Ein Wahrzeichen von Geretsried: Die Nikolauskapelle direkt an der B11 gegenüber vom Gasthof Geiger.
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Ein Wahrzeichen von Geretsried: Die Nikolauskapelle direkt an der B11 gegenüber vom Gasthof Geiger.

Förderverein rechnet mit mindestens 400 000 Euro

Nikolauskapelle: Dachsanierung wird doppelt so teuer

Die Sanierung der Nikolauskapelle wird wahrscheinlich doppelt so teuer wie vor einem Jahr noch geschätzt. Schuld ist – wie an so vielem – auch die Corona-Pandemie.

  • Die St. Nikolauskapelle ist das älteste Wahrzeichen Geretsrieds
  • Eine Interessengemeinschaft sorgt sich um den Erhalt des Kirchleins an der B11
  • Jetzt steht die Sanierung des Daches an

Geretsried – Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft für die Erhaltung der Sankt-Nikolaus-Kapelle, Florian Sachers, rechnet mittlerweile mit 400 000 Euro für das neue Dach. „Allein das Gerüst kostet 100 000 Euro“, sagt Sachers. Hinzu kommt, dass das Kirchlein nicht wie gewünscht zur 300-Jahr-Feier im September 2022 renoviert sein wird.

Jahresversammlung muss ausfallen

Wegen des aktuellen Lockdowns konnten sich die rund 60 Vereinsmitglieder nicht wie üblich zu ihrer Jahresversammlung am 6. Dezember im Gasthof Geiger und zum anschließenden Gottesdienst in der Kirche treffen. Vereinsmitglied Angelika Sachers-Strigl zündete am Namenstag des Heiligen Nikolaus zumindest eine Kerze am Altar an.

Allein in der Kapelle: Angelika Sachers-Strigl zündete zum Patrozinium am Nikolaustag wenigstens eine Kerze an.

Landesamt für Denkmalpflege fordert originalgetreue Sanierung

Eine Begehung mit einem Fachmann hatte vor zwei Jahren gezeigt, dass das Holzschindeldach der 1722 erbauten Kirche an fünf Stellen undicht ist. Doch die schadhaften Stellen können nicht wie bei einem normalen Dach einfach ausgebessert werden. „Das Landesamt für Denkmalpflege fordert, dass alles originalgetreu und damit sehr aufwändig repariert wird“, erklärt Sachers.

Eine Besichtigung durch einen Sachverständigen des Amts sei im Herbst aufgrund der hohen Corona-Inzidenzwerte im Landkreis gescheitert. Doch ohne die Begutachtung könne der Verein die Planungen für die Sanierung nicht abschließen und somit auch keinen Zuschussantrag beim Erzbischöflichen Ordinariat München und Freising stellen. „Ich denke, wir werden frühestens im Sommer die genaue Summe ermittelt haben. Dann kann erst 2022 mit der Sanierung begonnen werden, weil sie nicht während des Winters stattfinden soll“, erklärt Sachers.

Auf Spenden angewiesen

Sollte von Frühjahr bis Dezember 2022 am Dach gearbeitet werden, könne die Jubiliäumsfeier im September nicht in der Kapelle stattfinden. „Feiern wollen wir aber auf jeden Fall“, kündigt der Vereinsvorsitzende an. Das Erzbischöfliche Ordinariat hatte zugesagt, von den seinerzeit veranschlagten 190 000 Euro rund 80 000 Euro zu übernehmen. Einen weiteren Teil kann die Interessengemeinschaft vom Vereinskonto, auf dem 50 000 Euro liegen, und mit Hilfe von Spenden bezahlen. Durch die drastische Verteuerung ist man jedoch „dringend auf weitere Spenden angewiesen“, wie Sachers sagt. Heuer fielen wegen der Pandemie auch sämtliche Veranstaltungen wie Taufen, Hochzeiten oder Goldene Hochzeiten in der St-.Nikolaus-Kapelle aus, die normalerweise immer etwas Geld in die Kasse spülen.

tal

Info:

Wer helfen will, das älteste Gebäude Geretsrieds zu erhalten, möge seine Spende überweisen an Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen, IBAN: DE057005430600000 73049.

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