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Viel Lehrgeld bezahlen mussten die Geretsrieder River Rats in ihrer ersten Bayernliga-Saison. Am Freitag geht es für die Mannschaft von Trainer Florian Funk (li.) in den Playdowns aber wieder von Null los.

Geretsried

„Die Mannschaft war stets am Limit“

Eishockey - ESC-Trainer Florian Funk zieht Vorrunden-Bilanz – Mit drei Blöcken und Andreas Hölzl in die Abstiegsrunde.

Umsonst die Daumen gedrückt haben die Geretsrieder Eishockeyfans ihrer Mannschaft: Die River Rats haben am Sonntag die Punkterunde mit einer 3:5-Niederlage gegen Meister EV Lindau beendet und müssen wie befürchtet ab dem kommenden Freitag in den zwölf Partien der Playdowns um den Klassenerhalt kämpfen. ESC-Trainer Florian Funk ließ im Gespräch mit Sportredakteur Thomas Wenzel die bisherige Saison Revue passieren und blickte voraus auf die Abstiegsrunde.

-Herr Funk, nach 26 Partien stehen die River Rats auf dem letzten Tabellenplatz. War die Vorrunde so schwer wie sie erwartet oder befürchtet haben?

Ja, das hatte ich so erwartet. Für Platz zehn, der ja den vorzeitigen Klassenerhalt bedeutet, hätte man heuer 30 Punkte holen müssen. Das war für uns nicht machbar.

-Wie beurteilen Sie die Leistung Ihrer Mannschaft?

Sie hat meistens gut gespielt, war aber stets am Limit. Einige Akteure haben sich im Laufe der Saison sehr positiv entwickelt. Ich denke da an Jonas Köhler oder Michael Iszovics, der in den letzten Partien ins Tor durfte. Andreas Dornbach und Ondrej Horvath haben gezeigt, dass sie auch in der Bayernliga absolute Leistungsträger sind. Aber man muss klar sagen, dass es für rund ein Drittel meiner Spieler schon sehr schwer ist. Für einige ist diese Klasse zu hoch. Andererseits, vielleicht macht ja der eine oder andere im zweiten Jahr einen Schritt nach vorne.

-Was waren für Sie die Höhepunkte, was die Tiefpunkte?

Bei der 2:4-Niederlage daheim gegen Germering haben wir sehr schlecht gespielt. Stark war, dass wir zweimal Höchstadt geschlagen haben – und dabei auch noch 18 Tore erzielt haben.

-Mit 144 Gegentoren hatte Geretsried die bei weitem schlechteste Defensive. Woran lag das? Haben Sie zu offensiv spielen lassen?

Dass wir hinten Probleme haben werden, war uns vorher klar. Und die meisten Gegentreffer haben wir gleich in den ersten Begegnungen kassiert – dann ließ sich kein guter Schnitt mehr erreichen. Auch wenn wir mit aggressivem Forechecking gespielt habe, waren wir auf keinen Fall zu offensiv. Vielmehr war das eigene Verteidigungsdrittel das Problem. Da haben wir zu viele Fehler gemacht, zu oft die Gegenspieler aus dem Blick verloren. Im Laufe der Saison haben die Burschen gelernt, dass sie mit ihren Gegnern läuferisch mithalten müssen.

-Am Freitag beginnt die Abstiegsrunde. Eigentlich kommt der Modus dem ESC ja entgegen, denn es geht wieder bei Null los?

Das ist richtig. Jetzt bekommen wir es mit den Konkurrenten zu tun, mit denen wir mithalten können. Aber es wird auch wichtig sein, dass wir jetzt die engen Partien auch für uns entscheiden.

-Gibt es taktische Änderungen?

Ja, ich werde den Kader auf drei Blöcke reduzieren. Wir haben lange genug mit vier Reihen gespielt, da hat jeder seine Chance bekommen. Ich bin mir sicher, dass man eine Steigerung erkennen wird, weil jetzt halt immer gute Leute auf dem Eis sind.

-Apropos gute Leute, wird es personelle Änderungen geben?

Auf jeden Fall wird Andreas Hölzl, der zuletzt im 1b-Team spielte, wieder in der Ersten Mannschaft auflaufen. Er trainiert schon seit einiger Zeit mit. Eine weitere Option ist Hans Tauber, mit dem ich noch sprechen werde. Sein Comeback geben wird Max Hüsken, der verletzungsbedingt lange Zeit pausieren musste. Er stand schon vergangene Woche zweimal auf dem Eis.

-Im Bayernhockey-Internetforum hat sich der Fan eines anderen Klubs despektierlich geäußert: Wer, wie Geretsried, in der Rückrunde nur vier Punkte holt, der habe nichts in der Bayernliga verloren. Was würden Sie dem Mann antworten?

Der Abstieg wird nunmal nicht in der Punkt-, sondern in der Playdown-Runde entschieden. Und wenn man sich da durchbeißt, dann hat man es auch verdient, in der Bayernliga zu bleiben.

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