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Gäste ohne Manieren: Peißenberger Eishockeyfans beschädigten im Heinz-Schneider-Eisstadion ein Schild und zertrümmerten eine Bank.

Ausschreitungen nach dem Eishockey-Bayernliga-Spiel

Peißenberg entschuldigt sich bei Geretsried - Stadionverbot für Fanclub

Geretsried/Peißenberg - Die Eishockey-Abteilung des TSV Peißenberg greift durch: Nach der Randale am Freitag nach dem Bayernliga-Spiel in Geretsried hat der Vorstand den Mitgliedern seines Fanclubs Stadionverbot erteilt.

Wie berichtet hatte ein Zuschauer im Peißenberger Fanblock unmittelbar mit Spielende ein bengalisches Feuer gezündet. Als ein Mitarbeiter des Geretsrieder Ordnungsdienstes einschritt, wurde dieser durch den Funkenflug im Gesicht verletzt. Die Identität des Täters, der nach diesem Vorfall sofort aus dem Stadion flüchtete, ist noch nicht ermittelt. „So lange nicht geklärt ist, wer das gemacht hat, hat der Fanclub keinen Zutritt“, erklärt TSV-Vorsitzender Norbert Ortner. Die Vorfälle in Geretsried sind ihm höchst unangenehm, auch deswegen, weil beide Vereine ein sehr entspanntes Verhältnis haben. „Das alles tut uns wahnsinnig leid.“

Was der Abteilungsleiter bislang herausgefunden hat: Der Übeltäter soll einer neuen Gruppierung angehören, die sich „Ultra Chaos Peißenberg“ nennt und aus drei, vier Mitgliedern bestehen soll. Die Angehörigen des Fanclubs „Blackreds“, der zwischen 30 und 40 Mitglieder zählt, waren an der Aktion offensichtlich nicht beteiligt. Allerdings müssen sie nach Ansicht Ortners den Namen des Zündlers kennen. Und so lange sie den Namen nicht preisgeben, stehen die „Blackreds“ – mit Ausnahme einer Handvoll Fans, für die Ortner seine Hand ins Feuer legt – vor verschlossenen Stadiontüren.

Das Zünden eines Bengalos war nicht das einzige negative Vorkommnis an diesem Abend: Ein 27-jähriger Peißenberger, der nach dem Bengalo-Vorfall aus dem Stadion gebracht werden sollte, schlug einem Ordner mehrmals ins Gesicht. Dieser „Fan“ ist beim TSV bereits aktenkundig. Er ist laut Ortner vor geraumer Zeit bereits aus dem Fanclub geflogen, „weil er so ein Zornbinkel ist“.

Als „absolute Ausnahme“ bezeichnet ESC-Vorsitzender Thomas Stöber die Vorfälle vom Freitag. Anders als bei der Partie gegen Pegnitz, als man eigens das Ordnungspersonal verstärkt und mit der Polizei zusammengearbeitet habe, „sind wir für das Derby gegen Peißenberg davon ausgegangen, dass alles ruhig bleibt“. Dies sei leider nicht der Fall gewesen. „Das Abbrennen von Bengalos ist in jedem Sportstadion verboten. Außerdem haben die Peißenberger eine Holzbank zertrümmert und ein Schild beschädigt“, so Stöber.

In jedem Fall habe es sich ausgezahlt, dass man seit Saisonbeginn einen professionellen Security-Dienst für die Heimspiele engagiert habe. „Das kostet uns zwar Geld, aber wie man am Freitag gesehen hat, hatten die Ordner die Situation schnell im Griff.“ Zu keiner Zeit habe die Gefahr bestanden, dass andere Zuschauer beeinträchtigt werden, betont Stöber: „Deshalb haben wir ja einen Gästeblock auf der Tribüne.“ Für die gegnerischen Fans gibt es einen eigenen Ein- und Ausgang.

Stefan Schnürer/Thomas Wenzel

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