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Verfahren gegen 19-Jährigen

War es Diebstahl? Seltsamer Streit um eine Lederjacke

Geretsried/Wolfratshausen – Ein 19 Jahre junger Geretsrieder soll in einem Münchener Kaufhaus eine Lederjacke gestohlen haben. Er bestreitet das. Der Ladendetektiv, der ihn dabei ertappt haben will, erschien aber nicht vor Gericht.

Laut Anklageschrift soll der junge Mann am 29. Oktober vorigen Jahres um die Mittagszeit mit der Jacke in die Umkleidekabine eines Geschäfts an der Kaufingerstraße spaziert sein und dort das Preisschild entfernt haben. Anschließend habe er das Geschäft ohne zu bezahlen verlassen.

Dieser Version widersprach der 19-Jährige entschieden. Er habe die Jacke über den Arm gehängt, ein Preisschild habe er nicht gesehen. Zwar habe er sich zwischendurch Richtung Ausgang bewegt, aber nur, um besser mit einem Freund telefonieren zu können. „Der Empfang drinnen war schlecht. Danach wollte ich zur Kasse gehen.“ Dazu kam es nicht mehr, weil ihn zwei Ladendetektive in Gewahrsam nahmen. „Ich war noch 50 Meter vom Ausgang entfernt, da kamen zwei Leute“, schilderte es der Heranwachsende. „Sie haben mich ins Büro gebracht, mich entkleidet und alles kontrolliert. Es ist das erste Mal, dass mir so etwas passiert ist.“

Dass der Geretsrieder die Lederjacke unrechtmäßig an sich nehmen wollte, konnte ihm in der Verhandlung nicht nachgewiesen werden. Der Zeuge erschien nicht. Angeblich hatte er die Ladung nicht erhalten. Nun hätte das Gericht einen weiteren Termin anberaumen und zu diesem den Ladendetektiv erneut vorladen können. Der Aufwand erschien dem Gericht jedoch unverhältnismäßig.

Jugendrichter Urs Wäckerlin regte an, das Verfahren gegen Auflagen vorläufig einzustellen. Der junge Mann leistet 16 Stunden Sozialdienst – und erspart sich so einen Eintrag im Führungszeugnis. „Das ist in Ordnung“, stimmte der Angeklagte zu. Auch alle anderen Verfahrensbeteiligten erklärten sich damit einverstanden.

von Rudi Stallein

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