Kein positives Ergebnis gab es am Montag an der Freien Waldorfschule.
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Kein positives Ergebnis gab es am Montag an der Freien Waldorfschule.

Eltern helfen mit

Corona-Schnelltests: So läuft es an der Waldorf- und an der Montessorischule

  • vonPeter Borchers
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Geretsried/Dietramszell Seit Montag gilt an allen Schulen in Bayern eine Testpflicht. Schülerinnen und Schüler, die am Präsenzunterricht teilnehmen möchten, müssen unter Aufsicht zweimal in der Woche einen Abstrich vornehmen. An den staatlichen Schulen verlief der erste Tag weitgehend problemlos (wir berichteten). Wie aber sieht es an den Privatschulen aus? Unsere Zeitung hat bei der Freien Waldorfschule Isartal in Geretsried und bei der Montessorischule in Dietramszell nachgefragt.

An der Waldorfschule testen Lehrkräfte die Schüler. „Wir haben uns zudem zwei Fachleute zur Unterstützung geholt“, sagt Schulleiter Dr. Ingo Christians, „das ist einmal unsere Schulärztin und eine Schülermutter, die Apothekerin ist.“ Der Abstrich wird im Schulhaus vorgenommen. Für die unteren Klassen stehen laut Christians Extraräume zur Verfügung, „in denen die Tests gemacht werden. Danach dürften die Kinder zum Unterricht in ihre Klassenzimmer.“ Sollte ein Ergebnis positiv ausfallen, würden die Kinder aus dem Klassenraum genommen und die Eltern informiert. Am Montag „gab es glücklicherweise kein positives Ergebnis“. Bei den Schülern der oberen Klassen sei der Abstrich direkt im Klassenzimmer erfolgt.

Dass Tests bereits zu Hause erfolgen sollten, um eine Ansteckung beispielsweise in Schulbussen zu vermeiden, hält Christians zwar für eine „nette“ Idee, „aber ich habe das Schreiben des Kultusministeriums so verstanden, dass die Tests im Rahmen der Schule zu erfolgen haben“. Da auch an der Waldorfschule im Wechsel unterrichtet wird, waren von den insgesamt 272 Schülern am Montag etwa 150 im Haus. Wobei man von denen auch wieder ein paar abziehen müsse. Christians: „Ein paar Eltern haben gesagt, sie wollen keine Tests ihrer Kinder. Die lernen deshalb im Distanzunterricht.“

In der Montessorischule Dietramszell dient die Aula als neutrales Testzentrum. Das hat zwei Gründe: Zum einen möchte man das „geschützte Umfeld Klasse“ geschützt lassen, zum anderen „die Lehrkräfte nicht mit den Tests belasten“, sagt Gero Jaeger, Kaufmännischer Leiter der Schule. In der Aula habe man viel Platz, viel Luft. Von den rund 300 Schülern waren am Montag wegen des Wechselunterrichts nur rund 120 im Haus. „Etwa 13, 14 Prozent der Eltern“, schätzt Jaegers, hätten die Selbsttests ihrer Kinder abgelehnt. Letztere bleiben im Distanzunterricht.

Das Konzept: Die Kinder gehen zunächst in ihre Klassenzimmer, dann betritt Lerngruppe für Lerngruppe – am Montag maximal 13 Kinder – die Aula. Mütter desinfizieren die Tische, legen die Testkits aus. Das Stäbchen schieben sich die Kinder selbst in Nase oder Rachen. Am Montag unterstützten sie dabei zwei Mütter – eine Ärztin, eine Apothekerin. „Ein Konzept bei uns als Privatschule ist ja, dass die Eltern mitarbeiten“, sagt der Schulleiter. Vieles hätten die Kinder schon gewusst und selbst gekonnt. Dass ihnen aber insgesamt fünf Erwachsene geholfen hätten, sei von Vorteil gewesen, findet Gero Jaegers, „denn die Sache ist nicht so einfach zu koordinieren, wie Kultusminister Piazolo es darstellt. Wenn ich mir vorstelle, da steht eine Lehrkraft vor 15 Kindern und soll testen – das ist eigentlich utopisch.“

Natürlich werde sich das Prozedere einspielen, „und die Tests werden dann nicht mehr so personalintensiv sein“, glaubt Jaegers. „Andererseits ist bei den steigenden Inzidenzzahlen in einer Woche vielleicht alles wieder ganz anders, und die Schulen müssen schließen.“ Die Ergebnisse der Test las die Schulleitung übrigens unter Wahrung des Datenschutzes aus. Das erfreuliche Ergebnis: Keiner war positiv.

peb

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