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Die Chemie stimmt: Hannes Wagner und Tim Wandke eint die Liebe zur Musik. 

Mit 18 und 20 Jahren

Diese beiden jungen Männer leben für die Musik

Neue Musik lassen Hannes Wagner (20) und Tim Wandke (18) auf zwei Flügeln entstehen. Am Mittwoch geben sie ein Konzert. Wir haben die beiden vorab getroffen.

Geretsried – Sie kennen sich aus der Geretsrieder Musikschule, die jungen Pianisten Hannes Wagner (20) und Tim Wandke (18) – zwei verschiedene Typen; Wandke hat gerade das Abitur gemacht und will Chemiker werden. Wagner studiert Musikwissenschaften in München. Vor einem Jahr haben sie in ihrem ersten Konzert in der Geretsrieder Musikschule bewiesen, dass die Chemie stimmt. Jetzt kommen sie wieder.

An diesem Mittwoch ab 20 Uhr präsentieren die beiden Geretsrieder Musiker erneut eigene Stücke im Solo sowie Auszüge aus den „Symphonic Dances“ des berühmten Musicals „West Side Story“ unter Leitung ihres Klavierlehrers Peter Wegele. Der Clou daran: Wagner und Wandke spielen auf zwei sich gegenüberstehenden Flügeln parallel.

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Der musikalische Werdegang der beiden ist unterschiedlich. Tims Vater wollte, dass sein Sohn mit vier Jahren Klavier lernt. „Es stand bei uns zu Hause erst nur rum“, erinnert sich Wandke. Vier Jahre später habe er angefangen „darauf zu klimpern“. Der Grundschüler machte schnell Fortschritte und komponierte bereits mit neun Jahren sein erstes eigenes Musikstück – den „Regenbogentanz“.

Später in der Musikschule nahm ihn sein Klavierlehrer Peter Wegele in die Jazz- und Improvisationsgruppe auf. „Dort lernte ich die ,Neue Musik‘ kennen.“ Den Free Jazz von Arnold Schönberg und Igor Strawinsky. Eigene Musik machen, nach eigenen Regeln, das findet Tim Wandke großartig. Gegenwärtig beschäftigt er sich intensiv mit den Werken von Bach und Beethoven. „Weil Klassik nun mal die wichtige Grundlage für guten Free Jazz ist“, findet er. Während des Konzerts am Mittwoch will Wandke sein neues freitonales Stück „Fünf Gesänge der Unschärfe“ präsentieren.

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Auch Hannes Wagner liebt Klassik, besonders Frederic Chopin. Klassisch begann seine musikalische Laufbahn mit der Blockflöte in der Grundschule. Mit zwölf Jahren entdeckte Wagner über Musiklehrer Peter Wegele seine Leidenschaft fürs Klavier. Chopins Melodien und Harmonien faszinieren den Sohn des Linken-Bundestagsabgeordneten Andreas Wagner. „Das ist für mich eine Musik, wie aus höheren Sphären.“

Hannes Wagner studiert derzeit Musikwissenschaften an der LMU in München. „Ich will wissen, wie Musik wirklich funktioniert.“ Er macht Jazz auf dem Klavier und coole Partymusik für Floßfahrten auf dem E-Bass. „Weil das eine das andere ja nicht zwangsläufig ausschließen muss.“ Im vergangenen Juni dirigierte der Geretsrieder erstmals als Gastdirigent den Gospel-Chor von Enno Strauß (Groove Academy).

Musik ist Hannes Wagners Leben. So soll es weitergehen, wünscht er sich, und hat eigens für das Konzert am Mittwochabend die Filmmusik „Amarcord“ von Nino Rota zu Federico Fellinis Filmklassiker arrangiert.

Andrea Weber

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