Messer-Mann ersticht Frau mitten auf der Straße - Täter auf der Flucht

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Ärmel hoch gegen Blutkrebs: Ludwig Irmer und Martin Uerkvitz haben diese Woche zwei ihnen unbekannten, todkranken Menschen Stammzellen gespendet. 

„Wir sind die Chance, die zwei andere auf ein Überleben haben.“

Diese beiden Männer haben Stammzellen gespendet: Ihre Geschichte motiviert

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Sie haben zwei ihnen Unbekannten eine Chance auf Leben gegeben: Martin Uerkvitz aus Geretsried und Ludwig Irmer aus Schäftlarn spendeten Stammzellen. Hier berichten sie, wie die Behandlung für sie war.

Geretsried/Schäftlarn– Die Einstichstellen an jeweils beiden Armen von Martin Uerkvitz und Ludwig Irmer sind am Donnerstagabend noch deutlich zu sehen. Ohne das wäre Uerkvitz (37) aus Geretsried und Irmer (30) aus Schäftlarn aber nicht anzumerken, dass sie wenige Tage zuvor zwei ihnen unbekannten, todkranken Menschen Stammzellen gespendet haben. Ein bisschen matt sind sie, aber das Gefühl des Muskelkaters lasse nach, sagen sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Irmer, der bei Roche in Penzberg arbeitet und Mitglied beim Technischen Hilfswerk ist, und Uerkvitz, Elektrotechniker bei Bauer Kompressoren in Geretsried und Ehrenamtlicher beim Roten Kreuz, wurden wie berichtet Anfang des Jahres von der Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) gebeten, sich als Stammzellenspender zur Verfügung zu stellen. Beide hatten sich schon Jahre zuvor dafür typisieren lassen. Nach einer intensiven Untersuchung stand fest: Beide kommen für ihren jeweiligen Empfänger in Frage und sind auch körperlich in der Lage, die Prozedur durchzustehen.

Im Abstand von einem Tag begann bei den Männern die Mobilisierung der Stammzellen mittels eines zu spritzenden Medikaments – beide dokumentierten das Geschehen auf dem sozialen Netzwerk Facebook. Ihre Beiträge erregen immer mehr Aufmerksamkeit. „Menschen, die uns gar nicht kannten, haben uns Nachrichten geschickt, Fragen gestellt und uns alles Gute gewünscht“, sagt Uerkvitz. Sogar das Fernsehen besuchte sie während der Stammzellenspende und bat um ein Interview.

Im Internet berichteten der Geretsrieder und der Schäftlarner von den Auswirkungen, von Schmerzen im Beckenkamm, dass jede Erschütterung – etwa beim Fahren über einen Gullideckel – nur noch schmerzt. Doch beide wissen, warum sie das auf sich nehmen: „Wir sind die Chance, die zwei andere auf ein Überleben haben.“

Die ersten 24 Stunden seien auszuhalten, schreibt Uerkvitz an Tag eins. „Allerdings habe ich das Gefühl, als hätte ich den ganzen Tag Holz gehackt.“ Als sich Irmer am folgenden Tag die erste Injektion setzen muss, empfängt er bereits frühmorgens eine Nachricht vom „Kollegen“. „Morgens um sieben in Deutschland, Zeit für ein spritziges Frühstück. Hat der Ludwig auch schon gefrühstückt?“ Der kontert: „Doppeltes Gewicht, doppelter Spaß. Aber bei mir ist auch genug Platz für zwei Spritzen.“ Den dritten Tag verbringt Uerkvitz zusammengerollt auf der Couch. Irmer kämpft mit Schmerzen in der Milz. Er behält seinen Humor: „Der Bioreaktor Ludwig setzt seine Arbeit fort.“

Endlich, an Tag fünf, ist für Uerkvitz der Tag der Stammzellenspende gekommen. Fünf Stunden muss der 37-Jährige mit zwei Nadeln in den Armvenen am Zellseparator verbringen. So werden die Stammzellen aus dem Blut extrahiert. Irmer geht 24 Stunden später am Dienstag „zur Ernte“, wie er die Prozedur nennt. „Zum Glück – ich dachte schon, die Stammzellen kommen mir bald zu den Ohren raus“, sagt er zwei Tage später.

Aufgeregt war er schon, sagt er. Aber nicht wegen dem, was auf ihn zukam, sondern, ob die Anzahl der Stammzellen auch wirklich reicht. „Man will schließlich top Ware abliefern“, sagt er und lacht herzlich. Und die Ware ist ausgezeichnet: Irmer wurden bereits nach drei Stunden die Nadeln wieder gezogen. „Es war anstrengend, man ist müde – aber vielleicht konnte man helfen.“

Die AKB habe sich gut um sie gekümmert, berichten die beiden. „Voller Rundum-Service“, so der Schäftlarner. „Man hatte noch nicht einmal den Reißverschluss der Jacke unten, schon stand der Kaffee da.“ Für die nächsten zwei Jahre sind Irmer und Uerkvitz für ihren Empfänger reserviert, falls dieser eine Zweitspende benötigt. „Dann“, so Uerkvitz, „werden wir wieder in den großen Lostopf geworfen.“ Sie würden nicht zögern, wieder zu spenden. Jetzt haben sie aber erstmal nur zwei Wünsche: Dass beide Spenden erfolgreich waren und dass sich noch mehr Menschen typisieren lassen. „Dieser kleine Pieks kann für jemand anderes Leben bedeuten.“

Infos im Internet: www.akb.de

sh

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