Vom Coronavirus betroffen: Die Lerngruppen dreier Klassen der Isardamm-Grundschule stehen unter Quarantäne.
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Vom Coronavirus betroffen: Die Lerngruppen dreier Klassen der Isardamm-Grundschule stehen unter Quarantäne. 

Quarantäne an Grundschule

Schule erlebt gefürchtetes Corona-Szenario: Amts-Entscheidung verunsichert Eltern - Rektorin reagiert

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
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Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Bewohner einer Geretsrieder Gemeinschaftsunterkunft steigt auf 21. Darunter sind Kinder, die die Isardamm-Grundschule besuchen.

  • Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat in einem Pressestatement verkündet, die Maskenpflicht nicht zu kippen.
  • Eine Langzeit-Studie in Bayern soll nun herausfinden, wie hoch das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus bei Kindern ist.
  • In einer Grundschule in Geretsried sind nach Infektionsfällen jetzt mehrere Kinder in Quarantäne.
  • Alle News und Infos rund um Geretsried und den Landkreis Wolfratshausen finden Sie immer aktuell und nur bei uns

Update, 9. Juli: Ein Großteil der Testergebnisse liegt mittlerweile vor, teilt das Landratsamt mit. Alle seien negativ, es hat sich also offenbar niemand angesteckt. Die aktuellen Zahlen finden Sie hier.

Update, 7. Juli: Schulkinder der Geretsrieder Isardamm-Grundschule haben sich mit dem Coronavirus infiziert - doch das Gesundheitsamt hat nur deren Mitschüler unter Quarantäne gestellt. Dass deren Lehrer weiterhin unterrichten durften, verunsichert einige Eltern. Darauf hat Rektorin Monika Bauer noch am Montag reagiert. „Vier Lehrer und zwei pädagogische Mitarbeiter sind freiwillig in Quarantäne“, erklärt sie gegenüber unserer Zeitung.

Geretsried (Bayern): Nach Infektionen in Schule - jetzt auch Lehrer in Quarantäne

Wie berichtet wurde bei 21 Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber an der Jahnstraße SARS-CoV-2 nachgewiesen. Darunter befinden sich fünf Kinder, die die Isardamm-Grundschule besuchen. Drei davon hatten im infektiösen Zeitraum Präsenzunterricht. Das Gesundheitsamt ordnete daher Quarantäne für die Mitschüler aus den betroffenen Lerngruppen an – die Klassen waren geteilt und wurden im wöchentlichen Wechsel unterrichtet. Für 38 Mädchen und Buben bedeutet dies, dass sie ihr Zuhause 14 Tage lang nicht verlassen dürfen. Zudem wurden sie vom Gesundheitsamt getestet.

Dass ihre Lehrer sich nun ebenfalls in Quarantäne befinden, hat die Schule so beschlossen. Aus behördlicher Sicht ist dies ausdrücklich nicht erforderlich. „Um zu einer Beruhigung in der Schule beizutragen, wurde es vom Gesundheitsamt den Lehrern und auch bestimmten anderen Klassenverbände angeboten, sich testen zu lassen, obwohl keine Indikation besteht“, erklärt Marlis Peischer, Sprecherin des Landratsamts.

Corona-Ausbruch in Schule: 15 Minuten Face-to-Face-Kontakt entscheidend

Nach jedem positiven Corona-Test betreibt das Gesundheitsamt Kontaktermittlung, um herauszufinden, wer Kontaktperson der ersten Kategorie ist und damit ein höheres Infektionsrisiko hat. „Ausgegangen wird vom sogenannten Indexfall, also der Fall, der tatsächlich infiziert ist. Von dort ausgehend wird nachverfolgt, mit wem zwei Tage vor der Indikation 15 Minuten Face-to-Face-Kontakt bestand“, so Peischer. Diese Personen werden unter Quarantäne gestellt und zum Test eingeladen. Wer weniger als 15 Minuten Face-to-Face-Kontakt hatte, gilt als Kontaktperson 2, die ein geringes Infektionsrisiko hat. Damit sind weder Quarantäne noch Testung empfohlen beziehungsweise erforderlich.

Mit dieser Regel folge das Gesundheitsamt den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, sagt Peischer. „Nach unseren Recherchen hatten die Lehrer in der infektiösen Zeit der Indexfälle keinen ungeschützten Face-to-Face-Kontakt von kumulativ mehr als 15 Minuten.“ Wie lange die Klassenkameraden Kontakt mit den infizierten Schülern hatten, spielt keine Rolle, da in Bayern festgelegt wurde, dass bei einem Corona-Fall die gesamte Klasse beziehungsweise Lerngruppe in Quarantäne muss. Übrigens: Wer Kontakt mit einem Quarantäne-Kind hatte, etwa Eltern oder Geschwister, gilt maximal als Kontaktperson von Kontaktperson. „Sie können ganz normal weiterleben wie es seit der Corona-Krise übliche Praxis ist“, erklärt die Behördensprecherin.

