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Die Sprecher des neuen Jugendrats im Interview: Das sind ihre Ziele

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Die Sprecher des neuen Jugendrats: Isabella Schrills und ihr Stellvertreter Eric Buchalik.
Die Sprecher des neuen Jugendrats: Isabella Schrills und ihr Stellvertreter Eric Buchalik. © Hans Lippert

Isabella Schrills und Eric Buchalik sind die beiden Sprecher des neu gewählten Jugendrats in Geretsried. Im Interview verraten sie uns ihre Ideen und Ziele.

Geretsried – Isabella, die mit 77 Stimmen gewählt wurde, gehörte dem Gremium bereits in der vergangenen Amtszeit an. Sie ist Erste Sprecherin. Ihr Stellvertreter Eric, der 42 Stimmen erhielt, ist neu im Jugendrat. Unsere Mitarbeiterin Tanja Lühr sprach mit den beiden über ihre Ideen und Ziele.

Hallo Isabella und Eric, könnt Ihr Euch kurz vorstellen?

Isabella: Ich bin 20 Jahre alt, lebe in Gelting und studiere Marketing und Medienmanagement berufsbegleitend. Meine Hobbys sind die Musik und das soziale Leben.
Eric: Ich wohne in Geretsried, bin 14 Jahre alt, gehe auf die Realschule und interessiere mich für Musik und Sport.

Seid Ihr in Vereinen engagiert?

Isabella: Ich bin bei der Brauchtumsgruppe Gelting, im Spielmannszug und im Burschenverein.

Was war Eure Motivation, für den Jugendrat zu kandidieren?

Isabella: Ich habe mich dafür entschieden, ein zweites Mal zu kandidieren, weil mir die Arbeit im Jugendrat sehr viel Spaß macht und ich etwas bewegen kann. Ich kann in der Stadt, in der ich wohne, die Wünsche der Jugendlichen vertreten und umsetzen. Es ist schön, gehört zu werden und seinen Wohnort mitgestalten zu können, egal, in welcher Weise. Daher bin ich froh, noch ein zweites Mal gewählt worden zu sein. Die Zeit im Jugendrat hilft einem auch, sich selbst weiterzuentwickeln.
Eric: Meine Motivation war es, die Jugend zu repräsentieren, da ich persönlich finde, dass unsere Meinungen und Vorschläge oft überhört werden.

Was sind Eure Ziele?

Eric: Ich habe keine persönlichen Ziele. Ich hole mir Anregungen aus Gesprächen mit den Geretsrieder Jugendlichen. Was sinnvoll und realisierbar erscheint, wollen wir im Jugendrat als Antrag an den Stadtrat formulieren. So können wir den Jugendlichen zeigen, dass ihre Wünsche im Stadtrat gehört und behandelt werden.
Isabella: Ganz konkret würde ich gerne eine Großveranstaltung wie eine Blade Night organisieren.

Isabella, im Wahlkampf haben Sie angekündigt, sich mehr für die Interessen der Jugend in Gelting einsetzen zu wollen.

Isabella: Ja, ich fände es schön, wenn man eine Verbindung zwischen den Geltinger Jugendlichen und den Geretsriedern schaffen könnte – dass auch mal ein paar Geretsrieder Jugendliche zu Geltinger Festen kommen und umgekehrt. Wir sollten alle zusammen an einem Strang ziehen, und jeder sollte gehört werden. Darum freue ich mich umso mehr, dass auch diesmal mit Laura Wimmer eine weitere Kandidatin aus Gelting kommt. Konkrete gemeinsame Projekte habe ich mir noch nicht ausgemalt. Da hoffe ich auf eine gute Zusammenarbeit zwischen uns Mitgliedern.

Aufgrund der Pandemie konnte in der vergangenen Amtszeit vieles nicht stattfinden. Generell leidet die Jugend sicher unter den Beschränkungen, oder was ist Euer Eindruck?

