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Symbol für das Grab Jesu: Nach dem Gottesdienst in der evangelischen Petruskirche wurde der blumengeschmückte Altar in der Karfreitagsprozession durch die Stadt getragen.

Fest mit rund 200 Gemeindemitgliedern

Deswegen wird in Geretsried zweimal Ostern gefeiert

Ostern ist doch schon vorbei, mag jemand gedacht haben, der die Karfreitagsprozession am Wochenende in Geretsried gesehen hat. Das zweite Osterfest in der Stadt hat einen ganz einfachen Grund.

Geretsried – Eine Woche später als die Christen in Deutschland feierten die griechisch-orthodoxen Christen heuer Karfreitag. Die Griechen richten sich beim Osterfest nach dem Julianischen Kalender – während Katholiken und Protestanten die Feiertage nach dem Gregorianischen Kalender berechnen. Der Vollmond spielt in beiden Fällen eine Rolle.

Im vergangenen Jahr fiel der Termin zufällig zusammen. Doch auch heuer feierte man in Geretsried ökumenisch. Der katholische Pfarrer Georg März nahm am Vesper-Gottesdienst und der Prozession durch die Stadt teil. Von der evangelischen Petruskirche wäre gerne ein Vertreter gekommen, hieß es. Wegen anderer Verpflichtungen habe jedoch niemand Zeit gehabt. Wie jedes Jahr dabei war Bürgermeister Michael Müller. Für ihn gehöre das gemeinschaftlich begangene Fest zur Integration, sagte er.

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Rund 200 Mitglieder der griechischen Gemeinde waren – überwiegend in Schwarz gekleidet – zu den Feierlichkeiten gekommen. Nach einem Gottesdienst mit Pfarrer Georgios Siomos in der Petruskirche wurde ein blumengeschmückter Altar, Symbol für das Grab Jesu, von vier jungen Männern durch die Stadt getragen. Zurück bei der Kirche, fanden Ansprachen im Freien statt. Pfarrer Siomos ging auf die Bedeutung des Karfreitags ein. An diesem Tag sei Gott mit der Kreuzigung seines Sohnes Mensch geworden. Diese Botschaft würden auch die Katholiken hierzulande feiern, sagte Pfarrer März – wenn auch meist an einem anderen Datum. Bürgermeister Müller erinnerte daran, wie wichtig es in „unserer stark materialisierten Welt“ sei, nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Moralische Werte müssten auch für die Politik stets als Richtschnur gelten.

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Zum Zeichen der Hoffnung auf die bevorstehende Auferstehung liefen alle Gemeindemitglieder unter dem tragbaren Holzaltar hindurch in die Kirche. Jeder durfte sich eine Blume vom Altar mit nach Hause nehmen. Der Vorsitzende der Griechischen Gemeinde, Evangelos Karassakalidis, überreichte dem Bürgermeister eine weiße Rose und bedankte sich damit für dessen Teilnahme und Wertschätzung.

Am Samstagabend begingen die Griechen einen dreistündigen Auferstehungsgottesdienst. Mit ihm endete die 48 Tage dauernde Fastenzeit, in der sich viele vegan ernährt hatten. „Nur an Mariä Empfängnis und am Palmsonntag war Fisch erlaubt“, erzählt Karassakalidis. Auch das gute Olivenöl sei sehr sparsam verwendet oder durch Sesamöl ersetzt worden. Entsprechend groß war die Freude auf die reichlichen Abendessen – traditionell mit Lamm – mit Familie und Freunden. tal

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