Infektionen an Schule in Geretsried (Bayern): Warten auf Testergebnisse

Mit ersten Ergebnissen der getesteten Grundschüler rechnet Peischer Mitte der Woche. Fallen sie positiv aus, gehen die Kontaktermittlungen weiter. Bei negativen Testergebnissen ist die 14-tägige Quarantäne nicht automatisch beendet. „Aus der Quarantäne entlassen kann allein das Gesundheitsamt“, betont die Pressesprecherin. Für die betroffenen Schüler geht der Unterricht nun daheim weiter. „Sie haben Arbeitsmaterial für das Homeschooling bekommen“, sagt Rektorin Monika Bauer. Die übrigen Klassen werden bis zum Beginn der Sommerferien weiterhin in ihren geteilten Klassen abwechselnd am Isardamm unterrichtet. Eine Infektion könne man nicht hundertprozentig ausschließen, sagt Bauer. Aber „die Hygienemaßnahmen geben große Sicherheit.“

Die Rektorin wartet nun auf die Testergebnisse der Lehrer und will dann eine neue Information an die Eltern herausgeben. Bauer: „Wie weit ich damit zur Beruhigung beitragen kann, habe ich nicht in der Hand, aber ich hoffe es.“

Erstmeldung vom 6. Juli:

Geretsried (Bayern): Nach Infektionen - Schüler müssen in Quarantäne

Geretsried – An der Geretsrieder Isardamm-Grundschule steht eine dritte Klasse unter Quarantäne. Im Zusammenhang mit den Coronafällen in der Gemeinschaftsunterkunft an der Jahnstraße ist am Montag bei zwei weiteren Personen eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen worden. Damit sind nun 21 Bewohner betroffen, teilt Marlis Peischer, Sprecherin des Landratsamts mit.

Video: Was bedeutet Quarantäne für Betroffene?

Bei einer der infizierten Personen handelt es sich um ein Kind, das die Grundschule im infektiösen Zeitraum besucht hat. Die Klasse war im Zuge der Präventions- und Hygienemaßnahmen in zwei Gruppen aufgeteilt worden. Der Teil der dritten Klasse, der mit dem infizierten Kind unterrichtet wurde, steht nun unter 14-tägiger Quarantäne. Insgesamt sind damit nun die Lerngruppen dreier Klassen betroffen. Seit Sonntag standen 26 Mädchen und Buben unter Quarantäne, am Montag kamen zwölf Kinder dazu. Letztere sollen am Dienstag zum Test eingeladen werden, so Peischer.

Im bayerischen Geretsried: Infektionen in Grundschule - Schüler in Quarantäne

Seit bekannt ist, dass Kinder der Isardammschule angesteckt wurden, herrscht Aufregung innerhalb der Schulfamilie. Rektorin Monika Bauer war am Montag nicht für unsere Zeitung zu sprechen. Sie informierte am Nachmittag in einem Elternbrief, der unserer Zeitung vorliegt, welche Lerngruppen unter Quarantäne stehen. „Alle anderen Klassen sind nach jetzigem Stand nicht betroffen“, heißt es darin. Die Mittagsbetreuung habe vorsorglich Eltern informiert, deren Kinder mit Mitschülern eines positiv getesteten Kindes zusammen waren. „Für diese Kinder besteht nach Auskunft des Landratsamtes kein Grund zur Sorge und auch kein Handlungsbedarf“, schreibt die Rektorin.

Landkreis Wolfrathshausen (Bayern): Dutzende Schüler müssen in Quarantäne

Wer dennoch eine Testung wünsche, könne sich an seinen Kinderarzt wenden. Bauer dankt allen Familien, die die Anweisungen des Gesundheitsamts befolgen, auch wenn diese durch die Quarantäne eine harte Zeit durchstehen müssten. „Im Moment sehe ich es als unsere gemeinsame Aufgabe, der aktuellen Situation mit Ruhe und Zuversicht zu begegnen und uns und ,unsere‘ Kinder mit den bekannten Hygieneregeln so gut wie möglich zu schützen“, so die Schulleiterin.

Geretsried: Corona-Ausbruch in Schule - Kinder müssen in Quarantäne

Die infizierten Bewohner der Asylunterkunft und ihre Familien verbringen die Quarantänezeit von 14 Tagen in München. „Bei diesen Familien sind nicht alle Mitglieder infiziert, deswegen wurden sie wie in vergleichbaren Fällen in die Funkkaserne in München verlegt, wo für eine Familie ein familiengerechtes Zimmer mit eigener Nasszelle vorgehalten wird“, erklärt Verena Gros, Sprecherin der Regierung von Oberbayern, die die Unterkunft betreibt. Bei den beiden Neuinfizierten handelt es sich um Familienangehörige von bereits positiv Getesteten, die sich zum Zeitpunkt des Laborbefunds bereits in München befanden.

Die nicht-infizierten Bewohner, 148 Personen, befinden sich in Geretsried in Quarantäne. Deren Einhaltung werde von einem Sicherheitsdienst überwacht. Gros: „Nach anfänglicher Aufregung kann die Stimmung den Umständen entsprechend als gut beschrieben werden.“

sw

News-Ticker

Wir geben einen Überblick während der Coronavirus-Pandemie im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in unserem News-Ticker. Aktuelle Zahlen und Entwicklungen lesen Sie hier.

Lesen Sie auch: Die Isardammschule wird 50 Jahre alt

1970 nahm die Isardammschule ihren Betrieb auf. Anlass für unsere Zeitung, mit Schulleiterin Rektorin Monika Bauer in die Vergangenheit zu schauen.

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