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Im Corona-Lockdown Haustier angeschafft, dann ausgesetzt? Tierheim-Leiterin berichtet

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Keine Rückläufer: Tierheimleiterin Manuela Ravara
Tierheimleiterin Manuela Ravara spricht über die Lockdown-Tiere © Sabine Hermsdorf-Hiss

Im Lockdown sind viele auf den Hund (oder die Katze) gekommen. Viele Tiere werden jetzt zurückgegeben oder sogar ausgesetzt. Im Tierheim in Gelting ist das etwas anders.

Geretsried – Erst aufgenommen, dann ausgesetzt oder zurückgegeben: Besonders während des ersten Lockdowns im Zuge der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 haben sich viele Menschen einen Hund oder eine Katze angeschafft. Homeoffice und damit die durchgehend verbrachte Zeit Zuhause schienen wie geeignet dafür, einen Vierbeiner aufzunehmen. Doch seitdem der Lockdown vorbei ist und immer mehr Lockerungen an der Tagesordnung sind, wird aus der geliebten Fellnase nicht selten ein plötzlich störendes Anhängsel.

Corona: Im Lockdown Haustier angeschafft - und danach ausgesetzt? Tierheim-Leiterin berichtet

„Das ist so ähnlich wie in den Sommerferien“, vergleicht Manuela Ravara, Leiterin des Josefa-Burger-Tierheims in Gelting. „Plötzlich wird das Tier unbequem.“ Sie berichtet von den großen Tierheimen in Städten. „Hier sind sowohl die Folgen der Pandemie als auch die Sommerferien zu spüren.“ Soll heißen, bestenfalls werden die Tiere hier abgegeben, schlechtesten Falls ausgesetzt. Wenn sie Glück haben, werden sie gefunden und finden so den Weg in die Auffangstation.

Mit diesen Problemen hat das Josefa-Burger-Tierheim nicht zu kämpfen. „Bei uns wurde nichts abgeholt und auch nicht zurückgegeben – kein Hund, keine Katze, keine Maus.“ Und die paar Tiere, die vermittelt wurden, kamen an Plätze, die schon vorher bekannt waren und „wir sicher sind, dass es eben keine Rückläufer werden.“ Ravara zuckt mit den Schultern. „Bei uns auf dem Land ist es eben anders.“

Hund, Katze, Maus: Trotz Lockdown-Ende gibts im Tierheim keine Probleme

Dennoch, die Tatsache, dass sich viele ein Tier während Corona angeschafft haben, bleibt. „Ich glaube, gerade bei Hunden ist viel über das Internet gelaufen“, sagt sie und weist noch auf einen anderen Aspekt hin. „Die Hundeschulen hatten ebenfalls geschlossen – wie soll das Tier also ein richtiges Verhalten lernen, wenn Herrchen oder Frauchen völlig unerfahren sind?“

Dass die Zahl der Hundebesitzer gestiegen ist, belegen die Neuanmeldungen. „Waren es 2019 noch 112 Hunde“, ist aus Wolfratshausen zu hören, „wurden 2020 zusätzlich 146 Tiere registriert.“ Unterm Strich ist die Gesamtzahl aber nicht übermäßig in die Höhe gegangen, da auch Abmeldungen wegen Umzügen, oder weil der Hund verstorben ist, berücksichtigt werden müssen. „So lebten 2019 in der Loisachstadt 806 Hunde, 2020 waren es 859.“

Geretsried: In der Corona-Pandemie haben sich viele einen Hund gekauft

Anders sieht es in Geretsried aus. Geschäftsleiterin Ute Raach wirt einen Blick auf die Hundesteuer. „2018 und 2019 lagen wir mit Einnahmen von rund 48 500 Euro ziemlich gleich, doch 2020 waren es bereits 51 000 Euro.“ Der größte Zuwachs wird 2021 verzeichnet: „Hier liegen wir jetzt bei 55 400 Euro. Ein satter Zuwachs von zehn Prozent – und das, obwohl die Hundesteuer nicht erhöht worden ist.“ Dies ist erst ab dem kommenden Jahr beschlossen. Zwar seien die Abgaben pro Hund und gleichem Besitzer gestaffelt (40/ 80/ 120 Euro), aber „dieser Zahlen sprechen durchaus auch für sich – vor allem, da nicht jeder einen Zweit- oder gar Dritthund hat.“

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