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Seit drei Jahrzehnten bei den Christsozialen: Für ihre langjährige Mitgliedschaft erhielten Bürgermeister Michael Müller (2. v. re.) und Klaus Buchberger (2. v. li.) eine Urkunde sowie ein Ehrenzeichen. Ortsvorsitzender Ewald Kailberth und die stellvertretende Kreisvorsitzende, Sabine Lorenz, überreichten die Auszeichnung. 

Bürgermeister: Aufschwung sorgt für „Luxusprobleme“

Bezahlbarer Wohnraum ist das beherrschende Thema

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Der Kreis war überschaubar: Von 138 Mitgliedern waren es etwa 25, die sich am Mittwoch an der Jahresversammlung der Geretsrieder CSU in den Ratsstuben beteiligten. Die Mehrheitspartei im Stadtrat stellt mit Michael Müller den Bürgermeister. Dieser berichtete seinen Parteifreunden von Steuereinnahmen in nie da gewesener Höhe – und den damit verbundenen „Luxusproblemen“, mit denen die Stadt zu kämpfen hat.

Geretsried – „Die Flüchtlingsstadt der 50er und 60er Jahre ist passé“, sagte der Rathauschef. „Wir bekommen ein qualitativ hochwertiges Zentrum. Das ist ein echter Quantensprung.“ Mitte 2019 werde der Karl-Lederer-Platz fertig umgebaut sein. Sicher, die Höhe der Gebäude sei diskussionswürdig, räumte Müller ein. „Aber wir können nicht in die Fläche gehen“, sagte er mit Blick auf die explodierenden Grundstückspreise in der Region. Für einen Quadratmeter Bauland müsste man in Geretsried aktuell 1000 Euro auf den Tisch legen. „Seit meinem Amtsantritt ist dieser Preis um 50 Prozent gestiegen.“ Die Mieten seien in den vergangenen vier Jahren um ein Drittel gewachsen.

Lange Zeit stagnierte die Bevölkerung Geretsrieds bei etwa 23 000, berichtete Müller. „Jetzt haben wir über 26 000 Einwohner.“ Gründe für den Zuwachs seien der Flüchtlingszustrom (aktuell 420) und die EU-Osterweiterung. „Wir haben sehr viele Lohnarbeiter aus Bulgarien und Rumänien.“ Die Region sei zwar auch bei Münchnern beliebt. Aber: 70 Prozent der Neubauten gehen laut Müller an Geretsrieder und Wolfratshauser.

Die gute Konjunktur beschert der Stadt hohe Steuereinnahmen – und damit auch ein paar Probleme. Derzeit wird die Karl-Lederer-Grundschule aufgestockt. Für drei Gewerke seien im Rathaus gar keine Angebote mehr abgegeben worden. Die Handwerksbetriebe sind ausgelastet. Gehen Angebote ein, würden sie um ein Vielfaches höher liegen als angenommen. Das hatte sich zuletzt bei der Anbindung des Rathauses an die Tiefgarage gezeigt: Der Fußgängertunnel kommt wie berichtet viermal so teuer.

Müller bedauerte zudem, dass sich die Verfahren für wichtige Infrastrukturmaßnahmen in die Länge ziehen. „Bei der B11-Verlegung gehen wir von der Planung bis zur Umsetzung von einem Zeitraum von zehn Jahren aus“, sagte er. „Zehn Jahre für drei Kilometer Straße, das versteht keiner mehr“, ärgerte er sich. Von der S-Bahn-Verlängerung, die kommen wird, so Müller, wolle er gar nicht sprechen. Aber: Man versuche, die Herausforderungen aufzugreifen. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind ja eigentlich sehr gut.“

Ortsvorsitzender Ewald Kailberth kündigte an, für den früher gut besuchten und heuer ausgefallenen Politischen Aschermittwoch ein neues Format finden zu wollen. „Das hat sich total verändert“, meint er. „Die Leute gehen nicht mehr zu solchen Veranstaltungen.“ Sie würden sich ihre Informationen aus dem Internet und Social Media holen. Ein Mitglied entgegnete, dass das Interesse stark davon abhänge, wer vorn am Rednerpult steht.

Zum Schluss schworen der Ortschef und die stellvertretende Kreisvorsitzende, Sabine Lorenz, die Christsozialen auf die Landtagswahl im Oktober ein. Um ein möglichst gutes Ergebnis für die CSU zu erzielen heiße es jetzt: Ärmel hochkrempeln.

nej

Lesen Sie auch: So soll die „Neue Mitte“ aussehen: Bürgermeister Michael Müller im Interview

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