Isabella: Soziale Distanz hat unsere Arbeit im Jugendrat sehr eingeschränkt. Unsere Sitzungen sind ausgefallen oder ins Digitale verschoben worden. Außerdem war es für uns schwierig, Projekte umzusetzen, nachdem sich alle paar Tage die Auflagen geändert haben. Ich denke, wir alle leiden unter der derzeitigen Situation. Ich bin ehrlich gesagt froh, aus der Schule raus zu sein. Denn wenn ich sehe, wie wenig Fahrten die Jugendlichen zum Beispiel machen können, ist das einfach traurig. Die Schulzeit ist so wichtig für die soziale Entwicklung eines Jugendlichen. Die kann auf keine Weise im Digitalen genauso weitergeführt werden. Es fehlt einfach etwas. Schulfreunde sind oft die, mit denen man am meisten Zeit in seinem Leben verbringt. Manchmal vermisse ich sogar meine Schulzeit selber. Daher sind unsere neuesten Projekte so wichtig für uns: zum einen die Jugendbänke. Hier sollen die Jugendlichen die Möglichkeit haben, sich draußen an der frischen Luft treffen zu können und Spaß zu haben. Mit der geplanten Neugestaltung der Spielplätze sollen auch Kinder und ihre Eltern ein wenig aus der sozialen Distanz raus und in den Spaß wieder reinzukommen.
Eric: In meinem Freundeskreis bemerke ich das Leiden unter der Pandemie schon. Viele wollen sich an Orten treffen, die teilweise geschlossen sind oder Zugangsbeschränkungen haben, die so komplex sind, dass immer ein oder zwei draußen bleiben müssen.

Der Karl-Lederer-Platz wird gut angenommen von der Jugend. Gerade wird die Egerlandstraße ebenfalls modernisiert. Was fehlt Eurer Meinung nach im Zentrum für junge Leute?

Isabella: Eigentlich nichts. Wenn auf dem großen Platz auch Veranstaltungen für Jugendliche aller Altersgruppen stattfinden würden, wäre das super.
Eric: Lokale und Geschäfte für Jüngere fände ich gut. Ich lass’ mich da überraschen.

Als Sprecher des Jugendrats steht Ihr in der Öffentlichkeit. Ihr sollt zum Beispiel Anträge im Stadtrat vortragen und bei Veranstaltungen präsent sein. Ist Euch ein bisschen mulmig dabei oder seht Ihr das ganz entspannt?

Isabella: Natürlich hat man Respekt vor allen Stadträten und dem Bürgermeister. Doch alle sind superlieb zu uns und versuchen, uns zu helfen, wo sie können. Unsere Anträge müssen allerdings immer Hand und Fuß haben, um erfolgreich zu sein. Eric: Mir persönlich ist bei so was nicht mulmig. Ich kann ja jederzeit den Jugendreferenten Felix Leipold oder die Stadtjugendpflegerin Julia Brandner ansprechen und nach Tipps fragen. Selbst wenn beide keine Tipps haben, mache ich einfach so weiter wie sonst auch. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass ein Antrag abgelehnt wird. Dann müssen wir eben beim nächsten Antrag eine noch bessere Leistung bringen.

Wie bewertet Ihr die Zusammenarbeit mit dem Jugendreferenten Felix Leipold?

Isabella: Durch Felix bekommen wir hilfreiche Tipps über die Vorgehensweise im Stadtrat, was uns bei unserer Arbeit unheimlich hilft.
Eric: Felix war ja selbst einmal Jugendrat. Er kann sich sehr gut in uns hineinversetzen.

Was stehen als nächstes für Projekte an?

Isabella: Die nächsten Steps wären erst einmal, unsere Jugendbänke und Spielplätze weiterzuentwickeln und die Projekte umzusetzen. Am 24. Februar werden wir einen Workshop mit der Firma Krämmel und einem Künstler für das Graffiti-Projekt an der Banater Straße abhalten.
Eric: Außerdem ist ein Teambuilding-Wochenende geplant, damit wir uns im Jugendrat untereinander besser kennenlernen.

Könnt Ihr Euch vorstellen, nach der Zeit im Jugendrat für den Stadtrat zu kandidieren?

Eric: Das kann ich noch nicht sagen.
Isabella: Ich könnte mir schon vorstellen, mich auch nach meiner Jugendratstätigkeit weiter politisch zu engagieren. Ob das genau im Stadtrat sein wird, weiß ich heute noch nicht. Ich könnte es mir vorstellen. Aber es lässt sich so schwer sagen, was in Zukunft sein wird, ob ich weiterhin in Geretsried bleiben werde beziehungsweise bin, wenn die Wahl stattfindet.

Tanja Lühr

Lesen Sie auch: Stadtjugendpflegerin Julia Brandner: Auf Augenhöhe und trotzdem authentisch

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