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Abbruch und Neubau: Am Straßenende sieht man die Häuserzeile der Baugenossenschaft an der Egerlandstraße, rechts am Karl-Lederer-Platz den Altbau der Familie Krämmel.

„Kommen Sie zu den Bürger-Workshops“

Diese Projekte will die Geretsrieder CSU 2016 anpacken

Geretsried - CSU-Vorsitzender Ewald Kailberth blickt zuversichtlich ins neue Jahr. Die Bürger bittet er um Bürgerbeteiligung. Der Umbau des Karl-Lederer-Platzes könnte schon Mitte 2016 losgehen.

Im kommenden Jahr wird sich nach Meinung von Ewald Kailberth „sehr viel tun“ in Geretsried. Beim CSU-Stammtisch im Gasthaus Geiger am Sonntag nannte der Ortsvorsitzende drei wichtige Themen.

Erstens müssen für die Neugestaltung des Karl-Lederer-Platzes laut Kailberth nächstes Jahr die Rahmenbedingungen für künftige Investoren geschaffen werden. Wie berichtet will sowohl die Familie Krämmel als auch die Baugenossenschaft Geretsried in der so genannten T-Zone Karl-Lederer-Platz/Egerlandstraße investieren. Einstimmig hat der Stadtrat deswegen kürzlich beschlossen, mit beiden Seiten Verhandlungen über einen Vorhaben- und Erschließungsplan aufzunehmen. Kailberth appellierte an die Geretsrieder: „Kommen Sie zu den Bürger-Workshops.“

Optimismus: S7 fährt nach Geretsried

Optimistisch zeigte sich der CSU-Ortschef, dass die S7-Verlängerung von Wolfratshausen nach Geretsried auf einem guten Weg sei und das Planfeststellungsverfahren bald eröffnet werde. Als drittes Thema – und große Herausforderung – bezeichnete Kailberth die Eingliederung von Flüchtlingen. Sie würden in Deutschland beste Voraussetzungen für einen Neuanfang finden. Dabei wolle man sie nach Kräften unterstützen. „Wir müssen aber auch langsam anfangen, in den Herkunftsländern einzugreifen, sonst wird die Integration dieser Menge an Menschen schwierig.“

Bürgermeister Müller: Arbeiten am Karl-Lederer-Platz beginnen 2016

Bürgermeister Michael Müller (CSU) sieht die Zentrumsgestaltung im Zusammenhang mit der S-Bahnverlängerung. „In zehn Jahren sollten wir die Stadt so weit auf Vordermann gebracht haben, dass wir für die S-Bahn gerüstet sind“, sagte er. Der Rathauschef rechnet bereits Mitte 2016 mit ersten Baumaßnahmen am Karl-Lederer-Platz.

Rolle die S 7 erst in die größte Stadt des Landkreises, müssten seiner Meinung nach noch mehr bezahlbare Wohnungen geschaffen werden. Derzeit werden wie berichtet auf dem ehemaligen Lorenz-Areal 600 Wohnungen geplant. Die Zuwanderung von Flüchtlingen werde anhalten, sagte Müller. Schätzungen zufolge würden 40 Prozent der Asylbewerber den Status der Duldung bekommen und somit über Jahre bleiben. Für sie und die einheimische Bevölkerung müsse in Wohnungen investiert werden. Martin Bachhuber, Landtagsabgeordneter der Christsozialen, der ebenfalls zu Gast am Stammtisch war, sprach sogar von 70 Prozent Asylbewerbern mit Bleiberecht im Freistaat. Ein Ende der Kriege in Syrien, Afghanistan und Teilen Afrikas sei nicht abzusehen. Deshalb müsse der Freistaat die Kommunen finanziell bei der Integration der Menschen unterstützen. Als „Reichtum Bayerns“ bezeichnete Bachhuber die zahllosen ehrenamtlichen Asylbewerberbetreuer.

Leise Kritik der CSU-Räte an Bebauung des Lorenz-Areals

Volker Reeh, CSU-Fraktionssprecher und Wirtschaftsreferent, erklärte, dass nicht alle CSU-Stadträte bei den Wohnungsbauplänen für das Lorenz-Grundstück „Hurra schreien“ würden. Reeh forderte eine Bebauung „nur im Gleichklang mit den umliegenden Gewerbebetrieben“.

Dritter Bürgermeister und Frankreich-Kenner Gerhard Meinl (CSU) schließlich mahnte am Stammtisch, Deutschland müsse die Integration schaffen – sonst drohten Zustände wie in den Banlieues, den urbanisierten Randzonen der französischen Großstädte. Meinl sprach in diesem Zusammenhang von einer „Demokratie des Wohnzimmers“. In den eigenen vier Wänden würde nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland anders geredet als in der Öffentlichkeit. Meinl: „Da ist Marine Le Pen nicht weit weg.“ Le Pen ist seit 2011 Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei Front National.

von Tanja Lühr

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