuden. An den Nachmittagen freuten sich die Kinder über das Karussell und die Kutschfahrten durch die Stadt. Im Postamt vor dem Rathaus konnten sie ihre Briefe an das Christkind abgeben.

Musikalisch stimmungsvoll umrahmt wurde der Christkindlmarkt von den Gartenberger Sängern, der Gartenberger Bunkerblasmusik, der Musikschule, verschiedenen Vokalensembles und weiteren Musikanten.

Tanja Lühr

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