Ivan Majhen bietet auf dem Wochenmarkt in Geretsried donauschwäbische Spezialitäten an.
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Ein Händler der ersten Stunde: Ivan Majhen bietet auf dem Markt donauschwäbische Spezialitäten an.

Einkaufen unter freiem Himmel

Geretsried: Wochenmarkt beliebt wie nie - Der Spezialist für scharfe Wurst

Der Geretsrieder Wochenmarkt ist beliebt wie nie. Sieben Händler bieten aktuell jeden Dienstagvormittag an der Egerlandstraße ihre frischen Waren an. Ivan Majhen verkauft donauschwäbische Wurstspezialitäten.

Geretsried – Einer der ältesten und treuesten Wochenmarkt-Fieranten ist Ivan Majhen. 1981 begann der gebürtige Kroate am Neuen Platz, wo es früher immer donnerstagnachmittags einen Grünen Markt gab, mit einem Stand. „Der Fisch- und Feinkost Reeh und ich zählten zu den ersten Händlern dort“, erinnert sich Majhen. Als der Markt zum Schluss nur noch sehr schwach besucht war, hielt Majhen zusammen mit dem Schmid-Bäck’ als letzter die Stellung. Nachdem die Stadt den Markt mangels Nachfrage aufgab, zog der gelernte Metzger mit seinem Angebot auf den Wochenmarkt im Zentrum um.

In seinem kleinen Verkaufswagen – dem kleinsten von allen – liegen Paprikarohwurst, Griebenschmalz, Schweinebauch, Kinnbackenspeck und andere Spezialitäten aus Ungarn, Rumänien und dem ehemaligen Jugoslawien nebeneinander. Die Wurstwaren sind kräftig gewürzt, wie etwa die leckere Knoblauchsalami, von der wir kosten dürfen.

Ivan Mahjen stellt alles selber her in seiner Metzgerei mit Feinkostladen am Münchner Heimeranplatz. Das Fleisch stamme von Tieren aus der Region, sagt er. „Meine Eltern haben den Betrieb 1955 aufgebaut, als sie von Kroatien nach Deutschland zogen. Wir sind ein kleines Geschäft mit nur zwei Angestellten.“

Auf Geretsried ist der in Westendorf im Ostallgäu lebende Kroate gekommen, weil es hier viele Heimatvertriebene gibt. „Was man aus der Kindheit kennt, das liebt man“, weiß Majhen. In den südosteuropäischen Ländern werde gerne mit Paprika und Knoblauch gewürzt, „alles schön scharf“ – da unterschieden sich die Kroaten nicht wesentlich von den Ungarn oder Bulgaren. Er habe vor allem Zielkundschaft, weniger Laufkundschaft, sagt der Wochenmarkt-Händler.

Der Fleisch- und Wurstkonsum habe in den vergangenen Jahren nachgelassen, bedauert Majhen: „Die Leute sind gesundheitsbewusster geworden.“ Doch die Geretsrieder schätzten seine donauschwäbischen Spezialitäten als echte Spezialitäten, die man eben nicht jeden Tag, sondern zu besonderen Anlässen genieße. „Ich fülle mit meinen Erzeugnissen eine Marktfuge aus, nicht mal eine Marktnische“, sagt der alteingesessene Fierant bescheiden.

Der Geretsrieder Wochenmarkt ist beliebt wie nie. Sieben Händler bieten aktuell jeden Dienstag ihre frischen Waren an. Wir stellen sie in loser Folge vor. Darunter Barbara Berchtold vom Fischerhof. Sie bietet Eier und Geflügel an. Oder Monika Zimmermann vom Geretsrieder Schmid-Bäck’. 

tal

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